Alain Berset, der SP-Bundesrat hielt gestern eine Rede in Zürich. Eine durchdachte, kluge und zugleich ausgewogene und daher ansprechende Rede (hier zu lesen).

Ein Zitat daraus habe ich mir mehrfach angehört und schließlich abgetippt:

Alain Berset äußerte sich zu Kultur und den Wert der Sprachvielfalt. (Foto: Webseite von Berset)
Alain Berset äußerte sich zu Kultur und den Wert der Sprachvielfalt. (Foto: Webseite von Berset)

Wußten Sie, daß im Kulturbereich 4,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der Schweiz erarbeitet wird? Allerdings wird der Kultursektor hierbei recht weit gefaßt. Auch die Presse zählt dazu. …/… Diese 4,5 Prozent des Bruttoinlandproduktes ist etwa gleich groß wie der Chemie- / Pharmasektor. Kultur ist wirtschaftlich bedeutend und gesellschaftlich unabdingbar.

Stellen Sie sich eine Welt vor, ohne Musik; Zürich ohne Theater.

Eine Schweiz, in der alle Englisch sprechen.

Kommentar:

In der Schweiz kriegen immer ständig Leute, die nicht einmal mehr die Kreativität besitzen, sich in einer Landessprache auszudrücken, Kulturpreise. Äh – pardon – Exhibition awards. Oder den  dämlichen Swiss Art Award.

Wer ist eigentlich für das Bundesamt für Kultur zuständig, frage ich mich gerade? Das sich mit Denglisch so lächerlich macht am laufenden Bande.

Und siehe da: Es ist Alain Berset. Denn das BAK (Bundesamt für Kultur) gehört zum EDI (Eidg. Departement des Inneren). Und dessen Vorsteher ist Bundesrat Alain Berset.

Ich möchte ihm keinen Vorwurf machen, weil dieser dämliche Stuß á la „Swiss exhibition award“ vor seiner Zeit verbrochen wurde.

Von einem Land, das eine einmalige Sprachvielfalt hat. Und ausgerechnet vom Bundesamt für Kultur, welches Sprachkultur und Sprachvielfalt fördern sollte.

Anstatt diese wertvolle Sprachvielfalt zu vergewaltigen und mit Füßen zu treten.

Ich werde Herrn Berset anschreiben. Hoffentlich tun es mir viele gleich. Man sollte die Möglichkeit nutzen, solange man Schweize Behörden noch nicht auf Englisch anschreiben muß.

Gerade Behörden und vor allen Dingen Bundesämter sollten mit gutem Beispiel vorangehen und die wertvolle Sprachvielfalt schützen. Leider geschieht täglich das Gegenteil. Besonders beim Bundesamt für Kultur. Ausgerechnet dort. Das ist besonders beschämend.

Hier der Kontakt: http://www.edi.admin.ch/kontakt/index.html?lang=de