Der zweite sog. „Swiss Exhibition Award“ (Schweizer Exhibitionisten-Preis) geht an das Kunsthaus Glarus für die Ausstellung „Sooner Rather Than Later“ von Kilian Rüthemann, kuratiert von Sabine Rusterholz.
Die Julius Bär-Stiftung und das Bundesamt für Kultur (BAK) haben heute Abend an einer öffentlichen Feier im Schauspielhaus-Schiffbau Zürich den Preis in der Höhe von CHF 40’000 an das Kunsthaus Glarus übergeben.
Der „Swiss Exibition Award“ zeichnet jedes Jahr eine Institution für eine herausragende Ausstellung mit Schweizer Gegenwartskunst aus; er ist einer der höchstdotierten Kunstpreise in der Schweiz, heißt es über den Kunstpreis mit dem denglischen Namen, der nun einen ebenfalls in Denglisch schwelgenden Künstler verehrt.
Dr. Gustav Schneeli (1872–1944), Sohn einer wohlhabenden Glarner Holzhändlerdynastie, Kunsthistoriker, Diplomat, Genealoge und Kunstmaler, dreht sich vermutlich gerade im Grabe um.

In ihrer Sitzung vom 9. Januar 2010 hat ein unabhängiges Fachgremium (eine „jury“, sprich Schürih) den Swiss Exhibition Award 2009 dem Kunsthaus Glarus für die Ausstellung „Sooner Rather Than Later“ (sprich „suhner räiter tän läiter“) von Kilian Rüthemann zuerkannt.
Ausschlaggebend waren sowohl das überzeugende Konzept wie auch die herausragende Realisierung der Ausstellung.
Das Zusammenspiel zwischen dem Kunsthaus Glarus – Sabine Rusterholz und ihre Mannschaft (ihr „team“) – und dem Künstler Kilian Rüthemann mit seiner situationsspezifischen Arbeitsweise hat eine Ausstellung ermöglicht, die im Konzept komplex und technisch anspruchsvoll war.
In ihrer Ausführung strahlte sie dennoch Leichtigkeit aus und wurde bis in die Details genau umgesetzt.
Das Kunsthaus Glarus erhält den Preis, weil es mit dieser Ausstellung einmal mehr exemplarisch gezeigt hat, wie professionell und selbstverständlich sich der internationale Kunstdiskurs auch an peripherer Lage führen läßt, wenn eine kleine Museumsmannschaft eine Vision mit dem Künstler gemeinsam umsetzt.
An der öffentlichen Feier im Zürcher Schiffbau überreichten die Stiftung Julius Bär und das BAK das Preisgeld in der Höhe von CHF 40’000 sowie eine handgefertigte Sitzbank als praktische und sichtbare Trophäe an die Kunsthausdirektorin Sabine Rusterholz. Das Preisgeld investiert Sabine Rusterholz in neue Projekte und Publikationen.
Die Julius Bär Stiftung und das BAK verleihen den „Swiss Exhibition Award“ zum zweiten Mal. Der Preis würdigt die besondere Tätigkeit des Ausstellungsmachens und regt zu einer Diskussion über Gegenwartskunst und zeitgemäße Formen der Kunstvermittlung an.
Das Augenmerk der Jury liegt dabei auf dem vielfältigen und komplexen Wechselspiel zwischen Institution, kuratorischer und künstlerischer Leistung, Ausstellungsobjekt, Raum, Ort und Publikum.
Sabine Rusterholz
Sabine Rusterholz (*1973) lebt in Zürich und ist seit 2008 Direktorin am Kunsthaus Glarus. Sie studierte Kunstgeschichte, Soziologie und Ethnologie an der Universität Zürich und der Freien Universität Berlin. Vor ihrem Engagement in Glarus arbeitete sie am Kunstmuseum Solothurn und am migros museum für Gegenwartskunst Zürich.
Kilian Rüthemann
Kilian Rüthemann (*1979) lebt in Basel. Er absolvierte eine Berufslehre als Steinbildhauer und studierte an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel im Bereich Bildende Kunst Medienkunst.
Er hat zahlreiche Preise und Stipendien gewonnen und zeigte seine Arbeiten in einer Reihe von Einzel- und Gruppenausstellungen, etwa dem Museum für Gegenwartskunst Basel (Manor Kunstpreis Basel), dem Istituto Svizzero in Rom, dem Kunsthaus Glarus oder an der 5. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst.
