Es ist eine hitzige Debatte, die bereits seit vielen Jahren für Uneinigkeit unter Büchersammlern und Antiquariatsbesitzern sorgt. Sollte man wertvolle Bücher wirklich einschweißen oder führt man den eigentlichen Sinn eines Buches damit ad absurdum?
Und wie wirkt sich das Einschweißen eigentlich auf die Bücher aus? Können die wertvollen Stücke dadurch vielleicht sogar Schaden nehmen? Die Befürworter werfen an dieser Stelle stets ein, daß man auf diese Weise die Bücher für die Nachwelt erhalten könne, doch gibt es heutzutage nicht bessere Wege, um den Inhalt eines Buches zu konservieren?
So lagert man Bücher richtig

Viele große Verlagshäuser schweißen ihre neuen Bücher ein, um sie möglichst ohne Makel bis zu den Kunden zu liefern. Tatsächlich verursacht dieses Vorgehen einen immensen Haufen Plastikmüll und Buchhändler wie Käufer sind davon eigentlich nur genervt. Doch was ist mit sehr alten Büchern?
Wenn Stockflecken, Verfärbungen und der einhergehende langsame Verfall drohen, sollte man die wertvollen Zeitzeugnisse vergangener Jahrhunderte vielleicht doch lieber einschweissen? Comicsammler schweißen ihre wertvollsten Exemplare ja auch in Folie ein!
Praktischer Helfer beim Einschweißen ist ein entsprechendes Schweißgerät und die richtige Folie, die den Inhalt auch vor Beschädigungen schützen kann. Was Bücher angeht, ist diese Art der Konservierung allerdings eher umstritten. Kein Büchersammler der Welt würde seine wertvollen Stücke, und seien sie noch so alt, in Folie verpacken.
Wenn Stockflecken, Papierwellung (durch Feuchtigkeit) und Verfärbungen die Seiten des Buches erst einmal befallen haben, bringt das Einschweißen ohnehin nicht mehr sehr viel. Übrigens ist die Papierqualität alter Bücher von ganz erstaunlicher Qualität. Würde man ein heutiges Buch in geöffnetem Zustand für einige Wochen in die gleißende Mittagssonne legen, wären die jeweiligen Seiten vermutlich nicht mehr lesbar.
Bei alten Büchern ist vor allem darauf zu achten, daß die Exemplare trocken gelagert werden und vor starkem Lichteinfluss geschützt sind. Einige Sammler haben sogar gesonderte, sterile Räume, in denen sie die Luftfeuchtigkeit regulieren können. Auf diese Weise können selbst Bücher, die bereits erste Verfallsspuren aufweisen, noch einige Jahrhunderte erhalten bleiben. Nie sollte man das Regal mit der Stirnseite gen Sonne aufstellen, ansonsten bleichen die Bücher recht schnell aus.
Moderne Wege der Konservierung
Möchte man den Inhalt eines Buches vor dem Verfall bewahren, sollte man die Seiten am besten einscannen, mit einem Bildbearbeitungsprogramm ein wenig aufbereiten und als druckbares PDF abspeichern. Bei Bedarf kann das Buch dann einfach per Knopfdruck neu gedruckt werden. Es gibt sogar einige kleinere Verlage, die sich darauf spezialisiert haben und sicher schon das eine oder andere Buch vor dem Verfall bewahren konnten.