Der Journalist, der über mich 2009 im Tagi die Lüge geschrieben hatte, ich würde angeblich auf Bahamas geschäften (obwohl ich noch nie dort war, geschweige denn dort geschäftet habe, er hätte sich lieber mit Pietro Supino einmal befassen sollen und seiner Vergangenheit, der war eher auf Bahamas als ich), hat mal wieder eine ganz wirklich glänzende und wahnsinnig gut recherchierte Geschichte verfaßt.

Wobei es hier wohl nur um ein bißchen Füllmaterial an Buchstaben ging und nicht darum absichtlich und bewußt, aus offenbar politischen Motiven heraus (oder um dem damaligen Chefredaktor zu gefallen?) Lügen zu schreiben.
Durch Zufall lese ich es und frag mich: Und der Mehrwehrt von dem „Bericht“?
Berichten tut „Qualitätsjournalist“ Bütikofer über Schweizer Uhren bzw. einen Unternehmer aus den USA, der angebliche oder tatsächliche Schweizer Uhren verkauft.
Im Wesentlichen erfahren wir im Bericht die Wiedergabe der Behauptungen des US-Unternehmers.
Was erfahren wir eigentlich?
Daß er CH-Uhren für 100 Franken verkauft.
Ob es nun tatsächlich Schweizer Uhren sind oder nicht? Man erfährt es nicht. Recherche? Null.
Man erfährt nichts, außer eine bloße Wiedergabe der Behauptungen des Mannes.
Ja, und weiter? Null.
Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung (unten).
Das ganz paßt hinsichtlich Recherchequalität absolut zu den Dokumenten, welche Schlagwort AG jüngst zugepielt wurden in in punkto Qualität und Tamedia und welche ich hier oder auf einer – aufgrund des perfiden Umfangs – extra dafür eingerichteten Domäne, öffentlich machen werde.
Besonders verwerflich ist in meinen Augen, daß der Tagesanzeiger unter dem Mäntelchen der angeblichen Seriösität daherkommt, aber immer mehr in Boulevard tendiert, diesen untermischt. Die Recherche oder eine wirkliche journalistische Leistung bleiben hierbei immer mehr auf der Strecke.
Während es 2009 vielleicht noch politisch motivierte Lügen waren, die Qualität / Wahrheit also bewußt mit Füßen getreten wurde, ist es jetzt einfach dieser Grund, wenn die Tamdia-Presse auf Qualität verzichtet. Mehr Einnahmen durch weniger Recherche und mehr Boulevard-Beimischungen.
Tja, nicht überall ist ein großzügiger Investor wie Christoph Blocher zur Stelle, der viel viel Geld investiert, damit journalistische Recherche gestärkt wird. Anderswo geht es nicht um Medienvielfalt und schon gar nicht um Medienqualität oder Recherche.

