Die Post als zweitgrößter Arbeitgeber der Schweiz möchte Mitglied der privaten Globalisierer-Interessenvertretung EconomieSuisse werden. Das paßt ins Bild der Millionensäläre bei Post, SBB, Swisscom und Co., denn EconomieSuisse kämpft äußerst aktiv dafür, daß diese Lohnexzesse fortgeführt und ausgebaut werden können.

Die Schweizerische Post ist ein Bundesunternehmen.

Jahr um Jahr baut sie ihre Dienstleistungen ab. Trotz exorbitanten Gewinnen.

Post in St. Gallen-Neumarkt: Wie lange wird es diese Poststelle noch geben? (Foto: Remo Maßat / Schlagwort AG)
Post in St. Gallen-Neumarkt: Wie lange wird es diese Poststelle noch geben? (Foto: Remo Maßat / Schlagwort AG)

Müßte ein staatliches Unternehmen mit den Gewinnen nicht den die Grundversorgung der Bevölkerung fördern?

Statt Grundversorgung immer mehr Klimmbimm.

In der Post muß man froh sein, wenn man überhaupt noch irgendwann Briefe abgeben darf.

Man kann „Läpptopps“ kaufen, Mobilfunk-Abonnemente abschließen, Gummibärchen gibt es auch, selbstverständlich gehört zur Post-Grundversorgung der Bevölkerung in den Augen der Post auch Kinderspielzeug und etlicher anderer Kommerz-Schwachsinn, der mit dem Auftrag des Bundesunternehmens nicht auch bloß auch nur das allergeringste zu tun hat.

Als ich neulich bei der Post am Schalter was abgab, frug mich in Chur der Mitarbeiter, ob ich nicht noch ein Los kaufen möchte. Er wies mich darauf hin, daß der „Jäckpott“ gegenwärtig über dreißig Millionen beinhalte. Ich spielte tatsächlich das erste mal Lotto in meinem Leben.

Doch ist es die Aufgabe von Postmitarbeitern, Angestellten eines Staatsunternehmens, Lose zu verkaufen?

Als ich in St. Gallen das Postfach leerte und zum Schalter mußte, weil – wieder einmal ein Einschreiben vom Steueramt St. Gallen darin war, frug mich die nette Dame bei der Post Langgaß, ob ich schon eine Kreditkarte habe.

Nein, ich habe keine und ich möchte auch keine.

Nicht mißzuverstehen. Das sind alles ganz nette Leute, die ich sehr schätze.

Aber ich frag mich: Was kriegen die dafür, daß die freiwillig Lose und Kreditkartenanträge verkaufen? Es muß ja irgendein Anreizsystem geben dafür, sonst würden die das nicht machen.

Neulich besichtigte ich zusammen mit einem Geschäftspartner eine zu verkaufende Liegenschaft für eine bündner Firma. Es war eine in den 90er-Jahren erstellte Poststelle. Eine Gemeinde mehr in Graubünden also, die jetzt keine Poststelle mehr hat. Die Leute dürfen im Volg ihre Post abgeben. Warum schließt die Post laufend Poststellen, wenn Sie soviele Gewinne macht?

Aus diesen und anderen Gründen heraus unterstütze ich die linke Initiative „Pro Service public“. Meines erachtens ist sie nicht links, auch wenn Journalisten das schreiben. Die Grundversorgung ist weder links noch rechts. Und auch, wenn Journalisten nicht über Fakten, sondern lieber über links und rechts schreiben (eine im Grunde völlig überholte Unterscheidung: Was ist überhaupt links / was rechts? – wer bestimmt, was was ist?):

Für mich ist es weder links noch rechts, daß in der Post Gummibärchen, Lose, Kreditkarten, Händis etc. etc. verkauft werden, was man ja noch akzeptieren könnte – doch daß im gleichen Atemzug bei exorbitanten Gewinnen die Grundversorgung, Jahr um Jahr, Tag um Tag immer weiter abgebaut wird, ist stoßend. Es ist falsch.

Wer Gummibärli und Lose verkaufen kann, der kann auch Briefkästen leeren anstatt sie abzusägen, weil das eigentlich Geschäft, Post zu befördern offenbar lästig geworden ist. Als Staatsunternehmen, also als Unternehmen, welches der Bevölkerung zu dienen hat.

Informationen zur Initiative „Pro Service public„.

Wer die sinnvolle Volksinitiative „Pro Service public“ unterstützen möchte, kann dies hier tun:

K-Tipp

 

Saldo