Schon vor einiger Zeit berichtete SchweizBlog über den Fall. Nun gibt es doch noch eine neue Entwicklung. Sie hat ein Geschmäckle. Und zwar kein angenehmes.

Zweimal hat die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) Anfragen auf die Überprüfung des Steuerdossiers der Ammann-Gruppe abgelehnt. Die Anfragen kamen nicht von irgendeinem dahergelaufenen Hinz oder Kunz, sondern von niemand anderem als dem Kanton Bern!

Der Schweizer Franken ist die Sportwährung der Welt (Bild: Schweizer-Franken.ch)
Es geht um sehr viel Geld bei der Steuersache Schneider-Ammann (Bild: Schweizer-Franken.ch)

Jetzt die erstaunliche, überraschende Trendwende. Die eidgenössische Behörde bockt nicht mehr länger.

Die ESTV habe zugesichert, „daß sie bei dieser Prüfung ihre Aufgabe als Aufsichtsbehörde wahrnehmen wird“, hört man jetzt.

Man höre und staune!

Ja, das ist ja ein Ding. Eine Aufsichtsbehörde sichert jetzt plötzlich zu, daß sie ihrer Pflicht und Aufgabe, der einer Aufsichtsbehörde, nachkommen will.

Das ist ja unglaublich, oder?

Nun will die ESTV also doch noch mit den Berner Behörden zusammenarbeiten.

Warum tat sie es bis jetzt nicht?

Die Begründung ist nicht nur an den Haaren herbeigezogen, sondern schlichtweg haarsträubend.

„Wir werden dieses Dossier mit der Steuerverwaltung des Kantons Bern jederzeit anschauen, genau wie wir das auch schon im Februar getan hätten, wenn es nicht darum gegangen wäre, daß der Bericht nach außen getragen werden soll, sagt der ESTV-Direktor Adrian Hug gegenüber der „Rundschau“.

"Die Ammann-Gruppe lagerte über Jahrzehnte Firmenvermögen in Offshore-Paradiesen, um Steuern zu sparen", berichtet die Rundschau und kommt mit haarsträubenden Enthüllungen, die auch Fragen hinsichtlich der Steuerbehörden aufwerfen.
„Die Ammann-Gruppe lagerte über Jahrzehnte Firmenvermögen in Offshore-Paradiesen, um Steuern zu sparen“, berichtet die Rundschau und kommt mit haarsträubenden Enthüllungen, die auch Fragen hinsichtlich der Steuerbehörden aufwerfen.

Moment mal: Wenn ich also Steuerdreck am Stecken hätte und Bundesrat wäre und jemand damit droht, es in die Öffentlichkeit zu ziehen, dann untersucht die Steuerverwaltung das nicht mehr?

Oder mit anderen Worten: Alle hohen Bundesräte, die im öffentlichen Interesse stehen, bei denen Journalisten was „in die Öffentlichkeit ziehen“ könnten, die können sorglos gegen Steuergesetze verstoßen? Wo leben wir denn bitte, Herr Hug? Wie sind Sie denn drauf?!

Andere würden wegen Steuerbetrug – oder noch schlimmer – wegen Geldwäscherei drankommen. Bundesrat muß man sein.

Die Berner Finanzdirektion werde nun „eine Prüfung des Sachverhalts und dessen damaliger steuerrechtlichen Würdigung betreffend der von der Ammann-Gruppe seinerzeit im Ausland gehaltenen Vermögensverwaltungsfirmen vornehmen“, erfährt man nun aber aus der „Rundschau“ des Schweizer Staatsfernsehens.

Offenbar ist der Druck zu groß geworden. Oder der Eidg. Steuerverwaltung ist eingefallen, daß nächstes Jahr Wahljahr ist und sicher es noch mehr Druck von Grünen, Roten usw. geben wird. Und will nun doch ihre Pflicht erfüllen und prüfen.

250 Mio SFr. nicht in der Schweiz versteuert ?

Schneider-Ammann (Bundesratsfoto). Die Herrenslipper, in den 80ern mal der letzte Schrei und heute eine Modesünde, wären eigentlich ein Thema für www.Kleidungsstil.ch. Und welchen Clown der Fotograf gefrühstückt hatte, als er den äußerst beleibten Schneider-Ammann ausgerechnet neben den beiden spindel-dürren Damen Widmer-Schlumpf und Simonetta Sommaruga platziert hatte, das wäre ein Thema für einen Fotoblog.
Schneider-Ammann (Bundesratsfoto). Die Herrenslipper, in den 80ern mal der letzte Schrei und heute eine Modesünde, wären eigentlich ein Thema für www.Kleidungsstil.ch. Und welchen Clown der Fotograf gefrühstückt hatte, als er den äußerst beleibten Schneider-Ammann ausgerechnet neben den beiden spindel-dürren Damen Widmer-Schlumpf und Simonetta Sommaruga platziert hatte, das wäre ein Thema für einen Fotoblog.

