Der Bundesrat gibt eine offizielle Medienmitteilung heraus und zieht sie im Anschluß ohne Angabe von Gründen zurück. Siehe Bildschirmfoto-Beweis im Beitrag (zur Großansicht Bildschirmfoto einfach anklicken).
Wieoft glauben Sie, kommt es vor, daß der Schweizer Bundesrat eine offizielle Pressemitteilung zurückzieht und hierfür keine Gründe angibt? Sie raten richtig: Kaum. Oder kennt man so einen Fall bisher?

Fragen stellen sich
Es stellt sich die Frage: Was ist der Grund dafür, daß eine an sämtliche Redaktionen der Schweizer Presse versandte Medienmitteilung zurückgezogen wird?
Und es drängt sich die zweite Frage auf: Warum geschieht dies klammheimlich und leise und ohne jegliche Angabe von Gründen?
War der Inhalt fehlerhaft? Handelte es sich um einen Doppelversand einer Mitteilung? Handelte es sich um eine veraltete gewordene Medienmitteilung des Bundesrates?
Alles wohl falsch. Vielmehr dürfte der Grund für den peinlichen Rückzug der Pressemitteilung des Bundesrates in einer noch peinlicheren und aufgrund ihrer Offensichtlichkeit jedem ins Auge stechenden Parallele mit der Lebensgeschichte einer gegenwärtig amtierenden Bundesrätin liegen.

Hierbei handelt es sich um Widmer-Schlumpf und die – zurückhaltend formuliert – unredliche Art und Weise, wie sie in ihre Amt gelangte.
Denn die Medienmitteilung des Bundesrates dreht sich um eine wissenschaftliche Untersuchung, die an und für sich harmlos wäre, hätte nicht die Einleitung so eigenartige Parallelen zum Lebenslauf der von den Linksmedien (insb. Tamedia) als sog. „Blocher-Töterin“ gefeierten Eveline Widmer-Schlumpf gehabt.
Eigene Meinung bilden
Schweiz-Blog.ch wurde der Ursprungstext der offiziellen Bundesratsmitteilung zugespielt und daher sind wir so frei und veröffentlichen diesen hier im Internet.
So können Sie sich Ihre eigene Meinung dazu bilden, ob die still und klammheimlich gelöschte Bundesratsmitteilung harmlos ist und was wohl die Gründe dafür sein könnten, daß sie still und heimlich „zurückgezogen“ wurde, wie es (siehe Bildschirmfoto oben) in Amtsdeutsch heißt.
Honi soit qui mal y pense. (Altfranzösisch, zu Deutsch frei übersetzt: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt)
Brave Schweizer Presse
Ist es die sprichwörtliche Schweizer Harmoniesucht? Oder die sprichwörtliche Schweizer Zurückhaltung? Oder wollen die linksgerichteten Redaktionen hier vielmehr der in den Redaktionsstuben so heißgeliebten Blocher-Töterin nicht schaden und keine „alten Sachen“ aufwühlen? So kurz vor den Wahlen…
In der gesamten Schweizer Presse jedenfalls hielt man sich brav an den Rückzug der Medienmitteilung des Bundesrats. Es ist kaum zu glauben, daß sämtliche großen Redaktionen der Schweiz beim Versand der doch recht ansprechenden und spannenden Mitteilung gerade unterbesetzt gewesen sind. Sollte man sagen müssen: Brav, bräver, Schweizer Presse?
Ob der Verfasser der Einleitung wohl Ärger bekommen hat für diese unsensible und unbedachte Einleitung? Immerhin gilt Widmer-Schlumpf bei ihr unpäßlichen Angelegenheiten als nicht gerade zimperlich. Ob sich Widmer-Schlumpf auf dieser Zugfahrt hier nach dem Gespräch mit Ueli Maurer auch die Hände wusch? Oder evtl. erst später?
Die Medienmitteilung des Bundesrats im Wortlaut (kursiv):
Der Macbeth-Effekt – Warum Händewaschen das Gewissen erleichtert
Lady Macbeth hätte sich vieles ersparen können. Ihr Machtdrang war stärker. Selber Schuld. In William Shakespeares gleichnamigem Drama stachelt die Frau des Protagonisten ihren Mann dazu an, den König von Schottland zu ermorden, um danach selbst den Thron zu besteigen. Als das sinistre Werk vollbracht und König Duncan tot ist, überkommt Lady Macbeth jedoch das schlechte Gewissen – und sie wäscht sich die Hände. Immer und immer wieder.
«Wie, wollen diese Hände nimmer rein werden? […] Das riecht immer noch nach Blut; alle Gewürze von Arabien können diese kleine Hand nicht anders riechen machen», lässt sie Shakespeare rubbelnd verzweifeln und beweist gleich zweierlei: Er kannte nicht nur die Bibel recht gut, sondern auch die menschliche Psyche.

