Damnatio memoriae (lateinisch für „Verdammung des Andenkens“) bedeutet die Verfluchung und demonstrative Tilgung des Andenkens an eine Person durch die Nachwelt. Der Begriff bezieht sich vor allem auf Handlungen im Römischen Reich, ist selbst aber eine moderne Neuschöpfung der lebendigen Sprache Latein. In der Antike selbst hieß es „abolitio nominis“.

Stalin war ein großer Experte der Damnatio meoriae: Im großen Rahmen wurden insbesondere Fotografien und Gemälde nachträglich retuschiert, um Menschen, mit denen der Gewaltherrscher nicht mehr abgebildet werden sollte, aus dem kollektiven Gedächtniß zu löschen. Oft waren es getötete Personen, die den berüchtigten stalinistischen Säuberungen zum Opfer fielen oder einfach anderern Meinung waren wie Leo Trotzki.

Sie glauben, solcherart geführter Meinungskrieg und Gesinnungsterror sei heute nicht mehr möglich? Weit gefehlt.

Deutschland verfällt im Zeitalter des Gesinnungsterrors dem Damnatio memoriae, dem politisch angeordneten Vergessen.

„Tugendwächter der Sprachpolizei ermittelten in dem farbenfrohen Kinderbuch „Die kleine Hexe“ von Otfried Preußler innerhalb einer Gruppe von Kindern, „die sich zu Fasching verkleidet hatten“, auch ein „Negerlein“. Ebenso sollen „Chinesenmädchen und Türken“ in dem 1958 mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichneten Machwerk vorkommen.“

Schreibt ein deutscher Blog mit dem geschmacklosen Namen „Eulenfurz“, doch inhaltlich hat er zweifellos recht: weiterlesen

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