In Tansania, Kenia und Äthiopien ist kleinbäuerliche Landwirtschaft der größte Wirtschaftszweig. Umso ärger sind die Folgen der sich häufenden Dürreperioden.

Entwicklungshilfe: Welche Ursachen führen zur Dürre in Ostafrika?

In Tansania, Kenia und Äthiopien ist kleinbäuerliche Landwirtschaft der größte Wirtschaftszweig. Umso ärger sind die Folgen der sich häufenden Dürreperioden.
In Tansania, Kenia und Äthiopien ist kleinbäuerliche Landwirtschaft der größte Wirtschaftszweig. Umso ärger sind die Folgen der sich häufenden Dürreperioden.

Obwohl Ostafrika am Äquator liegt, besitzt es durch die Hochländer und Gebirge in großen Gebieten kein typisches Tropenklima. Gerade in diesen Regionen lebt ein großer Teil der Bevölkerung Ostafrikas und die Landwirtschaft stellt einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar und ist in letzter Zeit immer häufiger von Nothilfe und Entwicklungshilfe abhängig.
In einigen Ländern, wie Tansania, Kenia und Äthiopien ist kleinbäuerliche Landwirtschaft der größte Wirtschaftszweig des Landes. Umso größer sind die Folgen der sich häufenden Dürreperioden der letzten Jahre, die zu Ernteausfällen und einem Mangel an Trinkwasser führt. Nothilfe wird zum Normalzustand.

Unregelmäßige Niederschläge

Die Region Ostafrika hat seit jeher mit starken Schwankungen der Niederschläge zu kämpfen. Durch die geographischen Gegebenheiten kommt es immer wieder zu Extremereignissen, die sich allerdings im letzten Jahrzehnt häufen.
Während in den 1980er-Jahren noch ein Extremereignis pro Jahr auftrat, waren es in den Jahren 2000-2006 bis zu 7 Ereignisse pro Jahr. Neben ausbleibendem Regen kommt es dabei in Ostafrika auch sehr oft zu starken Überschwemmungen.

Schwankungen des Klimas zu veränderten Niederschlägen
Schwankungen des Klimas führen zu veränderten Niederschlägen.

Die Dürreperioden haben in den letzten Jahren drastisch zugenommen. Die Dürre 2010/2011 konnte durch Messungen als wahrscheinlich größte Dürre der letzten 60 Jahre eingestuft werden. Insgesamt kann festgestellt werden, dass die Niederschläge 50-80% unter dem Mittel liegen und sehr starke Schwankungen zu verzeichnen sind.

El-Niño und La-Niña – kurzfristige Schwankungen

Schwankungen, die in kurzen Perioden auftreten, sind teilweise auf natürliche, zeitlich aufeinander folgende Schwankungen des weltweiten Klimasystems zurückzuführen. Das ENSO-Phänomen (El-Niño/Southern Oscillation) beeinflusst viele Wetterlagen global.
In Ostafrika führen diese Schwankungen des Klimas zu veränderten Niederschlägen: El-Niño bringt starke Niederschläge mit sich, während La-Niña mit Trockenperioden einhergeht. Diese Wetterlagen kommen über den Indischen Ozean nach Ostafrika.

Ungeklärte Ursachen für langfristige Schwankungen

Nicht abschließend konnte bisher geklärt werden, warum sich die Niederschlagswerte insgesamt über die letzten Jahrzehnte verändert haben. In Frage kommen verschiedene Ursachen, wobei sich die Forschung uneinig über die Rolle und die Auswirkungen ist.

In großen Teilen Ostafrikas werden die Sommerniederschlagswerte immer geringer: Seit den 1980er Jahren ist in der östlichen Region und der Sahel-Zone eine Abnahme festzustellen. Während der Niederschlag jedoch in der Sahel-Zone durch eine Erwärmung des Nord-Atlantiks wieder zunahm, scheinen die Werte für den östlichen Teil stetig zu sinken. Die Folge sind starke Dürren, die im letzten Jahrzehnt in der Intensität weiter zunahmen.

Eine Ursache dieses Wandels könnte die Zunahme der Temperatur des Indischen Ozeans sein, die mit Treibhausgasen in der Atmosphäre in Zusammenhang gebracht werden. Die Folge davon sind starke Niederschläge über dem Ozean und trockene, warme Höhenluft, die nach Ostafrikas gedrückt wird.

(Gastbeitrag)