Jetzt wollte ich das Thema NSU, über das ich eigentlich gar nicht auf SchweizBlog.ch berichten wollte, weil es für die Schweiz mir nicht so bedeutend erschien, gerade schließen. Doch dabei kann es jetzt nicht mehr bleiben.

Im einzigen Bericht zu dem Thema auf Schweizblog.ch wollte ich noch kurz ein Foto austauschen, weil ich mir wegen der Urheberverhältnisse nicht sicher war und „guhgelte“ daher nach Fotos.

Und stoße dabei prompt auf diesen aktuellen Bericht in der Süddeutschen Zeitung (kursiv):

Uwe Mundlos in einer vom Staatsfernsehen ausgestrahlten Krimiserie (Tatort 2001), jetzt Uwe Mundlos zusammen mit Uwe Böhnhardt in einer anderen Serie, welche in einem anderen Staatsfernsehsender ausgestrahlt wurde, im Duo (Bildschirmfoto: Süddeutsche Zeitung)
Uwe Mundlos in einer vom Staatsfernsehen ausgestrahlten Krimiserie (Tatort 2001), jetzt Uwe Mundlos zusammen mit Uwe Böhnhardt in einer anderen Serie, welche in einem anderen Staatsfernsehsender ausgestrahlt wurde, im Duo (Bildschirmfoto: Süddeutsche Zeitung)

Als „Zufall“ bezeichnete es der WDR kürzlich, daß 2001 ein Bild des NSU-Terroristen Mundlos in einem WDR-„Tatort“ auftauchte. Jetzt hat eine Zuschauerin Fahndungsfotos der NSU-Mitglieder in einer ZDF-Serie entdeckt.

Es ist bereits der zweite Fernsehauftritt eines Fahndungsfotos des NSU-Terroristen Uwe Mundlos: Nicht nur im „Tatort“, auch in der ZDF-Serie „Küstenwache“ ist ein Bild von ihm – und in diesem Fall auch von Uwe Böhnhardt – als Requisite aufgetaucht. In einer 2004 erstmals ausgestrahlten Folge seien die Fahndungsfotos Teil einer fiktiven Polizeiakte gewesen, bestätigte ein Sprecher des ZDF in Mainz.

Das ist ja bald, als ob die beiden mutmaßlichen Terroristen Schauspieler gewesen wären...

Ein Kommentator schreibt auf Spiegel.de dazu: „Wenn die beiden zur Fahndung, immerhin wegen Bombenbastelei, was ja bereits auf Terrorismus hindeutet, ausgeschrieben waren, warum durfte sich die breite Öffentlichkeit deren Fotos fast ausschließlich in TV-Serien anschauen?“

Sonst werden Behörden ja äußerst aktiv, wenn es um Bomben und Sprengstoffe geht, z. B. bei Journalisten, die dann Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen ausgesetzt sind.

Aber gut, wieso sollen mißliebige Journalisten auch in den gleichen Genuß wie Terroristen kommen und unbehelligt bleiben?

Und wir wollen ja hier keine Verschwörungstheorien vermuten und uns des Vorwurfs der Verschwörungstheoretik aussetzen. Sowas kann ja mal vorkommen. Gesuchte mutmaßliche Terroristen der rechtsextremen Szene in Serien von verschiedenen TV-Krimis verschiedener staatlicher Fernsehanstalten.

Auch, daß die NPD in Deutschland nicht verboten werden konnte, weil ihre Führungsebene derart mit V-Leuten des Verfassungsschutzes durchsetzt war, muß man nicht unbedingt in einen sicher ja falschen Zusammenhang stellen.

Und daß das Verbot heute aus Sicht von Experten deshalb nicht mehr möglich ist, daß – wie schon im Fall NSU – massenhaft Akten vom Verfassungsschutz vernichtet wurden, muß man ja nicht unbedingt deuteln.

Zufälle gibt es schließlich, und sie können sich schließlich auch manchmal häufen.

Ursprünglicher Bericht auf Schweizblog.ch

 

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