Eine ganze JuSo-Sektion will austreten, mit 5 weiteren knatscht es gewaltig (Foto: Baptiste Hurni)
Eine ganze JuSo-Sektion will austreten, mit 5 weiteren knatscht es gewaltig (Foto: Baptiste Hurni, Parti socialiste neuchâteloise)

Die Neuenburger Sektion tritt aus der Partei der Jungsozialisten (Juso) aus, berichtet die Berner Zeitung: Diese Entscheidung fiel, nachdem die Juso-Delegierten an ihrer Versammlung ein umstrittenes Papier angenommen hatten. Sechs Sektionen protestierten, nun der erste Sektionsaustritt:

Über den Eklat bei den Jusos berichtet Nachrichten.ch:

Er sei „ein wenig traurig, daß es soweit kommen mußte“, so der Neuenburger Kantonsrat Baptiste Hurni gegenüber Radio RSR.

Schweizweit bekannt wurde Hurni, als er als Reaktion auf die Untaten des libyschen Regimes und die schwachbrüstige Haltung des Bundesrates eine Webseite mit einem offenen Brief an Muammar al Quadhafi als Geisel nahm (http://www.kadhafi.ch/). Er selbst hatte auch Erfahrungen mit der libyschen Justiz sammeln müssen.

Aus dem Papier zum Verhältnis von Kirche und Staat spreche «der alte bolschewistische Haß auf die Religion», präzisierte Kantonsrat Hurni zum umstrittenen Anti-Christentum-Papier weiter.

Das umstrittene Anti-Christentum-Papier, das als Reaktion auf die Anti-Minarett-Initiative gedacht sein sollte, verlangt unter anderem Sachen wie die Abschaffung der Kirchensteuern und das Verbot von Schulen unter kirchlicher Trägerschaft.

In dem JUSO-Religionspapier wird weiter wird gefordert, daß Religions- durch Ethikunterricht ersetzt wird.

Die Abtrünnigen müßten sie die Sektion auflösen, droht der gegenwärtige JUSO- Präsident Cédric Wermuth.

Neuenburg nicht allein, sondern sechs Sektionen gegen weitere Radikalisierung der JUSO

Der Streit bei den JUSO geht schon einige Wochen. Ganze sechs JUSO-Sektionen hatten das umstrittene Religionspapier bereits an der Delegiertenversammlung im Oktober in Solothurn als zu radikal zurückweisen wollen.

Die Neuenburger Sektion forderte auch damals schon Mäßigung und forderte als Reaktion gegen das radikale Papier die Absetzung der gesamten Parteileitung.

Moniert wurden konkret, daß Parteispitze eine immer radikalere Politik verfolge, ohne sich überhaupt noch mit der Basis abzusprechen.

Vertuschungsstrategie bzw. Totschweigestrategie

Die Berner Zeitung vom 12.12.2009 kritisiert: „Vom Eklat in Lausanne war im Communiqué, das die JUSO am Samstagabend verschickten, nichts zu lesen.“