Ehrung für den vor acht Jahren verstorbenen Basler Alt-Bundesrat Hans-Peter Tschudi:

Am 21. Juni 2010 soll im Rahmen einer Feier die Grünanlage im Geviert Spi­talstraße – Wilhelm His Straße – Johanniterstraße – St. Johanns-Schulhaus in „Tschudi-Park“ benannt werden.

Dies hat der Vorsteher des Justiz- und Sicherheits­departements, Regierungsrat Hanspeter Gaß, auf Antrag der hierfür zuständigen Nomenklatur-Kommission beschlossen, berichtet das SID Basel:

Hans-Peter Tschudi, SP: Nach dem Alt-Bundesrat wird eine Park benannt

Seit geraumer Zeit wird „von verschiedener Seite“ angeregt, zu Ehren des im Jahre 2002 ver­storbenen Alt-Bundesrat Hans-Peter Tschudi (SP) eine Straße, einen Platz oder einen Park auf seinen Namen zu benennen, so das Sicherheitsdepartement Basel.

Die Namensgebungen zuständige Nomenklaturkommission, die zum Justiz- und Sicherheitsdepartement gehört, hat die entsprechenden Anregungen aufgegriffen und dem Vorsteher des zuständigen Departements, Regierungsrat Hanspeter Gaß, den Antrag gestellt, die  Grünanlage im Geviert Spitalstraße – Wilhelm His-Straße – Johanniterstraße – St. Johanns-Schulhaus neu „Tschudi-Park“ zu bezeichnen. Dieser hat nun den Antrag gutgeheißen.

Vorgesehen ist, am 21. Juni 2010 im Rahmen einer würdigen Einweihungsfeier eine Infor­mationstafel auf der Seite des St. Johanns-Schulhauses zu enthüllen. Darauf soll einerseits das Leben und Wirken von alt Bundesrat Hans-Peter Tschudi dargestellt werden.

Anderer­seits sollen auf dieser Tafel auch Informationen zur zukünftigen Parkentwicklung enthalten sein.

Der „Tschudi-Park“ liegt mitten in einer städtebaulichen Entwicklungszone. Im ganzen Gebiet entstehen seit einigen Jahren neue moderne Gebäude,  und unmittelbar gegenüber wird das neue Biozentrum gebaut. Dadurch gewinnt der Park, der auch durch verschiedene Maßnahmen aufgewertet werden soll, inskünftig an Bedeutung.

Hintergrund:

Prof. Dr. iur. Hans Peter Tschudi (1913 – 2002) studierte an der Juristischen Fakultät der Universität Basel die Rechte. Nach dem Doktorat (1936) und der Habilitation (1948) über­nahm er 1952 einen Lehrauftrag als außerordentlicher Professor für Arbeits- und Sozialver­sicherungsrecht an der Uni Basel. 1944  bis 1953 gehörte er als Mitglied der Sozialdemokra­tischen Partei dem Großen Rat an.

Von 1953 bis 1959/1960 wirkte er als Regierungsrat, gleichzeitig von 1956 bis 1959 auch als Ständerat des Stadtkantons. Am 17. Dezember 1959 erfolgte die Wahl in den Bundesrat – als zweiter baselstädtischer Bundesrat nach Ernst Brenner, welcher von 1897 bis 1911 Mitglied der Landesregierung gewesen war.

Hans-Peter Tschudi wirkte während 13 Jahren, bis 1973, im Bundesrat. Er leitete das Eidgenössi­sche Departement des Innern und fungierte in den Jahren 1965 und 1970 auch als Bundes­präsident. Unter seiner Führung als Bundesrat konnte die AHV erheblich ausgebaut werden, weshalb er auch gerne als „Vater  der AHV“ bezeichnet wird. Hans-Peter Tschudi starb am 30. September 2002 in Basel.

Anm. d. Red.

Gemäß Wikipedia heißt es: Hans-Peter Tschudi wird, fälschlicherweise aber oft, als „Vater der AHV“ bezeichnet. Diese Bezeichnung ist irreführend, da die AHV bereits 1947 in einer Volksabstimmung angenommen wurde. Tschudi war aber für wichtige Weiterentwicklungen wie das Dreisäulen-Prinzip und die Ergänzungsleistungen verantwortlich.