Schwer verletzt überlebt jede dritte Person, die auf der Schiene den Selbstmord versucht, ergibt eine jüngste Statistik.
Es sollte wohl einige davon abhalten, diese Art des Sterbens zu wählen, sich vor einen Zug zu werfen.
Eine ganz andere Frage ist jedoch, warum in den wertelosen, materialistischen westlichen Gesellschaften mit all ihrem Reichtum (materiellem Reichtum) die Selbstmordraten so weit extrem höher sind als in armen Gesellschaften.
Es wird wohl damit zusammenhängen, daß Menschen, die täglich um das Überleben kämpfen müssen, gar keine Zeit haben, sie Gedanken zu machen um soetwas wie Selbstmord. Könnte man oberflächlich ersteinmal annehmen. Oder keine Zeit für sowas haben, sich Gedanken zu machen um Sachen, wie sie gerade in Berlin geschehen und die irgendwie etwas Selbstmordartiges an sich haben in ihrer Albernheit.

Ich denke, es ist es wert, einen Blick darauf werfen zu lassen. Die westlichen Gesellschaften predigen, daß Werte regelrecht egal sind. Man dürfe nicht an Heimat glauben, es sei alles egal. Egal, welche Religion, egal, welche Werte, egal, welche sexuelle Orientierung, egal, ob weiblich oder männlich.
Diese Doktrin schlägt sich zum Beispiel in Forderungen keifender, zähnefletschender EmanzInnen nieder, die fordern, es müssen jetzt gleichviele BaggerführerInnen wie Baggerführer geben. So ein Schwachsinn, aber es gibt solche Forderungen tatsächlich und jeder-Mann kuscht davor. Ansonsten wäre er ja frauenfeindlich.
Sicherlich spielen bei Selbstmord die Wertelosigkeit und der damit einhergehende Glaube an Konsum und Materialismus eine große Rolle.
Nur: Das neueste „Eifon“ zu kaufen, mag oberflächlich glücklich machen in ein paar Sekunden oder vielleicht sogar Stunden. Dennoch ist die Seele damit nicht wirklich zufrieden. Der Glaube an ein Eifon ist halt nicht vergleichbar, nicht ansatzweise ebenbürtig wie der Glaube, an Werte, an Heimat und ähnlichgelagerte Sachen.
Daß Materialismus und Unglücklichkeit / Selbstmord stark zusammenhängen kommt nicht von ungefährt. Belegt ist dies wohl durch die Tatsache, daß unter Millionären in der Schweiz – und auch anderswo – die Selbstmordrate weitaus höher ist als im Durchschnitt. Hätten Sie das gedacht?
Das mag daran liegen, daß viele Leute, die geglaubt haben, Werte zu finden in Besitz, Macht, Erfolg (oberflächlichem, materiellem) und Geld, merken müssen, daß sie genau das, was sie suchten, nicht in Besitz, Macht, „Erfolg“ und Geld finden.
Erst in jüngster Zeit ermordeten sich zahlreiche Top-„Mänätscher“ in der Schweiz. Die Vorzeigelichter der Wirtschaft waren. Der Swisscom-Chef und auch ein Kader-Mitglied der Zürich-Versicherung bzw. wie sie jüngst ja in ihrer kulturellen Selbstaufgabe sich schimpft: Die „Zurich“-Versicherung. Englisch. Als ob die Schweiz in Amerika läge.
Auch das ist ein Stück Materialismus und Selbstaufgabe.
Daß eine Schweizer Versicherung sich einen englischen Namen gibt. Sowas Lächerliches. Doch es zeugt nicht nur von Lächerlichkeit, sondern auch von Selbstaufgabe zugunsten von Materialismus.
An Religion ist in den westlichen Gesellschaften Europas kaum noch zu denken. Seitdem sich die Kirchen politisieren und in eine Partei verwandelt haben anstatt sich um Werte zu kümmern („Jesus würde SP / Grüne wählen“), klafft auch hier eine Lücke. Zahlreiche gerade junge Leute treten zum Buddhismus über oder auch zum Islam. Weil die Kirchen zu politischen linken Larifari- und Gutmenschen-Veranstaltungen geworden sind. Also genau dem, was kein Mensch sucht, der nach Lebenssinn und charakterlicher, persönlicher Weiterentwicklung sucht, die jemand in Religion zu finden hofft. Auch die Freidenker haben in der Schweiz in diesem Sinne großen Zulauf.
Erst jüngst zitierte ich einen Autor dieser Bewegung. Ich kenne sie nicht, aber: Sie scheint immer noch besser, als eine verdorbene, politisierende Kirche, die sich mehr um Politik als um Glauben schert (der als mediengeil verschrieene ehemalige Abt Werlen läßt grüßen).
Ganz unabhängig davon, was man von Kirche hält oder nicht (Dies ist wieder ein anderes Thema):
Vielleicht sollte man all diese Gutmenschen in der Politik und die Politisierer in den Kirchen (warum wurden sie nicht Politiker, wenn sie politisieren wollen?) einmal hinausschmeißen.
Gutmenschen in der Politik können ja Priester werden und predigen. Und Geistliche, die unbedingt so gern politisieren möchten, können sich ja um ein politisches Amt bewerben und den Wählern stellen, anstatt die Kirchen zu mißbrauchen zum Politisieren. Das würde zumindest mal die Wahlverdrossenheit schmälern und den täglichen Selbstmord der Kirchen auch. Sie verlieren mit der Politisiererei ihren Anspruch auf Moral, sie werden politische Partei. Sie verlieren jegliche Glaubwürdigkeit. Und lösen sich damit Jahr zu Jahr mittelt linksaußen orientierter Unterwanderung immer weiter selbst auf.
Remo (Reimut) Maßat