

Jede Frau, die sich selbstständig ohne Hilfe die Schuhe schnüren kann, ist heutzutage eine sogenannte „Powerfrau“. Eine „Frau, die weiß, was sie will.“
Powermänner sucht man hingegen vergebens.
Auch die Männer, die „wissen, was sie wollen“, sind rar, sofern überhaupt vorhanden.
Man liest zufällig einen im Zug herumliegenden „Blick am Abend“. Und schon wird man mit Genderschwachsinn konfrontiert. Der Blick-Schreiber berichtet über die internationale Weltraumstation ISS.
Soweit, so gut. Doch dann wird einem richtig schlecht.
Das Haupttheme ist das Geschlecht. Es geht also nicht um eine Astronautin, die was leistet, sondern darum, daß es eine Frau ist. Eine weibliche Person im Weltall. Sie erfüllt eine Frauenquote. Der Redaktor ist begeistert und hingerissen: „Im Weltraum stimmt die Frauenquote.“ Dank Miss Sunita Williams.Jede Frau, die sich selbstständig die Schuhe binden kann, ist heutzutage eine „power“-Frau, spricht „Pauerfrau“.
Und permanent, wenn eine Frau irgendeine Stellung erreicht hat, wird sie jubelnd umfeiert, nicht wegen ihrer Leistung, sondern wegen ihres Geschlechts.

Aber die Frauen scheint das nicht zu stören. Im Gegenteil. Wie selbstverständlich scheint es zu sein, daß Frauen gefeiert werden wegen nur einem: Weil sie Frauen sind.
Oder auch das Lob: „Eine Frau, die weiß, was sie will“,freut die Damen offenbar über alles.
Suchmaschinen liefern dafür hunderttausende Ergenisse.
Wenn ich eine Frau wäre, würde ich mich beleidigt fühlen und sagen: Medien, hört auf über mein Geschlecht zu schreiben, sondern schreibt über meine Leistungen“
Frauen freuen sich, wenn betont wird, daß sie wissen, was sie wollen
Wie oft runzelt man die Stirn, wenn Journalisten Schauspielerinnen oder andere Damen der vermeintlichen Elite so betitelt haben.
Journalisten schreiben das über Frauen, Männer loben ihre Frauen so und noch schlimmer: Auch Frauen selbst äußern das über sich.
„Ich bin eine Frau, die weiß, was sie will.“
Die Kernaussage: Frauen wissen also normalerweise nicht, was sie wollen
Was bedeutet das denn eigentlich, wenn man sowas so betonen muß? Daß Frauen normalerweise nicht wissen, was sie wollen. Das ist die Aussage.

Oder haben Sie schonmal gehört:
„Ein Mann, der weiß, was er will“? Sowas würde wohl eher als Beleidigung als als Lob angesehen. Wenn ein Journalist das über jemanden schreiben würde, oder jemand das zu einem Mann sagen würde, würde doch jeder Mann eher denken „Will der mich jetzt beleidigen?“ anstatt sich zu freuen, daß er derart gelobt wird.
Oder er würde fragen: Warum betonen Sie so, daß ich ein Mann bin?
Aber Frauen freuen sich über so ein „Kompliment“.
Und schwelgen sogar selbst im „ich weiß, was ich will“, ohne zu merken, daß sie sich damit selbst lächerlich machen.
Sie freuen sich, wenn man ihnen attestiert: Das ist „eine Frau, die weiß, was sie will“.
Doch es gibt Ausnahmen von Frauen, denen das dämliche Frauengepauere inzwischen auch eher peinlich zu sein scheint:

Güzin Kar schreibt dazu im Tagi (Januar 2011, kursiv, unterstrichen)
„Nur leider verrät die Sprache manchmal mehr als beabsichtigt. Da sehe ich in einer Illustrierten das Foto einer Politikerfamilie, die außer der Politikergattin nur aus männlichen Mitgliedern besteht. Die Bildlegende dazu: «Sie ist der Boß». Das populärfeministische Herz hüpft vor Freude.
Nur stelle man sich den umgekehrten Fall vor. Ein einzelner Mann inmitten einer Frauengruppe, dazu die Bildlegende: «Er ist der Boß». Genauso gut könnte man «machistisches Arschloch» unters Bild schreiben. Weshalb diese unterschiedliche Wahrnehmung?

Weil bei einer Frau das Gönnerhafte mitschwingt, dieses sanfte Über-den-Kopf-Streicheln, genau so, wie zuweilen Qualitäten von Behinderten gelobt werden: «Dafür, daß er nur noch ein Bein hat und blind ist, rennt er ganz schön schnell.
Gemeint ist natürlich: «Das arme Schwein kann zwar nichts, aber man erwartet ja auch nicht, daß es irgendetwas kann.“
So darf die Mama also ein bißchen in der Küche vor sich hinapauern. Oder ihre weiblichen Hormone in eine Firma tragen. Oder aufs Filmset. Wo sie dann darüber Auskunft geben darf, ob sie als Frau denn anders führt, kommuniziert, denkt als ein Mann.
Wer noch mehr zum Thema Gender lesen will, befasse sich mit Polizeihündinnen.
Denn die Teufelin steckt meist im Detail.