Publikation als Beilage im Kunstbulletin Nr. 6, Juni 2010
Zur Preisverleihung erscheint eine Publikation, herausgegeben von BAK und Julius Bär Stiftung, mit Essays von Barnaby Drabble, freier Kurator, Kunstwissenschaftler und Autor, Marc-Olivier Wahler, Direktor des Palais de Tokyo in Paris, einem Interview mit den Preisträgern, einem vertiefenden Text zur Shortlist sowie dem Jurybericht. Gestaltung: Gavillet & Rust, Genf. Die Publikation wird dem Kunst-Bulletin Nr. 6, Juni 2010, beigelegt.
Swiss Exhibition Award – Nominationen
– Utopics, 11. Schweizer Plastikausstellung, Biel (Gruppenausstellung)
– Fri-Art, Fribourg; Im Dunkeln sieht man die Licht (David Renggli)
– Kunsthaus Glarus; Sooner Rather Than Later (Kilian Rüthemann)
– Kunstmuseum Solothurn; Die Haltlosigkeit des Raumpflegers Antonio Gracia Alberto (Mario Sala)
– Kunstmuseum Thun; Your Shirt on My Chair (Claudio Moser)
– Mamco, Genf; Pierre Vadi, Scalps & Christian Dupraz
– Musée Jenisch, Vevey; Silvia Buonvicini, Veines
Swiss Exhibition Award – Juryzusammensetzung
Véronique Bacchetta, Centre d’édition contemporaine, Genève; Barbara Basting, Schweizer Radio DRS, Basel; Koni Bitterli, Kunstmuseum St. Gallen; Mariapia Borgnini, Künstlerin, Lugano; Andreas Fiedler, Freier Kurator und Kunstkritiker, Bern; Françoise Jaunin, journaliste, Lausanne; Claudia Jolles, Chefredaktorin Kunstbulletin, Zürich; Hans Rudolf Reust, Präsident Eidg. Kunstkommission, Bern; Claude-Janine Ritschard, historienne d’art, Genève; Noah Stolz, La Rada edizione & spazio culturale, Locarno; Max Wechsler, Kunstpublizist & Übersetzer, Luzern sowie Christian Zingg, Geschäftsführer Julius Bär Stiftung, Zürich.
Eine Zusammenarbeit der Julius Bär Stiftung und des BAK
Mit dem Swiss Exhibition Award sind die Julius Bär Stiftung und das BAK eine ,Public Private Partnership“ eingegangen. Das Engagement der Julius Bär Stiftung steht im Rahmen der gesellschaftlichen Verantwortung des Unternehmens gegenüber der Kultur, im Speziellen der Bildenden Künste. Als öffentliche Institution verstärkt das BAK mit diesem Award seine Fördertätigkeit mittels Preisen und Auszeichnungen im Bereich der Vermittlungsarbeit.
Über die Julius Bär Stiftung
Ein Teil des kulturellen Engagements der Julius Bär Gruppe wird von der Julius Bär Stiftung wahrgenommen. Eine fokussierte Ausrichtung, breite personelle Abstützung im Stiftungsrat sowie eine fachliche wie auch sachliche Selbständigkeit legt die Grundlage für das langfristige sozio-kulturelle Engagement der Julius Bär Gruppe. Die Julius Bär Stiftung wurde 1965 gegründet. Als Stiftungszweck wurden ,Kultur und Kunst in allen Formen, Wissenschaften sowie karitative und soziale Anliegen“ definiert. Zurzeit liegt das Hauptaugenmerk auf Projekten unter dem Thema Jugend. Des Weiteren erhalten kulturelle Vorhaben sowie karitative Projekte Unterstützung.
Über das BAK
Das BAK fördert das kulturelle Leben in seiner Vielfalt und sichert dessen unabhängige Entwicklung. Es fördert das künstlerische Schaffen, besonders die Sparten Film, bildende Kunst und Design. Weiter unterstützt und fördert das BAK die Ausbildung junger Auslandschweizerinnen und -schweizern und setzt sich für die Anliegen der verschiedenen Sprach- und Kulturgemeinschaften ein. Zudem wahrt es die Interessen des Ortsbildschutzes, der Denkmalpflege sowie der Archäologie und formuliert die Kulturpolitik des Bundes.
