Die Vorwürfe der Homophobie, welche von Qualitätsjournalisten der Qualitätsmedien von Tamedia (20 Min u. Tagi namentlich) und Ringier (Blick) gegenüber der Heilsarmee kolportiert wurden, werden zwischenzeitlich in ganz Europa breitgewalzt.

Gegenstimmen gibt es nicht bzw. wenn aus höchstens unerwarteter Ecke, denn bei so einem Thema kann man sich natürlich leicht die Finger verbrennen bzw. in Ecke gestellt werden, in der man gar nicht steht.

Es fragt sich dennoch: Was ist an den Vorwürfen dran und was ist eigentlich von den Vorwürfen zu halten?

Treffen Sie zu?

Nach der Logik der im Fall Heilsarmee wegen angeblicher Homophobie schreibenden Journalisten müßte z. B. die Vegane Gesellschaft im Kader einen bekennenden Fleischliebhaber dulden. Sonst wäre es Diskriminierung.
Nach der Logik der im Fall Heilsarmee wegen angeblicher Homophobie schreibenden Journalisten müßte z. B. die Vegane Gesellschaft im Kader einen bekennenden Fleischliebhaber dulden. Sonst wäre es Diskriminierung.

Die Heilsarmee ist eine christliche Organisation, welche sich nach eigenen Angaben nach der Bibel ausrichtet.

Mit dem gleichen Argument, hier würde angeblich diskriminiert, könnte man auch einer Veganer-Organisation heuchelnd Diskrimierung vorwerfen im Falle dessen, daß diese als Kadermitglied keinen bekennenden Fleisch-Liebhaber akzeptieren möchte.

Die Organisation von "Schweizer Fleisch" müßte im Kader einen bekennenden Veganer akzeptieren nach der "Logik" der Schweizer Qualitätsjournalisten von Tamedia und Ringier
Die Organisation von „Schweizer Fleisch“ müßte im Kader einen bekennenden Veganer akzeptieren nach der „Logik“ der Schweizer Qualitätsjournalisten von Tamedia und Ringier

Oder man könnte auch der Organisation hinter Schweizer Fleisch fordern, sie müssen akzeptieren, daß ein Kadermitglied von ihr ein aktiver Veganer ist und dies auch öffentlich propagiert, daß man kein Fleisch essen soll.

Kein Mensch, der bei gesundem Verstand ist, würde dies fordern. Komischerweise gilt in punkto Heilsarmee seitens der Journalisten eine andere Logik, der Verstand scheint hier anders zu funktionieren.

Logik von Schweizer Journalisten: Also müßte ein Anti-Pelz-Verein auch eine Pelzträgerin als Kader akzeptieren... (Bild: Pelz24.ch)
Logik von Schweizer Journalisten: Also müßte ein Anti-Pelz-Verein auch eine Pelzträgerin als Kader akzeptieren… (Foto Blaufuchs-Pelzmantel: Pelz24.ch)

Oder nehmen wir eine Tierschutz-Organisation, die sich gegen Massen-Tierhaltung wendet:

Sie müßte nach der Logik der Schweizer Qualitäts-Journalisten, welche gerade unter dem Dach von Tamedia (20 Min + Tagi)  und dem Dach von Ringier (Blick) über die Heilsarmee herfallen, akzeptieren, daß ein Kadermitglied sich privat an einer Massentierhaltungsfirma beteiligt.

Oder eine Anti-Pelz-Organisation müßte nach dieser „Logik“ klaglos und mit aller Selbstverständlichkeit eine Frau als Kadermitglied dulden, welche öffentlich Pelz trägt und sich im Pelzmantel zeigt.

Wie wenig da Toleranz bei namentlich linken Organiationen herrscht, hat man erst jüngst bei den äußerst aggressiv seitens Sigmar Gabriel vorgetragenen öffentlichen Rücktrittsforderungen sehen können, welche er gegen das nach seiner Ansicht gegen die Parteilinie verstoßende SPD-Mitglied Thilo Sarazzin richtete.

Die Grüne Partei müßte nach der Logik der Journalisten also ein Kadermitglied akzeptieren, das öffentlich für die Atomlobby eintritt. Es wäre kaum anzunehmen, daß sie das täte. Also wäre das Diskriminierung?

Höchststrafe für Bastian Girod: Ruth Genner stellt ihn in die rechtsradikale Ecke (Foto: Blick)
Höchststrafe für Bastian Girod: Ruth Genner stellt ihn in die rechtsradikale Ecke (Foto: Blick)

So ein Unsinn! Aber bei der Heilsarmee ist das natürlich so.

Wie sensibel – ja regelrecht schizophren – gerade Parteien des linken Spektrums gegen auch nur leichte Abweichungen reagieren (Verrat! Verrat!) mußte jüngst zum Beispiel Bastian Girod erfahren. Er wurde als „rechtsradikal“ öffentlich von Ruth Genner gebrandmarkt. Was er sicher nicht ist, aber dieses – und viele weitere Beispiele – zeigen, wie intolerant gerade linke Parteien sind, wenn es um offene Debatten geht oder auch nur minimale Abweichungen.

Hier wird in Fällen wie oben sofort die Nazikeule rausgeholt. Und genußvoll zugeschlagen. Offene Diskussion ist verboten. Von wegen Toleranz.

Gerade bei linksgerichteten Organisationen hat diese Intoleranz Methode. Auch bei nur leichten Gesinnungsabweichungen. Freie Meinung? Verboten!

Man erinnere nur die Attacken, welche gegen Wolfgang Clement in der deutschen SPD geritten wurden (bis er schließlich – anders als Thilo Sarazzin – von selbst ging). Die Liste der Intoleranz ließe sich fortsetzen.

Daher wären gerade Journalisten von linksausgerichteten Medien wie Tamedia oder Ringiert gut beraten, sich einmal an die eigene Nase zu fassen, bevor sie auf andere medial einschlagen und sie brandmarken.

Vielleicht geht hier weniger um eine angeblich homophobe Heilsarmee sondern vielmehr um christophobe Journalisten.