Wenn die 250 Millionen Schweizerfranken, die nun im Raum stehen, in der Schweiz hätten versteuert werden müssen, ist das keine Kinderspielerei mehr, sondern Steuerbetrug im großen Stil. Die Schweiz hätte einen Kriminellen als Bundesrat! Man stelle sich das einmal vor, ein kleiner KMU-Unternehmer macht sowas.

Ihn würde man hängen (strafrechtlich, zivilrechtlich und finanziell: Steuerbuße usw.)

Zum Vergleich: Beim kantonalen Steueramt St. Gallen schlägt man äußerst brutal zu, und zwar mit Strafschätzungen gegen kleinste KMU, die man, um Steuern einzutreiben sogar in der Existenz gefährdet!)

Genausoschlimm allerdings erscheint hier die Rolle der Steuerbehörden. Es gibt massiven Aufklärungsbedarf.

Man kann nicht die Kleinen schröpfen und auspressen (siehe Link oben) und die Großen schieben ihr Geld ins Ausland und zahlen nicht mal regulär Steuern.

Die «Rundschau» hatte letzte Woche eine vertrauliche Aktennotiz publik gemacht, welche den Schluß nahelegt, daß die Ammann-Gruppe rund 250 Millionen Franken Firmengelder in Wahrheit in der

Adrian Hug ist seit dem 1. April 2013 Direktor der Eidg. Steuerverwaltung. Er studierte Rechtswissenschaften und ist Rechtsanwalt. Nach verschiedenen Funktionen im Steueramt der Stadt Zürich übernahm Adrian Hug 2001 die Amtsleitung. Im Jahr 2007 wurde er Chef des kantonalen Steueramtes. Wenn wie es laut Rundschau scheint, Adrian Hug die Praxis in Bern decken wollte, gibt dies Anlaß bei seiner vorherigen Arbeitsstelle einmal genauer hinzuschauen, oder? (Bild: ESTV)
Adrian Hug ist seit dem 1. April 2013 Direktor der Eidg. Steuerverwaltung. Er studierte Rechtswissenschaften und ist Rechtsanwalt. Nach verschiedenen Funktionen im Steueramt der Stadt Zürich übernahm Adrian Hug 2001 die Amtsleitung. Im Jahr 2007 wurde er Chef des kantonalen Steueramtes. Wenn wie es laut Rundschau scheint, Adrian Hug die Praxis in Bern decken wollte, gibt dies Anlaß bei seiner vorherigen Arbeitsstelle einmal genauer hinzuschauen, oder? (Bild: ESTV)

Schweiz bewirtschaftete und nicht in im Steuerhinterzieher-Paradies Jersey.

Von wegen also: Internationaler Konzern wirtschaftet halt auch weltweit (die Schneider-Ammann-Leier bzw. -Ausrede)

Was heißt das denn? Das heißt, daß die Gelder, die in die Steueroase Jersey geschleust wurden, auch in der Schweiz steuerpflichtig gewesen wären.

Ein Dokument der Eidgenössischen Steuerverwaltung ESTV vom Februar 2014, das der „Rundschau“ vorliegt, wirft ein neues Licht auf den Steuerhandel des Kantons Bern mit der Ammann-Gruppe. Ein Inspektor der ESTV kommt zum Schluß, daß die Firmengelder gar nicht in Jersey und Luxemburg bewirtschaftet wurden, sondern am Firmenhauptsitz der Ammann-Gruppe in Langenthal (BE).

Erwähnt ist ein Inspektionsprotokoll von 2005: „Die Depots…wurden bis kürzlich von Herrn H. bewirtschaftet“. H. ist Finanzmanager der Ammann-Gruppe, und er arbeitet in Langenthal.

Meine Meinung dazu: Die FDP sollte dringend ihren Bundesrat Schneider-Ammann – der zudem die Aura eines Walrosses an Agilität ausstrahlt – auswechseln. Am besten, er tritt besser gestern als heute zurück!

Oder möchte die seit viele Jahren Wähler verlierende Partei bei den Wählern bewirken, daß der letzte Funke Glaubwürdigkeit soweit verlorengeht, daß sie dem Schicksal der politischen Nicht-Existenz wie bei der FDP in Deutschland geschehen, entgegenstrebt?

Mit Schneider-Ammann gleitet die FDP in eine Art politischen Selbstmord. Da hilft auch Widmer-Schlumpf nichts mehr, die die Untersuchungen laut Medien unterdrückte.

Wer noch nicht genug hat, schaue hier.

Remo Maßat

Mehr zu Schneider-Ammann