Jeder Anlaß ist willkommen, keine Aktion zu billig. Schon treten die „pussy riot“-Aktivisten wieder auf den Plan. Und die TAZ titelt: „Lieber tot als nach Rußland zurück“.
Ein paar Mausklicks reichen, um zu sehen, daß es billigste Propaganda auf unterster Stufe ist.
Die hochgelobten so freien westlichen Länder bzw. das westliche Land Holland (also gemäß den Aktivisten ein vertrauenswürdiges Land im Gegensatz zu Rußland) bzw. die Sprecherin des Justizministeriums eines solchen Landes läßt verlauten:
„In einer Nachricht habe er persönliche Gründe für seinen Selbstmord genannt“.
So alos die Sprecherin des Justizministeriums von Holland, Charlotte Menten, also einem Land, das laut den „Pussy riot“-Aktivisten ja integer und moralisch weit über Rußland stehend ist.
Auch die Botschafterin dieses Landes in Moskau, Onno Elderebosch, stellt fest: „Dolmatows letzte Nachricht zeige eindeutig, daß sein Freitod nicht in Zusammenhang mit der Ablehnung seines Asylantrages stehe.
Schade also, man kann das nicht für Anti-Rußland ausnutzen? Den Gefallen tat Domatow der Bewegung leider nicht.
Kann nicht? Klar, kann man. Seitwann spielt denn für Aktivisten wie „Pussy Riot“ die Wahrheit eine Rolle.
Schon gibt es Mahnwachen vor holländischen Botschaften und natürlich schreiben sich auch die einschlägigen Journalisten der deutschsprachigen Qualitätsmedien schon die Finger wund vor Entrüstung.
Tja, böses Asylland Holland. Da hilft keine Wahrheit.
Dabei: Wenn die Zensur in Rußland so schlimm ist wie behauptet, warum können dann Seiten wie Kasparow.RU zu Protesten aufrufen? Warum gibt es rußland-kritische Seiten wie aktuell.RU unter der Domäne „.RU“?
Auch die Berichterstattung eines der größten Medienunternehmen Rußlands, Ria Novosti, erscheint ausgewogen.
Die Moskauer Polizei hat am Mittwoch eine Protestaktion vor der niederländischen Botschaft aufgelöst.
Weil die Aktion im Zentrum der Hauptstadt nicht mit den Behörden abgestimmt war, wurde sie aufgelöst, acht Demonstranten wurden auf Polizeireviere gebracht, teilte das Moskauer Polizeipräsidium mit.
Also nicht anders als in der Schweiz, wenn man dort eine unbewilligte Demonstration veranstaltet.
Daß Dolmatow Drogen genommen haben soll, erwähnen die westlichen Medien im Übrigen auch nicht.
Der Moskauer Journalist Oleg Kaschin hatte via Twitter Auszüge aus dem Abschiedsbrief verbreitet, welcher an den Anwalt des Verstorbenen gefaxt wurde.
Darin heißt es: „Liebe Mama. Ich gehe, um nicht als Verräter zurückzukehren und uns alle und unsere ganze Familie nicht mit Schande zu bedecken. Das kommt vor, du musst das überstehen. Ich bitte dich darum, ich bin bei dir. Dies ist die beste Variante. In Russland sollt ihr sagen, dies sei einfach ein Unfall gewesen. (…) Ich habe einen ehrlichen Menschen und die Sicherheit meiner Heimat verraten. Wenn es möglich ist, bringt bitte meine Leiche nach Rußland. Rußland ist stark wie kein anderes Land. Und es wird nur noch stärker. In Russland zu leben ist es besser als anderswo.“
Holland kommt jedoch nicht nur von „Pussy“-Aktivisten unter Druck, sondern auch Rußland scheint von dem Vorfall wenig begeistert zu sein.
Was in keinem westlichen Medium stand, weder in der TAZ noch im Spiegel noch sonstwo:
Rußland fordert gemäß einer bereits am Freitag veröffentlichten Mitteilung des Außenamtes unverzügliche und umfassende Ermittlungen zum Tod des russischen Bürgers Alexander Dolmatow in einem Asylbewerberheim in Rotterdam. „Diese Frage wird in Zukunft von der Konsularabteilung der russischen Botschaft streng kontrolliert“, so das russische Außenamt.
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