Laax ist als Skigebiet weltbekannt. Andere Örtlichkeiten mit ähnlichen Möglichkeiten kennt niemand.
Nicht einmal Schweizer.
Ich meine: Welcher Zürcher oder Aargauer kennt denn schon das Domleschg?
Wieoft habe ich es erlebt, daß jemand frug: Domleschg? Was?

Es ist eine Sache, die auch mit Vermarktung aber auch mit dem Schaffen attraktiver Angebote im Wintersport zusammenhängt.
Die Regio Flims-Laax-Falera vermarktet sich gemeinsam und bietet Schneesportlern viele viele Möglichkeiten. Während man sich rund um um Thusis und Cazis – die beiden größten Orte im Domleschg – einfach drauf zu konzentrieren scheint, möglichst viel Industrie anzusiedeln und auch die Ausweitung von Gefängnis, Asylheimen und Psychiatrie als positiv zu betrachten scheint, bzw. dafür regelrecht anbiedert, ist es im Tourismusgebiet Flims-Laax-Falera anders.
Der Schwerpunkt wird nicht auf Industrie, Landschaftsverschandelung und Sozialindustrie sondern auf Tourismus ausgerichtet.
Das macht sich auch im breiten Angebot bemerkbar. Und auch in der Vermarktung. Man überlege einmal, daß ein Teil des Domleschgs, die linke Talseite – sich ernsthaft unter dem Namen Heinzenberg erfolgreich vermarkten will. Das ist im besten Fall lächerlich.
So ist es kein Wunder, daß die drei Skilift im Domleschg hauptsächlich von Einheimischen und Heimwehbündnern genutzt werden und kaum Touristen kommen, während die Region Flims-Laax-Falera – zahlungskräftige – Touristen aus aller Welt anzieht.
Das Angebot wurde so gut ausgebaut, daß diese Touristen kommen und die Region als erste Wahl für ihre Ferien wahrnehmen. Flims-Laax-Falera ist weltweit ein Begriff, während „Domleschg“ viele Schweizer nicht einmal kennen.
Und diese Vielfalt an Möglichkeiten machte LAAX zu einem führenden Winterresort in Europa und sogar weltweit. Das Winterresort LAAX besteht aus den Dörfern Flims, Laax und Falera. Von allen drei Örtlichkeiten aus besteht eine direkte Anbindung ins Skigebiet. Die touristische Infrastruktur ist bestens ausgebaut.
Und während Gemeinden im Domleschg – namentlich Cazis und Thusis – ihre Landschaft durch die favorisierte Ansiedlung von Industrie vergewaltigen hat sich Falera den Scharm eines typischen Bündner Bergdorfes bewahrt.
Solche Tourismus-„Wunder“ geschehen allerdings nicht durch Zufall, sondern sind mit Namen eng verknäpft. Im Falle von Flims-Laax-Falera mit dem Namen Gurtner.
So schreibt die Weltwoche: „Reto Gurtner hat die einst beschauliche Skistation Flims, Laax, Falera in ein weltweit führendes Hochtechnologie-Unternehmen verwandelt.“
Reto Gurtner studierte Betriebswirtschaft und Jura. Er übernahm die Bergbahnen „Crap Sogn Gion“ in Laax von seinem Vater und fusionierte sie 1996 mit den Bergbahnen Flims zur „Weißen Arena“-Gruppe. Seitdem ist er auch Präsident des Verwaltungsrats. Reto Gurtner ist der Visionär und der Architekt der „Weißen Arena“-Gruppe, liest man auf der Webpräsenz der „Weißen Arena“.
Doch was macht diese so erfolgreich?

„Diese Geschäftsstruktur findet man in keiner andern Destination, nicht einmal in Nordamerika», sagt der Tourismusexperte Arvid Flagesta. Der Norweger hat für das schwedische „European Tourism Research Institute“ eine viel-beachtete Studie über «Organisationsstruktur und strategischen Erfolg von Wintersport-Gebieten» in Europa, Nordamerika und Kanada verfaßt.
Laax war das erste Paradies für die anfangs verhaßten Schneebrettler („snowboarder“) schreibt die deutsche Publikation „Die Zeit“. Und auf die Frage des „Die Zeit“-Journalisten „Wieso wirkt hier alles so entschleunigt?“ antwortet Gurtner im März 2013: „Weil wir in Laax seit den 70er-Jahren versuchen, den Wettbewerbsgedanken von der Piste zu verbannen. Unser Skigebiet muß wettbewerbsfähig sein, aber unsere Gäste sollen nicht gegeneinander antreten. Deshalb gibt es in der Skischule auch keine üblichen Abschlußrennen für die Kinder, vor denen sich manche ja schon am ersten Tag fürchten. Wir wollen niemanden unter Druck setzen, sondern Freude vermitteln. Skilaufen ist für mich ein Lebensgefühl und kein Leistungssport. In der Arbeitswelt wird der Mensch schon ständig auf Leistung getrimmt. Da muß der Urlaub eine Gegenwelt sein.
Die Weiße-Arena-Gruppe setzt mehr an Umsatz um als die drei Gemeinden Flims, Laax, Falera zusammen. Und beschäftigt eine vierstellige Zahl an Mitarbeitern.
Schade, daß es so eine Person wie Gurtner nicht im Domleschg gibt… Und an vielen anderen angeblich „verlorenen“ Berggegenden Graubündens, die von massiver Abwanderung bedroht sind, weil die junge Generation ins „Unterland“ auswandert.
Die Aktien der Weißen Arena-Gruppe kann man sogar kaufen, lese ich gerade auf der Webseite der Gruppe.
Es wird allerdings nicht unbedingt jeder Aktionär genommen. Wen wundert´s…
Gut, man muß ja nicht gleich Aktionär werden, man darf auch so Ski-fahren.