
Konrad Dudens Hauptverdienst war, daß er die Regel eingeführt hat, daß das geschriebene Wort dazu da ist, das gesprochene Wort leicht lesbar wiederzugeben.
Das heißt, er hat zahlreiche Fremdwörter eingedeutscht nach der Regel: Schreib, wie Du sprichst.
Diese Regel war ein maßgeblicher Faktor für den großen Erfolg seines Lexikons.
Die Rechtschreibreformer wollen es wieder umgekehrt und heben willkürliche Schreibweisen über das gesprochene Wort.
Wie hartnäckig sich die Schriftsprache aber dennoch nach dem gesprochenen Wort ausrichtet, kann man ausgezeichnet beobachten, wenn man Wörter vergleicht, die in der Schweiz und in Deutschland anders geschrieben werden. Aller Reformgleichmacherei zum Trotz gelingt es nicht.
In der Schweiz spricht man „vorallem“ und andere Wörter wie „zurzeit“ zusammen und daher werden sie auch so von den meisten Schweizern intuitiv so geschrieben.
In Deutschland würde keiner auf die Idee kommen, „Schweizer Franken“ in einem Wort zu schreiben. Weil es in Deutschland als zwei Wörter gesprochen wird. Umgekehrt in der Schweiz. In der NZZ und auch anderen Publikationen findet man die Schreibweise „Schweizerfranken“. Auch hier der einfache Grund, weil es zusammen gesprochen wird.
Konrad Dudens Hauptverdienst war es, daß er die Rechtschreibung dahingehend reformiert hatte, daß die Schriftsprache sich nach dem gesprochenen Wort ausrichten muß.
Weil dies die Rechtschreibreformer diese Erkenntnis nicht beachtet haben, sind sie gescheitert.
Wegweiser zu einer einheitlichen und sprachrichtigen deutschen Rechtschreibung