Im einer Publikation der Gewerkschaft Syna (Nr. 19 vom 24. Mai 2013) äußert sich ein an der deutschen „Akademie der Wissenschaften“ (Heidelberg) lehrende Historiker Thomas Maißen.

Der Schweizer sagte: „Schuldenmachen hat in Europa immer zum Krieg geführt.“

Komischerweise plädiert er gleichzeitig offenbar für einen EU-Beitritt (im gleichen Artikel):

Man müsse aufhören, das Bild aufrechtzuerhalten, daß die Schweiz zu klein sei, um Einfluß zu haben.

In dem Artikel mit der Überschrift „Ballast abwerfen“ fordert er, die Schweiz müsse ihren Geschichtsunterricht ändern. Tell und Rütli habe sich Schiller ausgedacht und dieser Ballast müsse aus dem Schulunterricht entfernt werden…

Wenn er in Deutschland lehrt, warum fordert er dann nicht dort einmal, daß die Nibelungensage in den Schulen weg muß oder solche Sachen?

Jedes Land sucht sich schließlich seine Nationalmythen, es spielt keine Rolle, ob sie so wirklich geschehen sind oder nicht. Das kann auch die Forschung kaum noch beweisen.

Wichtiger ist das Selbstverständnis, das aus solchen Geschichten – ob wahr oder nur teilweise wahr – hervorgeht.

So etwa, daß in der Schweiz von unten nach oben regiert wird und nicht von oben nach unten wie in Frankreich oder Deutschland oder der EU.

Dies drückt sich in der Geßler- und Tell-Geschichte aus. Oder warum nicht auch sagen: Im Geßler- und Tell-Mythos. Es spielt keine Rolle, ob es sich 1 zu 1 so zugetragen hat oder nicht.

Natürlich paßt aber solch ein Mythos oder solch eine Geschichte – wie auch immer – nicht in das Geschichtsbild eines linken Historikers, welcher am liebsten die Schweiz in der EU sähe.

Foto: Ausriß aus der Zeitung der Syna-Gewerkschaft (SchweizBlog.ch)
Foto: Ausriß aus der Zeitung der Syna-Gewerkschaft (SchweizBlog.ch)