Nicht alles, was gut gemeint ist, kommt auch immer gut an. Dies mußte jüngst erst ein südafrikanischer Journalist erfahren, der in einem Bericht des Lobes voll war für die deutsche National-Elf.

In der westlichen Welt wird Hitler normalerweise nur als Nazi-Keule benutzt, um politische Gegner zu verunglimpfen oder mundtot zu machen.

In Entwicklungsländern hingegen verbindet man Hitler häufig noch mehr mit den deutschen Tugenden:

Fußball-Star Bastian Schweinsteiger wurde von einer südafrikanischen Zeitung als „neuer Hitler“ gelobt. Das Lob kam in Deutschland aber nicht so gut an, wie vom Autor wohl beabsichtigt.

Voll des Lobes war der südafrikanische Journalist für Bastian Schweinsteiger: Er verglich ihn daher mit Adolf Hitler. Dieser Hitlervergleich kam allerdings nur begrenzt gut an...

Ein neuer ‹Führer› mit der Arbeitseinstellung von Stefan Effenberg und der furchterregenden Aura von Adolf Hitler hat das Kommando übernommen, so die südafrikanische Zeitung Sowetan in einem Text über die deutsche Mannschaft vor dem WM-Halbfinal gegen Spanien.

So jedenfalls steht es – wohlwollend gemeint – in einem Kommentar über die deutsche Fußball-National-Mannschaft geschrieben.

Und weiter war der Autor voll des Lobes für die Deutschen Tugenden Fleiß und Disziplin, die er wortreich schilderte: Der verletzte Kapitän Michael Ballack schlage „auf der Tribüne die Hacken zusammen“.

Die Welt berichtet: „Kgomotso Mokoena erschrak am Mittwoch, als er im Medienzentrum von Durban das Internet durchforstete und von der Resonanz las, die seine Geschichte in Deutschland ausgelöst hatte.“

Inzwischen hat sich der südafrikanische Journalist Kgomotso Mokoena für seinen Vergleich entschuldigt:

„Ich wollte Bastian Schweinsteiger damit wirklich nicht beleidigen, das war nicht meine Absicht. Falls ich das getan habe, entschuldige ich mich hiermit bei ihm, äußerte sich Mokoena gemäß der Internetausgabe der Zeitung „Die Welt“

„Ich war bei der WM 2006 in Deutschland und erst vor ein paar Wochen mit der südafrikanischen Nationalmannschaft noch einmal. Ich mag das Land, hatte eine schöne Zeit.“

Wie hysterisch sich die deutsche Presse auf alles stürzt, was irgendwie mit Nazi zu tun hat (Nazialarm), darüber schreibt auch der Medienjournalist Stefan Niggermeier:

Auf „Welt Online” ist in der Zwischenzeit ein gutes halbes Dutzend Artikel über die ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein und ihre Formulierung vom „inneren Reichsparteitag” produziert worden, routiniert angereichert mit einer 53-sekündigen Videodokumentation „So begann der zweite Weltkrieg”, einer 22-teiligen Bildergalerie über Leni Riefenstahl und einer 52-teiligen Klickstrecke „Etappen des Krieges in Europa”.

An einer anderen Stelle musste „Welt Online” seine Nazi-Content-Produktionsmaschine allerdings stoppen. Aus dem Artikel „Müller-Hohenstein spricht von ‘Reichsparteitag’” wurde klammheimlich ein ganzer Absatz entfernt, nämlich dieser:

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