
Trotz hunderten an Programmen und all der Mühe von Feministinnen in den vergangenen Jahrzehnten: Schweizer Frauen wollen sich hartnäckig nicht emanzipieren. Eine neue Studie des Bundesamtes für Statistik (BfS) in Neuenburg ist herausgekommen, die morgen in den Zeitungen erscheint und sicherlich zahlreiche Gleichstellungsorganisationen und Frauenfragen-Diskursgruppen dazu animieren wird, nach noch mehr Geld für Gleichstellung zu fordern.
Frustrierend dürfte allerdings für die Damen und Herren Gleichsteller/Innen die Erkenntnis sein, daß sich Lebensweisen nicht erzwingen lassen bzw. Lebensmodelle nicht aufzwingen lassen. Auch nicht mit noch mehr Geld.
Denn auch, wenn die üblichen Kreise um k(r)ampfhafte Emanzipiererinnen (allen voran Micheline Calmy-Rey) gleich wieder reflexartig aufschreien werden, daß es angeblich an fehlender Sensibilisierung, an fehlendem Geld für noch mehr Gleichstellung, an neuen Gleichstellungsgesetzen und Antidiskriminierungsverordnungen fehle: Lebensmodelle lassen sich nicht erzwingen.
Und wenn eine Frau sich damit wohlfühlt, daß der Mann arbeiten geht und sie sich um die Kinder kümmert, wie will man das mit noch mehr Mitteln für Gleichstellungsprogramme, mentaler Umerziehung („Sensibilisierung“) und Zwangsmaßnahmen mittels Gesetzen und Verordnungen (z. B. gegen Arbeitgeber gerichtet) erzwingen können?
Ja, sie sind schon schlimm, diese Ungleichheiten zwischen Mann und Frau. Könnte man doch nur alles einebnen und gleichmachen (gleichstellen). Die Emanzen werden erst Ruhe geben, wenn es genausoviele Bauarbeiter wie Bauarbeiterinnen und genauso viele Hebammer wie Hebammen gibt.
Dann erst ist alles gleichgemacht – pardon – gleichgestellt. Ob die Menschen das überhaupt wollen und ob die zwangsgleichgestellten Frauen mit der verordneten Gleichstellung glücklich sind, das wird nicht gefragt.
Die Frauenzeitung Fraz, das Sprachrohr der Schweizer Frauenbewegung, mußte erst jüngst nach 35 Jahren eingestellt werden. Vor allem jüngere Frauen hätten heute nur noch wenig für solche Themen übrig, so Co-Geschäftsführerin Monica Vanoni gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Offenbar hängt das Thema Zwangsgleichstellung und vermeintliche Frauendiskriminierung auch Frauen inzwischen bis zum Erbrechen zum Halse raus.
Dank sei der Studie des BfA: Morgen kann die neue Geißelungswelle starten
Dadurch lassen sich emanzipatorische MissioniererInnen natürlich nicht beirren und so veröffentlicht das BfA also die untige Studie, mit der ab morgen dann wieder die angebliche Geschlechterdiskriminierung der Schweizer Frauen gegeißelt werden darf:
Lösungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie werden unter anderem in der Arbeitsteilung zwischen Partner und Partnerin gesucht und zeigen sich anschaulich an den Erwerbsmodellen in Paarhaushalten.
Die Schweiz, Österreich, Deutschland, Holland und Belgien zeichnen sich durch einen hohen Anteil an Paarhaushalten aus, in denen der Mann Vollzeit und die Frau Teilzeit arbeitet und einen relativ tiefen Anteil mit zwei in Vollzeit erwerbstätigen Partnern. Vor allem jüngere Frauen hätten heute nur noch wenig für solche Themen übrig, so Co-Geschäftsführerin Monica Vanoni gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Offenbar hängt selbst vielen Frauen, die emanzipatorisch missioniert werden sollen, das Thema der angeblichen Geschlechterdiskriminierung bis zum Erbrechen hin zu Halse raus.
