Es liegt nie im Interesse eines kleinen Landes, einer Allianz beizutreten, egal, welcher.
Die Großmächte jeglicher Allianzen verfolgen letztlich auch in Allianzen nur ihre eigenen Interessen.
Aktuell attakiert Deutschland wieder die Schweiz seit vielen Jahren.
Nur verbal, es ist ja Frieden in Europa.
Doch Deutschland oder auch Rußland haben – nur als Beispiele – zahlreiche neutrale Länder überfallen. Sogar solche, welche auf ihre eigene Initiative hin noch kurz vorher Nichtangriffspakte abgeschlossen hatten.
Deutschland oder Rußland sind aber nur Beispiele. Man muß nur die Geschichtsbücher aufschlagen, um zu erfahren, was Allianzen für kleinere Länder wert sind, wenn sie nicht wehrhaft sind.
Unter diesem Gesichtspunkt ist z. B. auch der militärische Nationalismus von Polen zu verstehen (dort müssen sogar Frauen ins Militär, was weniger mit Emanzipation, sondern vielmehr mit Nationalismus zu tun hat). Polen hatte immerhin erleben müssen, daß es einfach mal von der Landkarte verschwunden war.
Auch die Schweiz tut gut daran sich an das alte Zitat zu halten: Si vis pacem para bellum (Wenn Du Frieden willst, bereite den Krieg vor).
Wie wenig Rücksicht Großmächte auf kleinere Staaten nehmen, zeigt auch das Beispiel Großbritannien: Zwischen 1939 und 1940 hat England der Schweiz außenwirtschaftlich rücksichtslos abgeschnürt.
Der britische Aussenminister erklärte dem Schweizer Gesandten, die Briten empfänden zwar Gefühle großer Sympathie für die demokratische Schweiz, aber es müsse seine eigenen Interessen wahren. Nach dem Fall Frankreichs erklärte die gleiche britische Regierung, es läge im Interesse der Alliierten, daß die Schweiz so lange als möglich ihre Abwehrkraft und Unabhängigkeit aufrechterhalten könne.
Die Schweiz blieb wehrhaft und überstand Weltkriege.
Das mehr Wert auf beispielhafte Bildung als auf Wehrhaftigkeit legende Polen verschwand von der Landkarte. Polen ist das beste Beispiel, wie Großmächte (Großbritannien, Deutschland, Rußland) mit wehrlosen Ländern verfahren. Selbst dann wohlgemerkt, wenn es Nichtangriffspakte gibt.
Legendär sind die Bilder, wie deutsche Panzer gegen polnische Reitersoldaten „kämpften“. Polen wurde einfach überrannt, was nicht an der mangelnden Vaterlandsliebe der Polen lag, sondern daran, daß sie nicht auf Krieg vorbereitet waren. Als friedfertiges Volks rechnete Polen nicht mit Krieg vielleicht. Man lese die Geschichtsbücher.
Heute werden Kriege nicht mehr mit Waffen geführt, sondern über die Wirtschaft. Man marschiert nicht in Länder ein, um sie auszubluten und auszuplündern, sondern man versucht, Abgaben von ihnen zu erpressen.
Die Schweiz erlebt diesen perfiden 2-Fronten-Wirtschaftskrieg seit vielen Jahren. Nicht nur die EU sondern – die Globalisierung läßt grüßen – auch die USA versuchen die Schweiz auszupressen wie eine Zitrone.
Anders als die USA, die weltweit einen Krieg nach dem anderen führt (Afghanistan, Irak usw. usf.) und Schulden machen auf Teufel komm raus, wirtschaftet die Schweiz solide und führt keine Kriege. Die EU-Länder hingegen führen ebenfalls Kriege und machen Schulden über Schulden.
Kein Wunder, möchte man gerne die Schweiz plündern, die zwar kaum Rohstoffe, aber hohe Arbeitszeiten, fleißige und sparsame Menschen hat.
Die Schweiz sollte sich als Land, das jährlich viele Abermilliarden an die EU zahlt, neuen Forderungen dringend verwahren. Und keine neuen EU-„Abkommen“ bzw. Diktate unterzeichnen und auf ihre Souveranität bestehen.
Es ist wie mit Erpressung. Wer sich einmal erpressen läßt, wird wieder erpreßt.
Der Erpresser hat gemerkt: Der ist so, der akzeptiert das, der ist so doof.
Es ist der gleiche Fehler wie beim Akzeptieren von Lügen.
Auch hier merkt der Lügner, wenn man die Lüge einmal akzeptiert oder einfach aus Höflichkeit und Zurückhaltung übersieht: Ich kann lügen. Der ist so doof.
Gibt man auch Nachlässigkeit, Zuneigung oder Liebe oder was auch immer dem nach und akzeptiert soetwas einmal, hat man es hinterher schwer, dem Gegenüber verständlich zu machen, daß man wirklich keine Lügen mehr möchte, sondern ehrlich behandelt werden möchte.
Genauso wie die Schweiz es aktuell schwer hat, der EU klarzumachen und den USA: Wir lassen uns nicht mehr erpressen. Die USA haben Delaware (unter anderem), einen Bundesstaat, in welchem man nachweislich anonym Firmen gründen kann und gegen den selbst das Steuerparadies Zug alt aussieht und zwar sehr alt. England hat dutzende von Steuerparadiesen andere EU-Länder ebenfalls. Aber man zeigt auf die Schweiz, die inzwischen die weltweit strengsten Geldwäschereigesetze verfügt. Ausgerechnet das „saubere“ Deutschland ist ein Steuerparadies für Superreiche. Nachzulesen in Sascha Adamek/Kim Otto: Schön reich. Steuern zahlen die anderen. Wie eine ungerechte Politik den Vermögenden das Leben versüßt. Heyne Verlag, 272 Seiten. 31.90 Franken.
Die Schweiz sollte laut rufen: Halt! Bis hierher und nicht weiter.
Die Schweiz wäre gut beraten, endlich „Stopp“ zu rufen.
Stopp mit Doppelmoral.
Stopp mit Scheinheiligkeit.
Stopp mit immer neuen Gängelungsversuchen der EU.
Die Schweizer Politik-Elite traute sich nicht, nun kam es von unten durch. Vom Volk aus. Wie es immer ist: Wenn man einen Ball tiefer und tiefer unter Wasser drückt, springt er hinterher umso höher aus dem Wasser hervor.