Wir leben im Zeitalter der Dematerialisierung.

Dinge werden digital.

Auch Filme betrifft dies, genauso wie Fotos.

Was nicht digital ist, wird heute nicht mehr wahrgenommen. Es existiert schlichtweg nichtmehr.

Wer etwa früher in einer Videothek (gibt es sowas noch?) nach Filmen suchte, der klickt heute im Internet rum.

Wer Filme von vergangenen Zeiten sucht, bei denen sich niemand entschlossen hatte, sie zu digitalisieren, der wird sie nicht mehr finden.

Neulich war ich in einer Brockenstube in Thusis im Domleschg.

Die Besitzerin erklärte mir, daß Videokassetten nicht mehr laufen würden und nichtmal mehr CDs.

Was auch nachvollziehbar ist.

Viedeokassetten: Wer solche noch auf dem Dachboden findet oder sonstwie besitzt, er wird in der Regel kein Abspielgerät, keinen Videorekorder für die Kassetten haben.
Viedeokassetten: Wer solche noch auf dem Dachboden findet oder sonstwie besitzt, er wird in der Regel kein Abspielgerät, keinen Videorekorder für die Kassetten haben.

Denn bei einem Besuch im Kulturarchiv Cazis in Tartar auf der Talseite Heinzenberg (Talschaft Domleschg) erklärte man mir, daß selbst CDs nicht mehr aktuell sein würden und man nun alles von CDs neu sichern müßte.

Und es stimmt.

Denn welcher Compi, welches mobile Gerät wie ein „laptop“ hat heutzutage noch ein CD-Laufwerk?

Die liebevoll gesicherten Kulturdaten sind genauso verloren wie jene Filme die auf Videokasseten vorhanden sind. Denn selbst, wenn diese nicht entsorgt wurden, noch da-sind: Wer hat dafür noch ein Abspielgerät?

Wer besitzt noch sowas wie einen Videorekorder für alte Filme geschweige denn die platzverschlingenden Videokassetten?

Beispiel DDR

Wer als in der DDR Aufgewachsener den Kindern und Enkelkindern zeigen will, was ein Trabi war, kann dies kaum noch tun, wenn er hierfür alte Filme zeigen will:

20 Jahre mußte man auf solch ein Auto warten
20 Jahre mußte man auf solch ein Auto warten in der DDR, aber wo kann man noch Filme sehen in denen es einen Trabi gibt?

Alle Leute, die in der DDR, die von der BRD geschluckt wurde, gelebt hatten, kennen die Digitalisierung zum damaligen Zeitpunkt noch nicht.

Insofern ist es kaum verwunderlich, daß Filme aus der Zeit der DDR kaum auffindbar sind im Netz.

Wobei es so ist wie oft im Leben, daß manche Anbieter solche Lücken entdecken und etwas ins Sortiment nehmen, anbieten.

So wird etwa auf TopUseNet geschrieben:

„Vor allem im Märchen-Genre gibt es viele Top Produktionen, die im Vergleich zu anderen deutschen Filmen, der Zeit teilweise voraus waren. Hier wurde besonders deutlich, daß mitunter auch mit kleinem Budget Großes bewirkt werden konnte.

Wer erinnert sich nicht an Filme wie, die Geschichte vom kleinen Muck, das singende klingende Bäuchen, oder „Das kalte Herz“?

Bildschirmfotoausriß: TopUseNet.de

Also gibt es offenbar eine Menge Leute aus der ehemaligen DDR, sid nach solchen Filemn suchen in digitaler Form, auch, wenn es sie eigentlich nicht mehr gibt.

Solchen Digitalisieren von historischen Filmen kommt wohl zugleich auch eine zeitarchivarische Rolle zu, sichern sie doch vergangenes kulturelles Erbe und tragen es in die digitale Form herüber, sodaß ältere Leute, die in der DDR großgeworden und aufgewachsen sind, auch heute noch ihren Kindern und Enkelkindern solche Filme zeigen können und nicht bloß davon erzählen können.