Ein Gefängnis wird umbenannt. Bekommt einen neuen Namen. Ein Grund, darüber was zu schreiben, sich damit aufzuhalten? Was solls schon, ein neuer Name. Ist doch unwichtig. Ob ein Gefängnis nun so heißt oder so, ist doch egal.

Doch: Wenn die Namensänderung so unwichtig ist, warum wird sie dann gemacht? Sie kostet viel Geld. Nicht nur für neue Schilder oder das Briefpapier. Kommunikationsexperten (Agenturen freuen sich) müssen bezahlt werden usw. usf. Warum also der neue Name für ein Gefängnis.

Mit der Begründung, daß schon seit längerem das Ausschaffungsgefängnis Basel auch teilweise kurze Freiheitsstrafen vollzieht, wird es umbenannt.

Aus dem Ausschaffungsgefängnis Basel wird das Bäßlergut, heißt es in einer Polizeimeldung.

Bei ersten Begriff weiß jeder: Hier geht es um Leute, die Asylmißbrauch betreiben und massive Steuerzahlerkosten (Baukosten: CHF 12 Millionen, 39 Beschäftigte usw., ein Anbau für veranschlagte 17 Millionen ist zudem geplant) entstehen lassen durch ihr Verhalten.

Die Gefangenen - pardon "Insaßen" sollen sich im Ausschaffungsgefängnis Basel - pardon - im Bäßlergut - möglichst wohlfühlen
Die Gefangenen – pardon „Insaßen“ sollen sich im Ausschaffungsgefängnis Basel – pardon – im Bäßlergut – möglichst wohlfühlen

Bei zweiten Begriff denkt man an Landschaft (ein Gut) und das Wort gut (im Gegensatz zu böse). Es geht also um eine gute Sache. Keineswegs mehr um etwas Böses, den Asylmißbrauch.

Auch das mißliebige Wort Ausschaffung haben die linken basler Behörden ganz mittels schönstem Neusprech eliminiert. George Orwell hätte es nicht besser gekonnt.

Weitere Begründung für die Umbenennung: Es sei Bäßlergut eine ortsbezogene Bezeichnung, die im inoffiziellen Gebrauch schon heute verwendet wird.

Da müßte man aber viel umbenennen in der Schweiz, wenns danach geht.

Ausschaffungshaft sollte eigentlich Anreize schaffen, auszureisen. Wenn man nun die Webseite des Ausschaffungsgefängnisses Basel – pardon – des Bäßlerguts anschaut, so liest sich diese Anreizschaffung so (wörtlich, kursiv):

Wir setzen ein angemessenes Sicherheitskonzept um, das den Gruppenvollzug mit größtmöglicher Bewegungsfreiheit ermöglicht.

Wir garantieren für eine rechtmäßige und menschenwürdige Unterbringung. Das Sicherheits- und Betreuungskonzept ermöglicht es uns, differenziert auf die verschiedenen Bedürfnissen und Anforderungen der Inhaftierten einzugehen. Die Insaßen in den offenen Stationen genießen eine großzügige Bewegungsfreiheit, die einem modernen äußeren Sicherheitskonzept gegenübersteht.
Das Arbeits- und Verdienstangebot ermöglicht den Inhaftierten am internen Kiosk einzukaufen.

Übrignens ist auch die „Nationale Kommission zur Verhütung von Folter“ (ja, solch sinnvolle Staatsinstitutionen gibt es dank Calmy-Rey und Menschenrechtsrat in der Schweiz) voll des Lobes: Die Kommission beurteilt das Ausschaffungsgefängnis Basel als insgesamt positiv und betont mit Nachdruck den respektvollen Umgang mit den Insaßen, heißt es am 28.6.2012 in einem Bericht.

Was man nicht erfährt in der Mitteilung: Wer war eigentlich dieser Bäßler, der sich nun freuen darf, daß ein Gefängnis seinen Namen trägt.