Wer noch nicht von Wikipedia vergrault wurde, erfährt es laufend und wer schon vergrault wurde, weiß es auch.
Es wimmelt nur so von Relevanz-Heinis auf Wikipedia. Selbst wichtige Sachen werden als irrelevant infrage-gestellt, wobei die Relevanz-Keule meistens dazu dient, Sachverhalte, die nicht gefallen, nicht zuzulassen.
Beim deutschen Wikipedia ist dies alles, was nicht politisch korrekt ist oder nicht einer links-alternativen Weltanschauung oder wenigstens einer EmanzInnen-Gender-Weltanschaung entspricht, unwillkommen. Dabei geht es bei einem Lexikon ja um Fakten und Tatsachen bzw. sollte darum gehen. Und nicht um Weltanschauung.
Die Relevanz-Kriterien werden nur zuoft benützt, um mißliebige Fakten und Tatsachen als angeblich irrelevant nicht erscheinen zu lassen und aus dem weltgrößten „Lexikon“ zu eliminieren. Das Weglöschen von Inhalten wegen angeblich fehlender Relvanz erinnert stark an George Orwells 1984 oder hat auch einen gehörigen Hauch von Bücherverbrennungen im Dritten Reich. Denn hätte es damals schon Internet gegeben, hätte man nicht Bücherverbrannt, sondern Internetinhalte gesäubert, von mißliebigen Tatsachen und Fakten bereinig, so wie es heute auf Wikipedia täglich geschieht. Die Weltwoche titelte erst kürzlich „Die dunkle Seite der Wikipedia“ und enthüllte, daß nur ein winziger Zirkel an Wikipedianern, eine eingeschworene Gemeindschaft, entscheidet, was rein darf und war nicht bzw. was relevant ist und war irrelevant.
Doch bei manchen Artikeln werden die Relevanz-Kriterien bei Wikipedia offenbar mehr als großzügig ausgelegt.
Gerade rief ich den Artikel „James Dean“ auf Wikipedia auf. Und wundere mich, was für eine schwülstige Abhandlung da einige Leute, die offenbar James Dean anhimmeln allein zu seinem Unfall-Tod verfaßt haben.
Es reichte hier nicht, zu schreiben, daß der Schauspieler verunfallt ist. Nein, es mußte sogar der Kaufpreis des Autos und allerlei völlig irrelevanter Quatsch im angeblichen „Lexikon“ aufgeführt werden. Jeder, der möchte, kann sich selbst ein Bild machen. Dies ist nur der Teil über den Unfalltod. Der ganze „Lexikon“-Eintrag ist ähnlich schwülstig mit völlig irrelevanten Dingen aufgepumpt. (siehe unten)
Beiträge zum Thema Wikipedia-Seriösität
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Früher Tod
Im September 1955 kaufte sich James Dean seinen zweiten Rennwagen, einen silberfarbenen Porsche 550 Spyder. Auf die Fronthaube des Wagens war die Nummer 130 lackiert, während auf dem Heck sein Spitzname Little Bastard stand, den ihm sein Dialogcoach Bill Hickman am Set von Giganten verpasst hatte. Von diesem Wagen waren 1955 insgesamt nur 90 Stück gebaut worden. 78 waren zum Verkauf ausgeschrieben und der Besitzer des Autohauses Competition Motors in Hollywood, John von Neumann, hatte fünf davon in die Vereinigten Staaten importieren lassen.
Für den Porsche 550 Spyder hatte Dean seinen alten 356 Speedster in Zahlung gegeben und noch 3.000 US-Dollar draufgelegt. Mit dem Wagen (der die Seriennummer 550-0055 hatte) wollte er am 1. Oktober 1955 an einem Autorennen in Salinas, Kalifornien, teilnehmen. Bei dem erforderlichen Check wurde Dean ein hervorragender Gesundheitszustand attestiert und der medizinische Bericht an die Sport Car Club of America (SCCA) weitergeleitet. Tage zuvor hatte Dean mit dem Wagen einen leichten Unfall am Sunset Boulevard gehabt, so dass der Porsche vor dem Rennen noch leicht repariert werden musste. In diesen Tagen besuchte er noch einmal seinen Vater, bei dem Marcus und Ortense Winslow zu Besuch waren.
