Wenn Pflanzen ultravioletten Strahlen ausgesetzt werden, regt dies die Produktion zahlreicher neuer Moleküle an, deren biologische Eigenschaften für Landwirtschaft und Medizin interessant sind.

Dank einer Methode, die an der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW entwickelt wurde, können alle einheimischen Pflanzenarten auf bisher unbekannte biologische Eigenschaften untersucht werden.
So z. B. auf Inhaltsstoffe, die gegen Pilzkrankheiten helfen, bei denen herkömmliche Medikamente unwirksam geworden sind.
Auch Pflanzen kennen Sonnenschutzmittel
Pflanzen können unangenehmen Einflüssen ihrer Umwelt nicht durch Weglaufen entkommen. Darum haben sie ein ganzes Arsenal an Substanzen entwickelt, mit denen sie auf unzählige Situationen reagieren.
Wie beim Menschen kann es für die Zellen einer Pflanze katastrophale Folgen haben, wenn sie unvorbereitet starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Zum Schutz erzeugen die Pflanzen Moleküle, welche die Lichtenergie absorbieren und ablenken.

So ist die natürliche UV-Einstrahlung ausreichend, daß die Pflanzen z. B. Antioxidantien erzeugen, die sie so ähnlich wie eine Sonnenkrem gegen den Lichtüberschuß schützen.
Pflanzen in hohen Berglagen sind ständig starker UV-Strahlung ausgesetzt und produzieren deshalb ununterbrochen eine große Anzahl an solchen schützenden Substanzen.
Die meisten dieser Substanzen weisen auch andere biologische Eigenschaften auf, die zu pharmazeutischen und agronomischen (agrarwissenschaftlichen) Zwecken eingesetzt werden können.

Neue Heilmittel gegen Fußpilz bzw. Hautpilz gesucht
Pilzerkrankungen bereiten den Ärzten zunehmend Sorge:
Die lange als Sekundärkrankheiten betrachteten Pilzerkrankungen führen bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem zu gravierenden Beschwerden.
Bei gesunden Menschen führen Pilze hauptsächlich zu Nagelerkrankungen, welche die Ärzte nur mit ein paar wenigen Mitteln bekämpfen können.
Das Problem bei der Bekämpfung der Hautpilz- und Fußpilz-Krankheiten:
Diese Therapien führen dazu, daß heute immer öfter neue und resistentere Pilzarten beobachtet werden.

Dazu gehört auch die Pilzgattung der Fusarien, die Krankheiten von agrar-wissenschaftlicher Bedeutung verursachen.
Im Kampf gegen diese resistenten Pilze nutzen die ACW-Forscher die Fähigkeit der Pflanzen aus, bei Streß mit der Produktion neuer Substanzen zu reagieren, die allenfalls als Fungizide einer neuen Generation eingesetzt werden könnten.
Die hier vorgestellte Strategie besteht darin, die seit Jahrhunderten bekannten lokalen Pflanzenarten in ihrer Vielfalt auf biologische Eigenschaften zu untersuchen, die bislang unbekannt waren.

Mit dieser Methode sollten wir in der Lage sein, unsere einheimischen Pflanzen – Topinambur, Schlangenlauch (Alpenschnittlauch), Rucola, Kardy (Kardi) usw. – weit über ihren kulinarischen Wert hinaus zu nutzen.