Um diese Aufgaben zu erfüllen, gliedert sich das BAK in die zwei Bereiche «Kulturerbe und Vermittlung» sowie «Kulturschaffen und Kulturelle Vielfalt». Es gehört zum Eidgenössischen Departement des Innern.
…das ist aber interessant, waren wir gestern abend wirklich an der gleichen
Veranstaltung? Ich wähnte mich an einer Preisverleihung für Kunstinstitutionen
und nicht wie Sie meinen, an einem öffentichen Exibtionisten-Treffen.
Ihre Wortspiel ist trotzdem äusserst amüsant ob nun gewollt oder eher ungewollt…
An einer Preisverleihung für Kunstinstitutionen? Wohl eher einer Preisverleihung für Sprachvergewaltiger.
Sehen Sie meinen Beitrag doch als Kunst bzw. Sprachkunst. Hier stellt sich der der denglische Sprach-Unfug in Form des dämlichen Preisnamens „Swiss Exhibition Award“ sozusagen fast schon selbst bloß. Ganz schön exhibitionistisch sozusagen.
Bei der Schaffung eines Namens für einen Kunstpreises sollte man doch genug Kreativität besitzen, sich in den schönen Schweizer Landessprachen ausdrücken zu können? Im Übrigen: Wie würden Sie es denn eigentlich übersetzen?
Zum Thema kreativloses Denglisch und dazu wie es ankommt, siehe auch diesen Beitrag zur in kreativlosem Denglisch schwelgenden Werbefirma Rod Kommunikation von Regula Fecker: https://schweizblog.ch/?p=887
Vielen Dank an den namenlosen Verfasser (admin) dieses Textes in diesem schönen Blog. Ich bin gerade darüber gestolpert. Schade nur, dass sich bereits in der Bildlegende dieses feinen deutschen Textes zwei Orthographiefehler finden. Zudem möchte ich sie darauf hinweisen, dass es sich beim Titel der Ausstellung wie auch des Preises um englische Sprache handelt, die manchmal dazu benutzt wird um sich mit englischsprachigen Menschen sowie deutschsprachigen Personen mit Englischkenntnissen auszutauschen. Vielleicht ziehen sie es in Erwägung, auch eine andere Sprache als nur die eine der vier Schweizer Landessprachen zu erlernen. Sie werden es mit interessanten Leuten zu tun bekommen und vielleicht auch Bezeichnungen verstehen die nicht direkt etwas mit der deutschen Sprache zu tun haben. Mit freundlichen Grüssen Kilian Rüthemann
Spricht es für die Intelligenz und Phantasie des Kommentarverfassers, daß er ironische Sprachspiele in der Überschrift nicht erkennt? (Zitat: „Schade nur, dass sich bereits in der Bildlegende dieses feinen deutschen Textes zwei Orthographiefehler finden.“)
Spricht es für die Intelligenz des Kommentarverfassers, daß er unterstellt, jeder, der Denglisch kritisiert, könne kein Englisch? (Zitat: „Vielleicht ziehen sie es in Erwägung, auch eine andere Sprache als nur die eine der vier Schweizer Landessprachen zu erlernen.“)
Ich spreche gerne Englisch mit Amerikanern oder Engländern oder auch mit anderssprachigen Leuten, wenn ich mich verständigen will.
Abstoßend hingegen ist das ätzende „sale“ in Schaufenstern im deutschsprachigen Raum und sowohl abstoßend als auch gleichermaßen phantasielos ist Denglisch in der Kunst.
Künstlern und solchen, die welche sein wollen, schwelgen in wichtigtuerischem Denglisch. Je weniger sie draufhaben und können, desto mehr Denglisch.
Das stumpfsinnige „Argument“, das der Kommentarverfasser hier als Grund für Denglisch zu bringen versucht, spricht für sich selbst: „Zudem möchte ich sie darauf hinweisen, dass es sich beim Titel der Ausstellung wie auch des Preises um englische Sprache handelt, die manchmal dazu benutzt wird um sich mit englischsprachigen Menschen sowie deutschsprachigen Personen mit Englischkenntnissen auszutauschen.“
Also will der Kommentarverfasser erklären, daß die überwiegende Zahl der Ausstellungsbesucher der Ausstellung in Glarus englische Muttersprache haben?
Ich nehme kaum an, daß das zutrifft.
Wie häßlich ist es doch für einen Engländer, einen Amerikaner oder andere Leute, die aus dem Ausland in die Schweiz reisen, hier mit stumpfen Denglisch konfrontiert zu werden. Man stelle sich mal vor, man reise in ein fernes Land, Tibet oder Rußland und überall stünde alles in anbiederndem Deutsch angeschrieben.
