Bei der Transparenzinitiative stieß der st. gallische Nationalrat Lukas Reimann auf zum Teil erheblichen Widerstand innerhalb der eigenen Partei.
Namentlich der wegen Boni-Exzessen umstrittene Nationalrat Peter Spuhler (SVP TG) äußerte sich öffentlich gegen mehr Transparenz und attackierte die Transparenzinitiative sogar öffentlich als „Schnapsidee“.
Wieviel Geld Politiker von Wirtschaftsunternehmen oder anderen Interessenvertretern erhalten sollte nach Ansicht des als FDP-nah geltenden Nationalrats Spuhler weiterhin geheim bleiben. Wird demnächst das Volk selbst entscheiden können, wiviel es wissen darf?
Schweiz-Blog.ch hatte die Gelegenheit anläßlich derVorstellung der Transparenzinitiative und des Beginns der Unterschriftensammlungen dafür, Nationalrat Lukas Reimann zur Volksinitiative zu befragen:
1.) Was versprechen Sie sich von der Initiative?
Eine glaubwürdigere Politik und mehr Nähe zum Bürger.

2.) Wie stehen Sie zum Thema der Offenlegung von Parteispenden?
Ich stehe dem neutral gegenüber, bin aber gegen die Parteifinanzierung, denn sonst zahlt am Ende der Steuerzahler für die Parteien.
3.) Wurden Sie schon versucht, zu bestechen? Wenn ja, wie haben Sie reagiert? Wenn nein, wie würden Sie reagieren?
Ja mir wurden schon Angebote unterbreitet, diese habe ich jedoch abgelehnt und würde es auch wieder tun.
4.) Glauben Sie nicht, daß es auch Politiker gibt, die trotz Spenden aus der privaten Wirtschaft mit gutem Gewissen am besten für das Volk handeln?
Ich glaube das nicht. Bei kleinen Unternehmen ist die Gefahr zwar nicht so groß, wenn der Staat vielleicht auch nicht direkt involviert ist. Bei größeren Unternehmen hingegen, handelt es sich meist aber um sehr große Summen, dadurch läßt man sich beeinflussen.

5.) Sie als Nationalrat verzichten also freiwillig auf zusätzliche Gelder?
Ja ich verzichte freiwillig. Diverse Angebote habe ich bereits abgelehnt.
Weiterführendes:
Blog von Nationalrat Lukas Reimann mit Video der Pressekonferenz im Medienzentrum des Bundeshauses
Webseite der Transparenzinitiative