2009 gab es in der Schweiz 11’600 Konkurseröffnungen gegen juristische und natürliche Personen. Das sind 8 Prozent mehr als im Vorjahr. Um 4 Prozent zugenommen hat gleichzeitig auch die Zahl der ordentlichen und summarischen Konkurserledigungen.

Die daraus entstandenen Verluste dagegen fielen im Vergleich zu 2008 um 12 Prozent tiefer aus. Zudem wurden 2,5 Millionen Zahlungsbefehle ausgestellt, knapp  2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Das zeigen die Ergebnisse der aktuellsten Betreibungs- und Konkursstatistik des Bundesamtes für Statistik (BFS).

Die Schadenssumme der Konkurse nahm ab

Markante Zunahme der Privat- und Firmen-Konkurse um 8%
2009 wurden in der Schweiz 11’587 Konkurse gegen juristische und natürliche Personen eröffnet.
Gegenüber 2008 bedeutet dies einen Anstieg um 846 Fälle oder 8 Prozent. Diese Zahlen stehen für die größte absolute und relative Zunahme der Konkurseröffnungen in den letzten zehn Jahren.

Angestiegen ist auch die Zahl der Konkurserledigungen. 2009 waren es 10’700 Fälle, das sind  412 (+4%) mehr als 2008.

Mit Ausnahme der Nordwestschweiz (-115 Fälle, -11%) und des Espace Mittelland (-75 Fälle, -3%), folgten alle Großregionen der gesamtschweizerischen Entwicklung.

In allen Großregionen lag die Zahl der eröffneten Konkurse 2009 höher als im Vorjahr. Die höchsten prozentualen Zunahmen hatten die drei Großregionen Tessin +26 Prozent (+117 Fälle), Zürich  +18 Prozent (+263 Fälle) und Zentralschweiz +17% (+157 Fälle) zu verbuchen. In der Großregion Tessin wurden damit  insgesamt 564 Konkurse eröffnet, in den Großregionen Zürich und Zentralschweiz waren es 1713 bzw. 1067.

Weniger einheitlich verlief die Entwicklung auf Kantonsebene. In 18 Kantonen ist die Zahl der Konkurseröffnungen gegenüber dem Vorjahr angestiegen, in 8 Kantonen ist sie zurückgegangen.

Wie schon in den Vorjahren konzentrierte sich rund die Hälfte aller in der Schweiz eröffneten Konkurse auf die vier folgenden Kantone: Zürich (1713 Fälle), Waadt (1500 Fälle), Bern (1201 Fälle)
und Genf (1053 Fälle).

Starker Rückgang der Verlustsumme

Die aus den Konkurserledigungen entstandenen Verluste gingen 2009 im Vergleich zum Vorjahr gesamtschweizerisch um 12 Prozent oder 305,8 Millionen Franken zurück. Sie beliefen sich auf
2,2 Milliarden Franken. Das sind die geringsten Gesamtverluste der letzten zehn Jahre und sie
erreichen nur 48 Prozent der Rekordsumme von 4,70 Milliarden aus dem Jahr 2004.

Im Gegensatz zu den übrigen Grossregionen ist die Verlustsumme 2009 in der Genferseeregion und in der Großregion Zürich angestiegen. In der Genferseeregion erhöhte sie sich von 686,4 Millionen Franken im Jahr 2008 um 43 Prozent auf 979,4 Millionen Franken. Damit weist die Genferseeregion 2009 die höchsten Verluste unter den Grossregionen aus. Es folgen der Espace Mittelland (342,4 Millionen) und die Zentralschweiz (305,4 Millionen).

Uneinheitlich präsentiert sich die Entwicklung der Gesamtverluste auf Kantonsebene. 15 Kantone folgen der gesamtschweizerischen Entwicklung mit kleineren Verlusten als im Vorjahr. Unter ihnen insbesondere die Kantone Bern (-181,0 Millionen, -55%) Aargau (-135,4 Millionen, -57%) und Tessin (-109,1 Millionen, -63%).

Zugenommen haben dagegen die Verluste insbesondere in den zwei Kantonen Genf  (+219,6 Millionen, +66%) und Waadt (+138,6 Millionen, +55%). Wie im Vorjahr bleibt damit Genf auch 2009 der Kanton mit der grössten Verlustsumme (551,5 Millionen). Es folgen die Kantone Waadt (390,5 Millionen), Zürich (198,8 Millionen) und Zug (176,6 Millionen) sowie Bern (145,4 Millionen) und Aargau (102,8 Millionen).

Stabile Anzahl Betreibungshandlungen
2009 wurden 2,5 Millionen Zahlungsbefehle ausgestellt. Das sind 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr.
Gleichzeitig ist die Zahl der vollzogenen Pfändungen mit 1,4 Millionen stabil geblieben. Dagegen
wurden gegenüber dem Vorjahr -1,2 Prozent weniger Verwertungen vorgenommen. Ihre Zahl ist um  5600 auf 464’900 gesunken. Das ist die erste Abnahme seit 2003.