Folgt man der „Argumentation“ von Rüthemann, so müßte man die Landessprachen der Schweiz abschaffen, die Sprachen Europas usw. usf. und in allen Ländern Englisch einführen. Schöne neue Welt. Und sowas aus der Kunstecke…
Hier noch ein Verweis für den Kommentator: http://www.Spottlight.ch
Bildlegende: „Das Kunsthaus Glarus bekam den Schweizer Exhibitionsten-Preis („Swiss Exhibition Award“) und ehrte damit den in Denglisch schelgenden „Künstler“ Kilian Rüthemann“. Finden sie die zwei Orthographiefehler? Wenn sie hier als Sprachkünstler und Wortkomiker auftreten, erwarte ich eine perfekte Rechtschreibung.
Gerne diskutiere ich mit ihnen unsere unterschiedlichen Ansichten von Sprachgebrauch aber nicht auf diesem Niveau. Bitte bleiben sie sachlich und hüten sie sich vor Beleidigungen.
Mit besten Grüssen
Kilian Rüthemann
Es tut mir wirklich leid, daß ich Sie schon wieder korrigieren muß. Aber der Vorwurf, daß ich die Rechtschreibung nicht beherrsche bzw. Rechtschreibfehler mache ist ebenso falsch wie die Unterstellung, daß ich kein Englisch kann.
(Zitat 1: “Schade nur, dass sich bereits in der Bildlegende dieses feinen deutschen Textes zwei Orthographiefehler finden.”)
(Zitat 2: “Finden sie die zwei Orthographiefehler? Wenn sie hier als Sprachkünstler und Wortkomiker auftreten, erwarte ich eine perfekte Rechtschreibung.”)
Es handelt sich bei den von Ihnen angeführten beiden Fehlern nicht um Orthographiefehler bzw. Rechtschreibfehler, sondern – wie ganz offensichtlich ist – um Tippfehler.
Diese beiden gibt es bzw. gab es allerdings und sie sind nicht schön, das gebe ich zu. Daher korrigiere ich sie auch gleich, damit keine Künstler und andere Leser daran Anstoß nehmen können :-)
Zum Thema Denglisch möchte ich an dieser Stelle gerne noch Udo Lindenberg zitieren:
„In einer Welt der Globalisierung müssen wir darauf achten, daß die Welt bunt bleibt.“
Dieses Udo Lindenberg-Zitat sollten sich einige Künstler oder Menschen, die Künstler sein wollen (wer einer ist, darüber streiten sich ja die Experten. Und andere streiten sich wieder darum, wer Kunstexperte ist oder nicht…) zu Herzen nehmen.
Noch kurz etwas zu dieser untigen (fett-markiert) Äußerung, die ich bei der ersten Reaktion noch nicht beantwortet hatte. Zitat: „Gerne diskutiere ich mit ihnen unsere unterschiedlichen Ansichten von Sprachgebrauch aber nicht auf diesem Niveau. Bitte bleiben sie sachlich und hüten sie sich vor Beleidigungen.“
Jemanden zu unterstellen, er könne kein Englisch, nur weil er Denglisch kritisiert, ist auch nicht gerade sachlich. Ich möchte Sie mit meiner Äußerung, daß ich diese Schlußfolgerung nicht für sehr klug halte, nicht beleidigen, aber es doch wirklich so, daß solch eine Unterstellung nicht sehr intelligent und durchdacht ist. Ein schlichtes Vorurteil.
Die Reaktion darauf war aber keinesfalls als persönlicher Angriff gegen Sie gemeint. Doch bei einer solch süffisant und herablassend daherkommenden Bemerkung bzw. (leider unzutreffenden) Belehrung müssen Sie doch auch akzeptieren, daß in einem ähnlichen Ton reagiert wird. Insofern finde ich es übersensibel, gleich von Beleidigungen zu sprechen.
Hier noch mal Ihre Äußerung im ersten Kommentar:
„Vielleicht ziehen sie es in Erwägung, auch eine andere Sprache als nur die eine der vier Schweizer Landessprachen zu erlernen. Sie werden es mit interessanten Leuten zu tun bekommen und vielleicht auch Bezeichnungen verstehen die nicht direkt etwas mit der deutschen Sprache zu tun haben.“