In der heutigen Praxis der Smartfons, die man ständig bei sich hat, weil sie schlank und „smart“ sind, neigt man dazu, ständig Schnappschüsse zu machen.

Im Endresultat hat man hinterher eine Flut von Fotos.

Es stellt sich die Frage nach der Ordnung in diesen Fotos.

Ich habe geschätzt inzwischen 2 Millionen oder mehr Schweizfotos.

Zusammenfluß von Vorderrhein (Rein Anteriur) und Hinterrhein (Rein Posteriur) auf der Fahrt Richtung Rheinschlucht (Ruinaulta) in die Surselva am Mittwoch.
Zusammenfluß von Vorderrhein (Rein Anteriur) und Hinterrhein (Rein Posteriur) auf der Fahrt Richtung Rheinschlucht (Ruinaulta) in die Surselva am Mittwoch.
Wenn man zu Terminen zur Unzeit losfahren muß, sind oft noch nicht alle Bahnhöfe geräumt (Foto: Bahnhof Reichenau-Tamins Anfang Februar 2020)
Wenn man zu Terminen zur Unzeit losfahren muß, sind oft noch nicht alle Bahnhöfe geräumt (Foto: Bahnhof Reichenau-Tamins Anfang Februar 2020)

Während man früher, als die Kamera noch mit einem Film lief man doppelt und dreifach oder vierfach überlegt hatte, ob man abdrückt, wie man von der älteren Generation erfahren kann, klickt man heute auf die Auslöser im Sekundentakt und ohne groß nachzudenken.

Während man früher Familienfotos oder Fotos von Anlässen etc. usw. gemacht hat für die extra posiert wurde und noch ein separater Blitz verschossen wurde, den man auf die Kamera aufstecken mußte und der pro Einheit viel Geld kostete, so kostet heute ein Klick nichts mehr.

Auch muß man keine Fotos entwickeln lassen und in ein Fotoalbum kleben, alles ist digital.

Selbst im Vergleich zur Digitalkamera ist das Smartfon schneller. Eine im Vergleich zu einem schlanken Smartfon klobige Digitalkamera herauszukramen und parat zu machen (bis der Sucher, der Fokussierer sich justierte etc.) kostete viel mehr Aufwand als kurz das Händi zu zücken.

Letztendlich hat man also diese schon vorerwähnte Fotoflut.

Surrein
Surrein bevor die Sonne aufging.
Scinaria = Schreinerei. Sonnenaufgang in Surrein.

Weniger wäre wahrscheinlich mehr

Wie sooft wenn man die Möglichkeit hat, mehr zu haben, nimmt er der Mensch.

Und nicht immer ist es sinnvoll.

So gibt es in der westlichen Welt wegen der großen Verfügbarkeit von viel Essen viele Übergewichtige.
Um einmal ein Beispiel von „weniger ist mehr“ zu nennen. (eine Katze würde übrigens, egal wieviel man ihr an Futter hinstellt, nie mehr fressen als sie Hunger hat. Katzen sind offenbar instinktiv schlauer als Menschen mit ihrem Verstand anstatt Instinkt. Wobei die Frage ist, wieviel Instinkt noch da ist und wieviel Verstand im Vergleich)

Oder Menschen reisen sehr viel, kennen ihre eigene Umgebung dagegen kaum und was sie alles Schönes bietet.
Weil Fliegen so billig ist, wird zudem auch viel geflogen. Wer langsam reist, sieht jedoch viel mehr. Das kann jeder, der einmal die Strecke Chur – Zürich mit dem Schnellzug durchfährt und einmal mit dem Regionalzug, der langsamer fährt und viele Zwischenhalte hat, selbst nachvollziehen.
Auch ist man etwa mit der Tunnelstrecke schneller im Wallis oder kommt schneller von Davos ins Engadin.
Aber sieht man mehr? Natürlich nicht. Tunnelwände halt.

Doch zurück zu Fotos:

Und mit der Leichtigkeit des Schießens von Fotos immer mehr und auch Bilder von minderer Qualität. Es gibt einen enormen Datenstau.

Die Rheinschlucht (Ruinaulta) bei Trin.
Die Rheinschlucht (Ruinaulta) bei Trin.

Denn Bilder bringen nur was, wenn man sie auch finden kann, zum Beispiel wenn man redaktionell arbeitet. Oder wenn man sie einfach jemandem zeigen will.

Was nützt dann, wenn das Bild IMG2343933d333.png heißt und man nicht weiß, was es beihaltet.

Wer Ordnung haben will und vor allen Dingen finden will, der kommt nicht umhin, die Fotos auch zu sortieren, zu „bezeichnen“, indem er entweder alles in Ordner herunterlädt und diese entsprechend benennt und wichtige Fotos oder besonders gute Fotos sogar im Dateinnamen umbenennt (was auch für die Auffindbarkeit in den Suchmaschinen, namentlich der Suchmaschine Google hilft, denn so kann Google die Bilder besser zuordnen. Was freilich bloß dann eine Rolle spielt, wenn man die Fotos – wie heute oft der Fall – auch im Internet präsentiert oder verwendet.

Schild der Rhätischen Bahn auf Rhätoromanisch, Deutsch, Italienisch, Englisch, Chinesisch und Japanisch.
Schild der Rhätischen Bahn auf Rhätoromanisch, Deutsch, Italienisch, Englisch, Chinesisch und Japanisch.
Rhätoromanisch werden die Halte angekündigt
Adatg! Das rhätoromanische Wort in Romontsch heißt zu Deutsch natürlich Achtung!

Eine alternative Form der Bilderverwaltung und Bilderordnung liefern diverse Bildverwaltungsprogramme.

Oder wie sie neudeutsch heißen: „digital asset management software“.

Ob solche Bezeichnungen immer sinnvoll sind, ist noch ein anderes Thema. Möglicherweise müßte man hier wie bei den zahlreichen Fotos einmal aufräumen und ordnen.
Man müßte hier einmal untersuchen, wieviele Leute suchen nach „Bildverwaltung Programm“ oder „Bildverwaltung Software“ usw. usf. oder nach „Digital asset management software“.