Die Lebenssituation von Paaren verändert sich grundlegend, sobald Kinder im Haushalt leben. Dies sind einige Ergebnisse einer vom Bundesamt für Statistik (BFS) publizierten Studie zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der Schweiz und weiteren europäischen Ländern.
In der Vielfalt der Erwerbsmodelle sind Ländergruppen mit ähnlichen Mustern zu erkennen In der Schweiz, Österreich, Deutschland, den Niederlanden und Belgien ist der Anteil Paarhaushalte, in denen der Mann Vollzeit und die Frau Teilzeit erwerbstätig ist, hoch und liegt zwischen 45% in den Niederlanden und 33% in Deutschland sowie bei 42% in der Schweiz. Die Niederlande haben von allen untersuchten Ländern den tiefsten Anteil des Modells «beide Partner Vollzeit erwerbstätig» (15%), gefolgt von der Schweiz (23%), Deutschland (28%) und Österreich (32%). Das Modell «beide Partner Teilzeit erwerbstätig» kommt am häufigsten in den Niederlanden (5,4%), Schweden (4,3%) und der Schweiz (3,4%) zur Anwendung. In Schweden sind auch weitere, seltenere Modelle häufiger anzutreffen als in den anderen untersuchten Ländern, z.B. der Mann Teilzeit und die Frau Vollzeit erwerbstätig (4,5%). Zudem ist in Schweden der Anteil nicht erwerbstätiger Frauen in Paarhaushalten am geringsten (13%). In Portugal und Finnland sind in rund zwei Dritteln der Paarhaushalte beide Partner Vollzeit erwerbstätig. Das traditionell geprägte Erwerbsmodell, in dem der Mann Vollzeit und die Frau nicht erwerbstätig ist, kommt am häufigsten in Italien (37%) und Spanien (34%) vor (Schweiz: 24%). In Medienmitteilung BFS Rumänien und Ungarn gibt es im Allgemeinen kaum Teilzeitarbeit. Am häufigsten arbeiten beide Partner Vollzeit.
In den untersuchten Ländern wird das «Doppelverdienermodell», in dem beide Partner erwerbstätig sind, in mehr als der Hälfte der Paarhaushalte gelebt. Die Anteile variieren von 56% in Italien bis zu 83% in Schweden. Unabhängig davon, ob die Partnerin (Teilzeit oder Vollzeit) erwerbstätig ist oder nicht, sind die traditionellen Modelle mit einem Vollzeit arbeitenden Mann in allen untersuchten Ländern weitaus am meisten verbreitet, und zwar in mehr als 80% der Paarhaushalte.
Die Präsenz und das Alter von Kindern haben einen Einfluss auf die Erwerbsmodelle Die Lebenssituation von Paaren verändert sich in den meisten Ländern grundlegend, sobald Kinder im Haushalt leben. In der Schweiz – wie auch in Österreich und Deutschland – ist das Modell der Vollzeitbeschäftigung von beiden Partnern in Paarhaushalten mit Kindern deutlich weniger verbreitet als in den Paarhaushalten ohne Kinder. In der Schweiz sind in 8% der Haushalte mit Kindern unter 6 Jahren, in 13% jener mit Kindern ab 6 Jahren und in 54% der Paarhaushalte ohne Kinder beide Partner Vollzeit erwerbstätig. Leben Kinder unter 6 Jahren im Haushalt wird in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich neben dem Modell «Mann Vollzeit und Frau Teilzeit erwerbstätig» (45%, 31% bzw. 38%) das Modell des «Alleinverdieners» – d.h. Mann Vollzeit und Frau nicht erwerbstätig – gelebt (in 37%, 42% bzw. 32% der Haushalte). Mit zunehmendem Alter der Kinder nimmt die Mutter wieder eine Erwerbstätigkeit auf, wenn auch häufig nur Teilzeit. In Schweden und Belgien hat die Präsenz von Kindern im Haushalt keinen Einfluss auf die Erwerbsbeteiligung, sondern auf den Beschäftigungsgrad der Frauen; d.h. letztere ziehen sich nicht aus dem Arbeitsmarkt zurück, reduzieren jedoch ihre Erwerbstätigkeit von Vollzeit auf Teilzeit. In Rumänien sind nur sehr geringe Unterschiede zwischen Paaren mit und solchen ohne Kinder festzustellen. Das Alter der Kinder hat gar keinen Einfluß auf die von den Eltern gelebten Erwerbsmodelle.
