Vorgestern (11.3.12) wurde die Zweitwohnungsinitiative in der Schweiz angenommen. Doch was bedeutet dieser Entscheid für die Schweizer Wirtschaft und die Bergkantone? Für sie ist es ein herber Schlag.

Bergkantone wie etwa Graubünden leben zum größten Teil vom Tourismus. In der Bündner Volkswirtschaft arbeiten etwa 30 Prozent im Tourismus-Sektor. Der Tourismus ist in vielen Bergkantonen eine wichtige und entscheidende Einnahmequelle. Durch die Annahme der Zweitwohnungsinitiative wird diese erheblich gestört.

Zweitwohnungsinitiative - Schlecht für die Schweizer Wirtschaft?
Zweitwohnungsinitiative - Schlecht für die Schweizer Wirtschaft?

Jede Gemeinde darf von nun an lediglich 20 Prozent Zweitwohnungen beherbergen. Die resultierende Folge ist, daß vermehrt Investitionen ins Ausland getätigt werden. Zweitwohnungsgäste werden sich vermehrt im Ausland niederlassen.

Auch die Bergbahnen und Skigebiete leiden unter der Initiative. Durch weniger Zweitwohnungen gibt es auch weniger Touristen. Außerdem finanzieren sich Hotels oft durch Vermietungen und Bewirtschaftungen von Zweitwohnungen. Diese Einnahmequelle würde auf ein Minimun absinken.

Ein weiterer Nachteil ist, daß in der kommenden Zeit vermehrt Mitarbeiter aus dem Tourismus-Bereich entlassen werden müßen. Am meisten betroffen snd besonders die kleinen Touristenregionen. Große Touristenstädte wie Arosa, Davos, Flims / Laax, Matterhorn… werden auch weiterhin intereßant bleiben. Dort werden vermutlich die Hotelübernachtungen ansteigen, außerdem können sich große Touristenregionen individuell auf diese neue Wirtschaftslage einstellen.

Besonders die Baubranche im Engadin sieht für die kommenden Jahre schwarz. Es wird vermehrt mit Kündigungen und Entlassungen gerechnet. Die Bau-Nachfrage im Engadin steigt permanent an. Besonders bei ausländischen Investoren ist das Engadin eine beliebte Baugegend. Durch die neue Initiative kann nur noch begrenzt gebaut werden, und wichtige Investoren gehen verloren.

Dieser „Baustopp“ der durch die Initiative hervorgerufen wird hindert keinesfalls die Zersiedelung, wie die Befürworter annehmen. Vielmehr

Abstimmungsresultat der Zweitwohnungsinitiative. Die Dunkelroten Kantone besitzen am meisten Zweitwohnungen und haben sich deutlich gegen die Initiative entschieden. Ersichtlich ist, daß vor allem das Unterland und Kantone mit wenigen Zweitwohnungn die Initiative befürworteten. (Bildquelle swiss-architects.com)
Abstimmungsresultat der Zweitwohnungsinitiative. Die Dunkelroten Kantone besitzen am meisten Zweitwohnungen und haben sich deutlich gegen die Initiative entschieden. Ersichtlich ist, daß vor allem das Unterland und Kantone mit wenigen Zweitwohnungn die Initiative befürworteten. (Bildquelle swiss-architects.com)

werden gewinnbringende Bauungen gehemmt und das Touristenwesen gestört. Ebenso wird das Bauwesen geschmälert.

Außerdem treten für kleinere Gemeinden, die bis dahin hauptsächlich vom Tourismus gelebt haben unüberbrückbare Probleme auf.

 

 

 

 

Aus den Abstimmungsresultaten ist ersichtlich, daß lediglich die Kantone für Ja gestimmt haben, die selbst über keine bis wenige Zweitwohnungen verfügen, und die mit dem Thema wenig vertraut sind. Die Kantone die die Initiative im wesentlichen betrifft, also Bergkantone mit vielen Zweitwohnungen (vor allem Graubünden, Wallis und das Tessin), haben die Initiative abgelehnt.