In häßlichem Denglisch kommt der staatliche, von Steuergeldern finanzierte, Kunstkommerz daher: Swiss Art Award. Man wundert sich darüber, was für Kommissionen es in der Schweiz gibt. Eine Eidg. Kommission für Gleichstellung, eine Eidg. Kommission gegen Rassismus und z. B. auch eine Eidg. Kunstkommission, die über Millionen von Steuergeldern verfügt.
Braucht es Millionen an Schweizer Steuergeldern für den Schweizer Kulturfilz?
Man fragt sich, wo die staatlichen Aufgaben eigentlich enden? Dreißig Millionen Franken an Steuergeldern verschleudert z. B. allein die Stiftung Pro Helvetia, die eigentlich eher eine Stiftung Kontra Helvetia ist, wie man spätestens seit dem blödsinnigen Künstler Hirschhorn weiß.

Man sollte lieber auf Künstler machen anstatt Lotto zu spielen. Während beim Lotto die Wahrscheinlichkeit äußerst gering ist, je Geld zu sehen, ist es in der Schweizer Kunstszene anders. Allein die Stiftung Pro Helvetia bewilligt jedes zweite Gesuch.
Und: Kunstpreise kann man an allen möglichen Stellen absahnen, z. B. auch hier.
Nach den Steuergeldern für Wiener Sexspiele nun wieder einen „Äwärd“ für die armen Schweizer Künstler:
Die Eidgenössische Kunstkommission hat die Gewinnerinnen und Gewinner des Eidgenössischen Wettbewerbs für Kunst 2010 bekannt gegeben. Prämiert werden 31 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Bereichen Kunst, Architektur und Kunstvermittlung: 22 Preise gehen an Kunstschaffende, drei Preise an Architekturbeiträge und zwei Preise an die Vermittlung.
Insgesamt werden 96 Arbeiten zur zweiten Runde der Wettbewerbe in der Ausstellung «Swiss Art Awards 2010» in der Messe Basel gezeigt. Jean-Frédéric Jauslin, Direktor des Bundesamtes für Kultur, eröffnet die Ausstellung.
Parallel zur Art Basel vergibt das Bundesamt für Kultur BAK wie jedes Jahr die Preise des Eidgenössischen Wettbewerbs für Kunst.
Die Gewinner werden von der neunköpfigen Eidgenössischen Kunstkommission unter dem Vorsitz von Hans Rudolf Reust, Kunstkritiker und Dozent an der Hochschule der Künste Bern, gewählt. Die Kommission verstärkt sich für die Jurierung mit Expertinnen und Experten aus den Bereichen Architektur und digitale Medienkunst. Dieses Jahr hat die Kommission 27 Eidgenössische Preise vergeben. Die Preissumme beträgt insgesamt 810’000 Franken – 30’000 Franken pro Arbeit.
22 Preise gingen dieses Jahr an die Sparte Kunst, davon zwei an die neue Medienkunst, drei an die Sparte Architektur und zwei an die Sparte Kunstvermittlung. Aus den 647 Einsendungen, die beim Bundesamt für Kultur zur ersten Runde des Wettbewerbs eingegangen sind, wählte die Kommission 81 für die Teilnahme an der zweiten Runde aus. Diese sind zusammen mit weiteren 15 Arbeiten des Kiefer Hablitzel Wettbewerbs in der Ausstellung «Swiss Art Awards 2010» während der Art Basel in der Messe Basel zu sehen.
Gemäss Kommissionspräsident Hans Rudolf Reust verfügt die Schweiz mit den «Swiss Art Awards» über eine international einmalige, jährlich wiederkehrende Plattform für junge künstlerische und architektonische Ansätze und deren Verständnis. Zum Jahrgang 2010 meint er: „Auch wenn dieses Jahr eine Höchstzahl an Eingaben in der Kunst und in der Architektur die Basis für die Auswahl zur Basler Ausstellung gegeben hat, kann die Eidgenössische Kunstkommission keine repräsentativen Entwicklungslinien behaupten. Weiterhin dominiert eine grosse Vielfalt der Haltungen und ihrer Ausformung. Materialwechsel in der Plastik steht neben konzeptuellen Untersuchungen durch Zeichnung oder Fotografie und Text, Wahrnehmungsstudien stehen neben umfassend recherchierten Soziogrammen mit Video oder performativen Untersuchungen der Wettbewerbsstruktur selbst. Diese Ausgangslage gleicht derjenigen seit einigen Jahren. Allerdings verdichtet sich in einer Reihe von ausgewählten und prämierten Beiträgen die Auseinandersetzung mit einer anderen Selbstdefinition der Künstlerin, des Künstlers.“
Auf Einladung des Bundesamtes für Kultur stellt die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia in der Ausstellung erneut ihre «Collection Cahiers d’Artistes» – die Reihe von Erstpublikationen für Künstlerinnen und Künstler – vor.