Wir erinnern uns, wie der Skandal um die eingefädelte Wahl von Beglé zum neuen Postchef stattfand. Auch damals zog Moritz Leuenberger heimlich die Fäden.
Die besten Schlagzeilen damals:
«Eklat bei der Post» («10 vor 10»). «Weiterer Eklat an der Post-Spitze» («Tagesschau»). «Weiterer Eklat an der Post-Spitze» (NZZ). «Eklat bei der Post» (Der Bund). «Neuer Eklat» (Neue Luzerner Zeitung). «Eklat bei der Post» (Radio DRS). «Post-Eklat» (Die Südostschweiz). «Eklat beim Gelben Riesen» (St. Galler Tagblatt). «Weiterer Eklat bei der Post» (Basler Zeitung). «Noch ein Eklat» (Berner Zeitung). «Schon wieder Eklat bei der Post» (Blick).
Die Wahl des umstrittenen Publizisten Roger de Weck zum neuen SRG-Direktor kam nun für viele ebenfalls äußerst überraschend.
Kein Wunder, denn es gibt „Ungereimtheiten rund um die Wahl des neuen SRG-Generaldirektors Roger de Weck“ wie die Aargauer Zeitung berichtet.

Weiter meldet sie: „Die SRG bestätigt einen Vorwurf des Publigroupe-Chefs Hans-Peter Rohner. Das Profil für den SRG-Generaldirektor sei geändert worden.“
Bundesrat Moritz Leuenberger hat sich in die Wahl des neuen SRG-Direktors eingemischt, obwohl allein der Verwaltungsrat zuständig ist. Die SVP kritisierte sie heftigst, was aber zuerst als reiner SVP-Reflex abgetan wurde, weil plötzlich ein Erzlinker plötzlich zum SRG-Leiter wurde.
Die Sonntagszeitung schreibt: „Indizien legen nahe: Der Medienminister hat sogar direkten Einfluß auf die Ernennung von Roger de Weck zum SRG-Chef genommen.“ Die Aargauer Zeitung stellt dazu fest: „Damit wäre de Weck der SRG-Generaldirektor von Leuenbergers Gnaden.“
Der umstrittene Medien- und Verkehrsminister Moritz Leuenberger hatte zudem vor, beide Kandidaten der Schlußrunde, den Publigroupe-Leiter Hans-Peter Rohner und den für seine linken Ansichten seit Jahrzehnten bekannten Publizist Roger de Weck, zu treffen.
Die Sonntagszeitung beichtet hierzu:
„Mit de Weck hat er sich intensiv unterhalten. Der Medienminister und sein guter Bekannter trafen sich Anfang Mai, als die Wahl in die heiße Phase ging, im Restaurant im Zürcher Schiffbau.
Leuenberger hielt es dagegen nicht für nötig, auch Rohner zu befragen, obwohl diesem vom SRG-Verwaltungsrat ein Gespräch mit dem Medienminister in Aussicht gestellt worden war.“
Weiter enthüllt die Sonntagszeitung:
„Just in jenen Tagen erklärte Leuenberger in seinem Departement gegenüber verschiedenen Personen, es «kommt jetzt gut» mit der Wahl.“
Medien berichten weiter, daß urplötzlich zudem das Anforderungsprofil an den künftigen SRG-Direktor abgeändert wurde.

20 Minuten berichtet hierzu:
„Zunächst suchte der Verwaltungsrat einen klassischen Manager, «eine führungsstarke Persönlichkeit mit breit abgestützter betriebswirtschaftlicher Fachkompetenz». Anfang Mai kam dann die Korrektur. Der Verwaltungsrat änderte auf Initiative des vierköpfigen Findungsausschusses und nach interner Diskussion das Profil. «Wir haben eine gewisse Akzentverschiebung vorgenommen, die publizistische Komponente wurde im Vergleich zur Ausschreibung höher gewichtet», bestätigt Ausschußmitglied Viktor Baumeler gegenüber der «SonntagsZeitung». Jetzt wurde statt eines Managers ein Publizist gesucht.“
Selbst der SVP-Linke und Widmer-Schlumpf-Sympathisant Ulrich Giezendanner, der seine Partei für Kritik an der „Blocher-Töterin“ öffentlich massivst geißelte, fordert Aufklärung, auch von der FDP kam Kritik. Lob und Zustimmung hingegen von CVP-Politikern sowie die Gewerkschaften.
Gegenüber der Aargauer Zeitung äußerte sich der zweite in der Schlußrunde gekommene Kandidat für den Posten des SRG-Chefs:
Wie viele andere war auch der Publigroupe-Chef überrascht, als die Wahl dann auf de Weck fiel. Überrascht deshalb, weil Publizist de Weck und er selbst «nie dem gleichen Anforderungsprofil in idealer Weise entsprechen» könnten. De Weck war zeit seines Lebens Journalist. Führungserfahrung hat er sich als Chefredaktor des «Tages-Anzeigers» und von «Die Zeit» angeeignet. Rohner hingegen ist ein klassischer Manager, der seit 25 Jahren in leitenden Funktionen innerhalb der Publigroupe tätig ist. Er frage sich deshalb, wann und durch wen das Jobprofil im Verlauf des Auswahlverfahrens angepasst worden sei. Er frage sich zudem, ob die Mehrheit der evaluierten Kandidaten von sich aus ausgestiegen oder gar nie ernsthaft infrage gekommen wäre, falls das Anforderungsprofil, das nun auf de Weck zutreffe, von Beginn an so formuliert worden wäre. Doch diese Fragen würden vermutlich nie beantwortet, fügt Rohner an.
Wer ist Roger de Weck eigentlich wirklich?
„Der neue SRG-Direktor gibt dem Staatsfernsehen ein profiliertes Gesicht. In zahllosen Kommentaren – darunter 226 zum Stichwort EU und 81 zu Christoph Blocher – hat sich Roger de Weck als glühender Euro-Turbo und passionierter SVP-Hasser positioniert. Das «Steuerhinterziehungsgeheimnis» sei schon lange tot, die Steuern möchte de Weck am liebsten gleich verdoppeln.“ stellt die Weltwoche fest.
Mehr über den Mensch Roger de Weck im folgenden Artikel.
Mehr über die Befähigung von Roger de Weck.
Mehr über die politische Ausrichtung von Roger de Weck