Einer der Letzten, mit denen er am 30. September 1955 gesprochen hat, war der mit ihm befreundete motorsportbegeisterte Multimillionär Lance Reventlow, den er auf dem Weg nach Salinas traf. Ursula Andress erinnert sich gut an diesen 30. September, den Tag, an dem Dean verunglückte: „Morgens um sieben Uhr holte er mich zu Hause ab. Jimmy sagte: ‚Komm, wir fahren zusammen Richtung San Francisco‘.“ In diesem Moment sei John Derek, ihr späterer Ehemann, gekommen. „James sah John und wusste in diesem Moment, dass ich John Derek liebte. Er sagte ‚Okay, John, let’s take a drive‘ und raste mit John durchs Wohnviertel, um ein Gespräch unter Männern zu führen. Als er zurückkam, sagte er zu mir: ‚Ich weiß, dass du nicht mit mir kommst.‘ Und dann ging er weg.“ Ein paar Stunden später befand sich James Dean in der Abenddämmerung zusammen mit seinem Mechaniker Rolf Wütherich auf einem Highway nördlich von Los Angeles in der Nähe von Cholame. Ihnen folgten in einigem Abstand der mit ihm befreundete Bill Hickman und der Fotograf Sandy Roth, der für das Magazin Collier’s eine Fotoreportage über Dean abliefern sollte.
An der Kreuzung der California State Route 41 mit der California State Route 46 (♁⊙) bei Cholame kam Dean und seinem Beifahrer Wütherich ein Ford entgegen. Dessen Fahrer Donald Turnupseed bog nach mehrmaligem Beschleunigen und Abbremsen mit seinem Wagen unvermittelt nach links ab und nahm Dean die Vorfahrt (er habe Deans Porsche nach eigener Aussage nicht kommen sehen). Dean hatte die Scheinwerfer trotz Abenddämmerung nicht eingeschaltet und keine Zeit auszuweichen und fuhr ungebremst in den Ford. Wütherich wurde aus dem Fahrzeug geschleudert, der Porsche blieb in der Straßenböschung liegen. Beide Männer wurden in ein nahes Krankenhaus eingeliefert, bei Dean konnte dort nur noch der Tod festgestellt werden. Der 23-jährige Turnupseed hatte einen Schock erlitten und der Deutsche Wütherich Kiefer und Beine gebrochen.
Die berühmte Failure Analysis Associates in Menlo Park, Kalifornien, stellte den Unfall in allen Einzelheiten noch einmal an einem 30. September nach. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Geschwindigkeit von Deans Fahrzeug zum Unfallzeitpunkt 55 bis 56 Meilen (knapp 90 Kilometer) pro Stunde betragen haben musste. Damit war das Gerücht widerlegt, er sei mit stark überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen. Wahrscheinlicher war demnach, dass Turnupseed den Unfall durch sein ungewöhnliches Verhalten verschuldet haben könnte. Der damals zuständige Amtsrichter sprach ihn allerdings frei.
Dean hatte zwei Wochen vor seinem Tod am 17. September 1955 auf dem Filmset von Giganten für die National Safety Council einen Fernsehspot zum Thema Verkehrssicherheit aufgenommen. In seinem Cowboy-Outfit gab er Schauspieler Gig Young lässig mit Zigarette im Mund Antworten. Als Dean gefragt wurde, was er von Leuten hielt, die auf dem Highway rasen, antwortete er: „Früher bin ich auch ganz schön gerast und habe unnötig viel riskiert. Aber seit ich Rennen fahre, bin ich auf der Straße besonders vorsichtig geworden. Die Leute haben ja oft gar keine Ahnung, was für einen gefährlichen Mist sie bauen. Man weiß nie, was so ein Typ auf der Straße als nächstes tut. Auf dem Rennplatz gibt es viele Leute, die über neue Regeln und Sicherheitsmaßnahmen nachdenken. Ich bin in letzter Zeit sehr vorsichtig im Straßenverkehr. Ich habe überhaupt keine Lust mehr zu rasen. Es heißt, dass man als Rennfahrer gefährlich lebt, aber ich fordere lieber auf der Rennbahn das Glück heraus als auf dem Highway.“ Seine Abschiedsworte in dem Werbespot waren: „Fahrt vorsichtig! Vielleicht bin ich es, dem ihr damit eines Tages das Leben rettet.“
Einen Tag nach Deans Tod wurde sein Leichnam per Flugzeug nach Indianapolis überführt und am 9. Oktober auf dem Park Cemetery in Fairmount begraben.
James Deans Nachlass belief sich auf 105.000 US-Dollar. Der Großteil der Summe stammte aus einer Lebensversicherung, die Dean kurz vor seinem Unfall abgeschlossen hatte. Als Erbe wurde sein Vater Winton Dean gerichtlich festgesetzt.
Elizabeth Taylor berichtete später in einem Interview, James Dean habe ihr während gemeinsamer Dreharbeiten anvertraut, dass er in seiner Kindheit als Elfjähriger nach dem Tod seiner Mutter von einem Geistlichen sexuell belästigt worden sei.[1] Diese Erfahrung habe ihn sein Leben lang verfolgt.