Satellitenfoto Afrika
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Währund in der Schweiz die Deza immer noch mit vollen Armen Gelder nach dem Gießkannenprinzip ausschüttet und ein Skandal den anderen regelrecht jagt, gibt es in Schweden neue Einsichten, die bisher politisch tabu waren:

Nach einem weiteren Veruntreuungsskandal hat die schwedische Entwicklungsministerin Carlsson Selbstkritik geübt und zu einer Debatte über den Zusammenhang von Korruption und Hilfe aufgerufen. Schweden ist eines der grosszügigsten Geberländer.

Auslöser der Frustration und Konsternation der Ministerin war ein im Frühling aufgeflogener Betrugsfall in Sambia. Eine Untersuchung hatte gezeigt, dass im sambischen Gesundheitsministerium von Anfang 2008 bis Mai 2009 umgerechnet 7,5 Millionen Franken veruntreut worden waren. Ein bedeutender Teil dieses Geldes stammte aus Schweden. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass es schon zuvor zu systematischer Veruntreuung gekommen war. Ministerin Carlsson zeigte sich sehr enttäuscht, aber nicht überrascht über die Unterschlagung von Geldern im grossen Stil. Zudem ist die Veruntreuung in Sambia kein Einzelfall; auch anderswo sind Hilfsgelder in die falschen Taschen geflossen.

Gunilla Carlsson fordert dazu auf, der Wirklichkeit in die Augen zu sehen. Dies bedeute nicht, dass Korruption akzeptiert werden müsse. Vielmehr gelte es, über die Prämissen der Entwicklungshilfe zu debattieren und auch heikle Fragen zu stellen. Zum Beispiel, ob Hilfeleistung vielleicht ein Teil des Problems Korruption sei und nicht ein Teil von dessen möglicher Beseitigung. Die Chefin des schwedischen Instituts für die Evaluation der Entwicklungszusammenarbeit hat von Carlsson den Auftrag erhalten, in 100 Tagen zehn konkrete Vorschläge auf den Tisch zu legen, wie Entwicklungshilfe angesichts der allgegenwärtigen Korruption effizienter geleistet werden kann. Mit ihrer offenen Kritik und Selbstkritik rührt die frühere EU-Parlamentarierin Carlsson an einem der einst sakrosankten politischen Bereiche Schwedens. Manche Beobachter hoffen, dass Carlssons Vorstoss die verhärteten Fronten zwischen Befürwortern und Gegnern von Entwicklungshilfe aufbrechen und die Aufmerksamkeit auf die Frage lenken kann, wie Entwicklungshilfe effizienter geleistet werden kann.

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