Es ist in einigen Ländern strafbar, Anleitungen zum Bau einer Bombe zu erstellen.

Trotzdem ist es erschreckend, wie einfach es ist, im Internet Anleitungen zum Bau einer Bombe zu finden.

Anleitung zu Bau einer Bombe: Wer solche Bombenbau-Anleitungen oder auch nur Texte zur Sprengchemie ins Internet stellt, muß damit rechnen, daß die Sicherheitsbehörden (Polizei, Staatsschutz, Nachrichtendienste etc.) mitlesen und auch bei harmlosen Texten dazu kann ein Richter auf die Idee kommen und eine Hausdurchsuchung bei einem Journalisten für "verhältnißmäßig" halten.
Anleitung zu Bau einer Bombe: Wer solche Bombenbau-Anleitungen oder auch nur Texte zur Sprengchemie ins Internet stellt, muß damit rechnen, daß die Sicherheitsbehörden (Polizei, Staatsschutz, Nachrichtendienste etc.) mitlesen und auch bei harmlosen Texten dazu kann ein Richter auf die Idee kommen und eine Hausdurchsuchung bei einem Journalisten für „verhältnißmäßig“ halten. (Archivfoto Bombenexplosion / Sprengstoff-Explosion: Polizei24.ch)

Und dies, obwohl das Ins-Internet-stellen von Bombenbau-Anleitungen in etlichen Staaten verboten ist. Es gibt ja jede Menge von Sprengsätzen und Bomben. Die Rohrbombe, Splitterbombe, Autobombe usw. usf.

Auch mit Artikel zum Thema Sprengchemie und ähnlichem sollte man äußerst zurückhaltend und vorsichtig sein, sollte man vorhaben, zu solch einer explosiven Materie Sprengstoffherstellung etwas zu schreiben.

Auch zu reinen Dokumentationszwecken erstellte Internet-Dokumentationen zu explosiven Stoffen oder Sprengmittelherstellung können hier bereits zu richterlich angeordneten Hausdurchsuchungen inklusive der Beschlagnahmung der Rechner von Journalisten führen. Überschriften wie die über diesem Artikel oder solche á la „Anleitung zum Bau einer Bombe“ etc. sollte man in Anbetracht dessen eigentlich tunlichst vermeiden.

Sonst kann man als Journalist sein Arbeitsgerät einbüßen, das man ja täglich benötigt. So erging es einem Telepolis-Journalisten.

Nicht nur einfache Bombenbau-Anleitung für Rohrbombe & Co im Netz: Sogar Anleitungen für den Bau einer Atombombe gibt es im Internet zu haben, berichtet das Schweizer Staatsfernsehen SRF.
Nicht nur einfache Bombenbau-Anleitung für Rohrbombe & Co im Netz: Sogar Anleitungen für den Bau einer Atombombe gibt es im Internet zu haben, berichtet das Schweizer Staatsfernsehen SRF.

Wer also Sachen zum Thema Anleitung Bombenbau oder auch nur zum Thema explosive Stoffe ins Internet stellt, kann sich zumindest einer Sache sicher sein: Sicherheitsbehörden lesen mit.

„Terror-Organisationen werden früher oder später in den Besitz von atomarem Material kommen. Dies sagt Sicherheitsexperte Giorgio Franceschini von der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) im Hinblick auf das laufende Atomgipfeltreffen in Seoul.“ so das Schweizer Staatsfernsehen. (Bild links)

„Gift in PDF-Form“, nannte ein deutscher Terrorermittler solche Bombenbau-Anleitungen im Gespräch mit der Berliner Morgenpost.

Und die deutsche Bildzeitung wußte sich schon 2010 über ein Seite zu empören, welche angeblich eine Anleitung zum Bau einer Rohrbombe ns Netz gestellt haben soll: „In einem Extrakapitel kann der Straßenkämpfer von heute nachlesen, wie aus einem schlichten Staubsaugerrohr eine Art Kanone wird“ entrüstete sich die Boulevardzeitung.

Der Autor der angeblichen Bombenbau-Anleitungen, ein Marc Nemitz (das ist offenbar dieser Herr hier…) weist die Vorwürfe weit von sich und entrüstet sich im Gegenzug über die Darstellung im Magazin Focus, welches er beschuldigt, selbst den Bombenbau zu fördern.

Zudem sollte man sich einmal die Faktenlage anschauen, denn im Vorfeld des Gesprächs habe ich eine Gegenrecherche betrieben. Dabei sind mir ganz erstaunliche Dinge auf Focus.de aufgefallen:

1. am 22.10.2007, 16:34 wurde auf Focus.de ein Artikel veröffentlicht “ Anleitungen im Internet – Bombenbau für jedermann “ Dieser Artikel hat eine sehr große Ähnlichkeit mit dem aktuellen Artikel.

Weiter schreibt Nemitz, die im Focus-Artikel eingeblendete Google-AdSense-Werbung, „bietet ganz offen Mittel an, welche sich nach meiner ganz persönlichen laienhaften Meinung hervorragend zum Bombenbau verwenden lassen“. Dies belegen die folgenden Bildschirmfotos, so Nemitz (zum Eigene-Meinung-bilden: Bild 1, Bild2)

Weiter empört er sich zurück in seinem Fazit: „Ich werde mir keinen Focus mehr kaufen und meinen Bekannten empfehlen dies auch nicht mehr zu tun. Solche schlechte Recherche und solche populistischen Artikel, sind für mich nicht tragbar. Ich durfte dies nun leider anhand meiner eigenen Person feststellen.“

Jedenfalls ist die Tatsache, daß selbst das Ins-Internet-stellen von Anleitungen zum Bau von Stinkbomben und Co. massenhaft Journalisten (Focus, Bild…) auf den Plan ruft bezeichnend, wenn man bedenkt, daß der Staatsschutz nicht einmal Fahndungsfotos von Leuten veröffentlicht, die in Deutschland gesucht werden, weil sie echte Bomben bauen und Bombenanschläge vornehmen.

Oder erscheint dies nicht erklärungsbedürftig?