Wer denkt, daß dies ins tiefste Mittelalter gehört, sollte wissen:
Heute vor 36 Jahren starb in Frankreich der letzte Mensch auf diese grauenhafte und inhumane Art.

Unter einer Guillotine.
In der EU gibt es auch heute noch die „Guillotine“.
Bei jeder Abstimmung, welche auch EU-Themen betrifft, droht man dann damit einem souveränen Land, das erfolgreicher ist als die EU und das man nicht ertragen kann, weil es der EU aufzeigt, daß einiges falsch läuft.
Es gibt eine „Abstimmung mit den Füßen“. Jedes Jahr kehren viele Leute der EU den Rücken und wollen in die Schweiz. Aus Portugal, aus Spanien, aus Polen, aus Deutschland, aus Frankreich, Italien, Rumänien, Bulgarien und und und.
Wie gerne würde die EU die Schweiz zwingen, sich ihr anzuschließen.
Die EU hat hierin keine Argumente. Also nimmt man Drohungen. Bei jeder Abstimmung mit bezug zur EU.
Es stimmt sehr traurig und nachdenklich, wieviel Angst offenbar die EU hat, wenn es um berechtigte und sachliche Debatten geht. Ganz unabhängig davon, wie man zur Masseneinwanderungsinitiative steht.
Genüßlicher noch werden die EU-Drohungen bezeichnenderweise dann ausgeschlachtet von den Politikern im Inland, die pro EU sind. Über 80% aller Schweizer lehnen einen EU-Beitritt zwar ab, das hindert Politiker aber nicht daran, sich gegen den Volkswillen zu stemmen. Diese versuchen bei jeder Abstimmung, die auch EU-Themen betrifft, dem Stimmvolk einzureden:
Wenn ihr nicht gefügig und „richtig“ abstimmt, so wie es die EU will, dann kommt die Schweiz unter die Guillotine.
Zeit, einmal über diese permanenten Drohungen aufzuklären.
Die EU wird im Übrigen nie die Guillotine-Klausel anwenden. Daran besteht gar kein Interesse seitens der EU, die Milliardenzahlungen von der Schweiz erhält. (und wenn sie es machen würde, würde die Schweiz nur Vorteile dadurch haben)
Bei vielen anderen Gelegenheiten kam auch immer und immer wieder gebetsmühlenwartig diese hohle und perfide Drohung, z. B. bei grausamen Schlachttiertransporten. Die Schweiz ist das einzige Land, in welchem bestimmte – wirklich grausame – EU-Tiertransporte verboten sind: http://www.lukas-reimann.ch/ger_details_558/Gegen_EU-Schlachttiertransporte_Es_geht_vorwaerts.html
Damals hieß es auch, Guillotine!
Die Schweiz muß alles mitmachen, was die EU will, ansonsten Guillotine. Die Schweiz muß sich fügen, auch, wenn es Unrecht und schlecht ist.
Doch die Schweiz ist nunmal nicht EU-Mitglied und ein souveränes Land. Etwas, das von vielen EU-Staaten nicht mehr gesagt werden kann.
Das ständige Drohen der EU führt nur zum Gegenteil. Es kann kaum noch jemand die Drohungen hören, denen nie Taten folgten.
Bei einer Annahme der Masseneinwanderungsinitiative wären die sechs weiteren Verträge der bilateralen Abkommen I gefährdet, heißt es seitens der Globalisierungsvertretung EconomieSuisse, welche gern noch mehr günstige Arbeitskräfte aus EU-Ländern holen will. Wird also ein Abkommen gekündigt, fallen die übrigen automatisch auch weg, wird gelogen.
Es ist eine Lüge, denn:
Wäre es so, dann wären die Bilateralen Verträge ja schon längst Geschichte. Allein um beim obigen Beispiel Tiertransporte zu bleiben: Warum gibt es nun noch die Bilateralen Verträge?
Unabhängig, wie man zur sog. Masseneinwanderungsinitiative steht: Das Geschwafel von einer angeblichen Kündigung der Bilateralen Verträge sollte man dort einordnen, wo es hingehört. In die Welt der Märchen.
Märchen werden übrigens auch erzählt hinsichtlich angeblicher Kosten. Keine Lüge erscheint zurzeit zu billig, als daß man sie nicht verbreitet.
Die extreme Art, wie Lügen und mit Drohungen unterfütterte Abstimmungsaufforderungen aufgetischt werden, könnte dazu führen, daß letztendlich die Initiative angenommen wird.
Denn kein Mensch glaubt mehr das angebliche „wenn Du nicht richtig abstimmst, kündigt die böse EU alle Bilateralen Verträge?“
Warum hat sich es nicht nach jeder Abstimmung, bei der aus Sicht der EU „falsch“ abgestimmt wurde, getan?
Wozu führen die massiven Lügen von Verbänden der Wirtschaft und Gewerkschaften und anderen EU-Turbos?
Wie glaubwürdig ist es, wenn auf einmal die Gewerkschaften ins gleiche Horn tuten wie die Gloabisierungsinteressenvertretung EconomieSuisse?
Massive Lügen führen oft zum Gegenteil. Gegenwärtig ist es so, daß die in Umfragen vor einigen Wochen von Journalisten noch als „chancenlos“ bezeichnete Masseneinwanderungsinitiative plötzlich ungeahnte Zustimmung erfährt.
Politologe Claude Longchamp nennt aktuelle Entwicklung der Meinungsbildung „unüblich“. Normalerweise würden Initiativen eher an Zustimmung verlieren, so es auf die Abstimmung zugeht.
Longchamp äußert, die Entwicklung der Meinungsbildung enthalte „Zeichen eines Protestvotums“.
Zuviel Druck und offensichtliche Lügerei kann also zum Gegenteil führen. Die Gegner der Volksinitiative täten gut daran, sich bei Lügen und Propaganda zu mäßigen.
Und die EU täte gut daran nicht fortgesetzt zu erpressen á la „Wenn Du nicht so stimmst, wie die EU es will, drohen wir Dir mit negativen Konsequenzen.“
Wer gerne Märchen liest, sollte nicht „Argumente“ zur Masseneinwanderungsinitiative lesen, sondern lieber Hans-Christian Andersen.