Trauer in bürgerlichen berner Kreisen: Das Stadtparlament Bern hat eine wertvolle bürgernahe Kraft verloren (mehr dazu unten). Der sympathische und im Volk beliebte SVP-Politiker Erich J. Heß trat als Stadtparlamentarier zurück. Erleichterung darüber, daß Heß der Politik weiterhin tatkräftig zur Verfügung stehen wird.
Frage des Journalisten der Basler Zeitung:
Als Großrat müssen Sie nicht mehr in Bern wohnen. Ziehen Sie zurück aufs Land?
Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen antwortet Erich J. Heß in der ihm eigenen direkten Form:
Nein, ich habe Bern ins Herz geschlossen. Hier müßte man nur noch die linke Regierung und das Parlament auswechseln.
Bereits jetzt gibt es viele traurige Stimmen darüber, daß Heß den Berner Stadtrat verläßt.

Der Hintergrund zum Warum
Ein Raunen ging durch das berner Stadtparlament:
Vermutlich kein Politiker im berner Stadtparlament verfügt über solch eine Glaubwürdigkeit und Authentizität.
Doch Erich J. Heß hat – was vielerorts auf Bedauern stößt – nun doch das Stadtparlament Bern verlassen, nachdem die Wähler ihn auch in den Großen Rat des Kantons Bern gewählt hatten.
Damit zeigt sich eindrücklich: Die Wählerschaft wünscht ausdrücklich, daß der beliebte Stadtparlamentarier nicht nur in der Stadt Bern, sondern auch im Kanton wirkt.
Heß wollte sich denn auch dem Berner Stadtparlament gerne weiter zur Verfügung stellen.
Was war die Triebkraft?
Linke jubeln. Endlich ist der unangenehmste Mann, der ihnen das Leben schwermachte, weil er die Tatsachen ansprach und ihnen den Spiegel vors Gesicht hielt weg! Besser konnte es nicht kommen.
Die Frage stellt sich: Was war die Triebkraft hinter dem Rücktritt, den soviele bedauern, fragt man sich?
Haben Linke Heß aus dem Stadtparlament rausgeekelt? Oder scheut der populäre Politiker neuerdings die politische Debatte?
Weit gefehlt, es war – man glaubt es kaum – die eigene Partei. Ob sich die stadtbernerische SVP damit einen Gefallen getan hat, muß stark bezweifelt werden:
Grund für seinen Rücktritt waren nämlich weder die SP, die Alternativen, Grünen und sonstigen agitativen Linkskräfte wie etwa die CVP, sondern Grund war einzig und allein, daß es leider gemäß Auffassung einiger stadtbernerischer SVP-Mitglieder gegen einen parteiinternen Kodex verstoßen hätte, weil er nun nach seinem neuerlichen Wahlerfolg auch im Großrat die SVP im Kanton Bern vertritt.
Dabei hätte Heß gerne seine Energie und seinen Einsatz weiter auch dem berner Stadtparlament zur Verfügung gestellt.
Postenjäger innerhalb der eigenen SVP-Fraktion drohten dem beliebten und dem zugleich wohl einzigen schweizweit bekannten berner Stadtparlamentarier sogar mit einem Parteiausschluß.
Dabei hat Erich J. Heß überhaupt nichts mit Eveline Widmer-Schlumpf und Konsorten zu tun, im Gegenteil. Hier ging es nur darum, daß man parteiintern auf seinen Stadtparlamentssitz heiß war.
Heß gab dem Druck klugerweise nach, um so ein Ausufern der parteipolitischen Querleleien zum Wohle der SVP abzuwenden.
Dem «Bund» sagte er Anfang Juni: «Das ist überhaupt keine Niederlage für mich, sondern meine freie Entscheidung.»
Auf die Enttäuschung folgt jedoch Erleichterung
Zur großen Erleichterung seiner Wähler teilte Heß aber mit, daß er «weiterhin eine konsequente SVP-Politik vertreten und tatkräftig im Großen Rat für das Wohl der Bernerinnen und Berner einstehen» werde.
Den Stadtratssitz und das Fraktionspräsidium übernimmt indes ein zuvor abgewählter SVP-Politiker, der völlig unbekannte Roland Jakob (2008 abgewählt), der nun wieder in das Stadtparlament reinrutschte.
Der Stadt Bern wird die klare Stimme von Erich J. Heß fehlen, aber zum Glück steht er nun kantonsweit zur Verfügung. Da er ohnedies schweizweit bekannt ist und nicht zuletzt aufgrund seiner großen Popularität weit über den Kanton Bern hinaus, dürfte wohl bald die Wahl in den Nationalrat folgen.
Aber dies ist natürlich eine reine Spekulation von Schweizblog.ch.