Direkte Demokratie ist auch in der mehr und mehr planwirtschaflich geführten EU, namentlich in Deutschland ein Thema:
Immer mehr Bürger fordern in Deutschland wirklich Mitbestimmungsmöglichkeiten und die Einführung von mehr direktdemokratischen Elementen.
So gibt es etwa den Verein Mehr Demokratie e. V.
Diese bundesweit aktvive Organisation, die sich für direkte Demokratie sowie die Verbesserung des Wahlrechts auf allen politischen Ebenen Deutschlands und in der Europäischen Union einsetzt, fordert mehr direktdemokratische Elemente.

Mehr Demokratie wurde 1988 unter anderem von den Grünen-Politikern Lukas Beckmann und Gerald Häfner, sowie von den parteilosen Thomas Mayer und Daniel Schily (heute CDU), Sohn von Konrad Schily und Neffe von Otto Schily, in Bonn gegründet und hieß zunächst „IDEE – Initiative DEmokratie Entwickeln“.
Vorläufer hat die Organisation im „Achberger Kreis“ (der parallel weiterhin besteht) sowie in der von Joseph Beuys 1971 gegründeten Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung.
Während des Europäischen Konvents hat sich Mehr Demokratie im Rahmen der European Refendum Campaign zusammen mit anderen Organisationen aus den Mitgliedstaaten der EU (European Citizens’ Initiative) für die Einführung direkter Demokratie in die Europäische Verfassung eingesetzt.
Nach dessen Scheitern durch den Volksentscheid in Frankreich bzw. die Volksbefragung in Holland arbeitet Mehr Demokratie gegenwärtig daran, die im Vertrag von Lissabon vorgesehene europäischen Volksinitiative in ein wirksames Instrument zu wandeln.
Nicht nur in Vereinen wie dem obenerwähnten wird die Forderung nach mehr Demokratie laut, sondern sie artikuliert sich auch andersweitig.
Ein Leserbriefschreiber namens Egon W. Könn aus Ketsch schreibt etwa in der Schwetzinger Zeitung vom 15. Mai 2010:
Nach dem Eurodesaster und der sehr hohen Zahl von Wahlverweigerern wird mehr und mehr deutlich, daß unsere so viel gelobte und beschworene parlamentarische Parteiendemokratie an ihre Grenzen stößt.
Während Banken, Spekulanten und internationale Geldhaie sich weiter in Maßlosigkeiten ergehen, wird dem Euro von kompetenter Seite inzwischen eine gefährliche inflationäre Tendenz bescheinigt.
Für die verkohlten, verschröderten und vermerkelten Wähler erschöpft sich das politische Argument vordergründig auf die ach so schönen Vorteile einer grenzüberschreitenden Einheitsweitwährung.
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Mit einem Mehr an Sachkompetenz sowie Einbindung plebiszitärer Ansätze wären – fernab vom Parteiengemauschel – die besseren Grundlagen und Voraussetzungen für eine angemessene Bandbreite demokratischer Entscheidungen geschaffen.
Wir hätten wahrscheinlich keinen Krieg in Afghanistan, keine staatlich finanzierten „bad banks“, keinen maroden Euro und eine fragwürdige und teure Rechtschreibreform wäre uns auch erspart geblieben.