Gastautor Michel Ruge zu Identitäte. Werten, Materialismus (Bildschirmfotoausriß: http://www.oliver-flesch.com/)

Michel Ruge ist Autor, Schauspieler und Kampfkünstler.

2010 veröffentlichte er einen psychologischen Ratgeber für den Umgang mit physischen Angriffen, „Das Ruge-Prinzip“.

Gastautor Michel Ruge zu Identitäte. Werten, Materialismus (Bildschirmfotoausriß: http://www.oliver-flesch.com/)
Gastautor Michel Ruge zu Identitäte. Werten, Materialismus (Bildschirmfotoausriß: http://www.oliver-flesch.com/)

2013 folgte seine Autobiographie „Bordsteinkönig“. Gerade habe ich einen interessanten Gastbeitrag auf einem Blog entdeckt, aus dem ich zitere (Link zu ganzem Beitrag unten):

Als eine Nation von verlorenen Seelen habe ich dabei besonders das “Land der unbegrenzten Möglichkeiten” wahrgenommen. Ganz gleich ob ich die Ghettos in New York, New Jersey, Chicago, Green Bay, San Fran, Los Angeles, Las Vegas oder Arizona aufsuchte, überall bot sich mir das gleiche erschütternde Bild. Die dort vor sich hinvegetierenden Menschen waren nicht bloß arm an Besitz und jeder Hoffnung auf bessere Zeiten beraubt, sie besaßen auch keine wirkliche Identität mehr, waren leer und verzweifelt. Natürlich gab es Ausnahmen, aber die bestätigten nur die Regel… Natürlich besteht die USA nicht nur aus Armen und Underdogs, aber auch die an materiellen Gütern reichen US-Amerikaner boten kein besseres Bild. Deren oftmals extrem zur Schau getragener Patriotismus erschöpft sich in leeren Phrasen und Formalismen, hat aber keinerlei Wurzeln und eigenen Gehalt. Alles ist falscher Schein, von anderen, angeeignet, übernommen oder dreist gestohlen.

In Indien und Südafrika waren die Armen noch ärmer, hausten in notdürftig zusammengezimmerten Hütten, über die jeder von uns nur die Nase rümpfen würde, unterschieden sich aber fundamental in Art, Verhalten und Selbstverständnis von den Ghettobewohner, die ich in den USA kennengelernt hatte.
Die Inder in den Slums von Kalkutta und die Südafrikaner in den Elendsvierteln waren allem Leid, aller Not, allem Elend zum Trotz glücklich und herzlich, gepflegt und gebildet! Im Gegensatz zu den US-Amerikanern hatten diese Menschen noch eine echte Gemeinschaft, hielten zueinander, pflegten ihre Rituale und Zeremonien, besannen sich auf ihre Identität.

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