Die Präsenz von Kindern führt nicht zu einer Zunahme von egalitären oder neuen Erwerbsmodellen (z.B. beide Partner Teilzeit oder die Frau Vollzeit und der Mann Teilzeit oder nicht erwerbstätig), sondern festigt die verbreiteten Muster. In den meisten der untersuchten Ländern ist eine eher traditionelle Arbeitsteilung noch weit verbreitet: Der Mann ist Vollzeit erwerbstätig und die Frau arbeitet Teilzeit oder ist nicht erwerbstätig. Egalitäre oder neue Erwerbsmodelle sind noch die Ausnahme und werden vor allem in Paarhaushalten ohne Kinder gelebt.
Deutliche geschlechtsspezifische Rollenverteilung
In allen Ländern besteht die Ungleichverteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit In vielen Familien- und Paarhaushalten besteht eine deutliche geschlechtsspezifische Rollenteilung. Obwohl die Erwerbstätigkeit der Mütter in einigen Ländern wie auch in der Schweiz seit den 1990er- Jahren zugenommen hat und in anderen schon seit geraumer Zeit relativ hoch ist, bleibt die Haus- und Familienarbeit eine Domäne der Frauen respektive der Mütter.
In den meisten untersuchten Ländern weisen die Frauen eine höhere Gesamtbelastung von Erwerbs- und Haus- / Familienarbeit aus. Ausnahmen bilden die Niederlande, Schweden und die Schweiz, in denen die Zeitbelastung zwischen den Geschlechtern ausgeglichen ist. Ohne Ausnahme läßt sich hingegen feststellen, daß eine Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit zwischen Frauen und Männern in allen Ländern nach demselben Muster besteht: Männer investieren mehr Zeit in Erwerbsarbeit, also in bezahlte Arbeit, Frauen mehr in Haus- und Familienarbeit, d.h. in unbezahlte Arbeit.
Unter den Nichterwerbspersonen in der Altersgruppe zwischen 25 und 49 Jahren sind Frauen hauptsächlich aufgrund ihrer Tätigkeit im Rahmen der Haus- und Familienarbeit nicht im Erwerbsleben integriert, Männer hingegen aus gesundheitlichen Gründen. In Spanien, der Schweiz, Deutschland, Österreich und Rumänien begründen beispielsweise zwischen 70 und 80% der nicht berufstätigen Frauen im Alter von 25 bis 49 Jahren ihr Fernbleiben vom Arbeitsmarkt mit den Aufgaben im Bereich Haus- und Familienarbeit.
Datenquelle des vorliegenden Beitrags ist die «Gender Statistics Database» der Statistikabteilung der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE: United Nations Economic Commission for Europe). Die Datenbank steht seit dem Frühjahr 2006 online zur Verfügung und enthält zentrale Indikatoren im Bereich Gleichstellung von Frau und Mann für europäische, nordamerikanische und zentralasiatische Länder.
Im Rahmen dieser Studie werden anhand ausgewählter Indikatoren einige Aspekte der Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der Schweiz und in einigen europäischen Ländern untersucht. Die Auswahl der Länder ist von der Verfügbarkeit der Daten zu den analysierten Indikatoren abhängig. Erwerbsmodelle in Paarhaushalten Betrachtet werden nur Paarhaushalte, in denen beide Partner im Haupterwerbsalter zwischen 25 und 49 Jahren sind.