Schon im Buch der Bücher schildert Matthäus in seinem Evangelium eine ähnliche Situation bei der Verurteilung von Jesus durch den römischen Stadthalter Pontius Pilatus. Der hatte darüber abstimmen lassen, ob die Zuschauer lieber Barabbas oder Jesus freilassen wollten – obwohl er wusste, dass man Letzteren vor allem aus niederen Motiven ausgeliefert hatte.
Wie jeder weiss, forderte die Menge, den schuldigen Barabbas frei zu lassen und den unschuldigen Jesus zu kreuzigen. Pilatus liess sich daraufhin eine Schüssel mit Wasser bringen und wusch sich vor der anwesenden Volksmenge die Hände in sprichwörtlicher Unschuld mit den Worten: «Ich bin unschuldig am Blut dieses Menschen. Das ist eure Sache!»
Wissenschaftler haben inzwischen herausgefunden: Das Verhalten von Lady Macbeth und Pilatus keinesfalls zwanghaft oder ein feiges Alibi – es könnte ihnen tatsächlich eine Prise innerer Erleichterung gebracht haben. Nach Ansicht der US-Psychologen Spike Lee und Norbert Schwarz von der Universität von Michigan ist Händewaschen nicht nur ein Akt der Hygiene. Mit etwas Seife lassen sich sogar Entscheidungszweifel wegspülen.
Experiment mit Probanden
Für ihr Experiment gaben die Forscher Probanden 30 CDs, aus denen sie sich die Top-10-Liste erstellen sollten. Als Dankeschön dürften sie entweder die CD auf Platz 5 oder Platz 6 ihrer eigenen Hitliste behalten. Danach bauten Lee und Schwarz ein kleines Ablenkungsmanöver ein: Die Teilnehmer sollten eine neue Flüssigseife bewerten. Die einen kommentierten jedoch nur deren Verpackung, während die anderen die Seife per Händewaschen auch physisch testen sollte.
Nun durften alle Probanden die zehn CDs noch einmal neu sortieren. Und siehe da: Wer nur die Seifenverpackung bewertet hatte, änderte die Reihenfolge erheblich. Manche Alben wurden höher eingestuft, andere niedriger. Ganz anders die Einschätzung derer, die sich die Hände gewaschen hatten: Sie bewerteten die CDs genauso wie beim ersten Mal. Das Händewaschen hatte dazu geführt, dass der Rechtfertigungsdrang ebenfalls im Abfluss verschwand – und nicht nur der.
2008 stellte die Psychologin Simone Schnall von der Universität von Plymouth fest, dass schon die blosse Assoziation mit Reinheit milder stimmt. Sie liess 40 Studenten moralische Dilemmata bewerten, etwa das Einstecken einer gefundenen Brieftasche. Vorher allerdings wurden sie gebeten, Wortpaare zu bilden – die einen arbeiteten mit neutralen Begriffen, die anderen mit Wörtern rund um das Thema Sauberkeit, Seife und Waschen. Fazit: Die zweite Gruppe fand das moralische Vergehen plötzlich gar nicht mehr so schlimm.
Wie das kommt? Nach jeder bewusst getroffenen Entscheidung hat der Mensch das mehr oder minder dringende Bedürfnis, diese vor sich selbst zu rechtfertigen. Ein Entschluss beinhaltet ja nicht selten, sich für die eine und gegen die andere Alternative entschieden zu haben.
Oft sind sogar Freunde oder Partner involviert, was zu veritablen Gewissensbissen führen kann. Das Händewaschen lindert diesen Rechtfertigungsschmerz. Demnach gilt nach schweren Entscheidungen: Ab ans Waschbecken!
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