Läßt die Schweiz die Hüllen fallen? Im Tessin scheinbar schon!
An diesem Donnerstag betrat in Bellenz (ital. Bellinzona) Giorgio Ghiringhelli in Begleitung einer von Kopf bis Fuß mit schwarzem Tuch verschleierten Frau und einer dunkle Gestalt, die ihr Gesicht mit einer schwarzen Sturmhaube vermummte die Tessiner Staatskanzlei.
Dort deponierten sie 11’316 Unterschriften für die kantonale Initiative «Für ein Verhüllungsverbot des Gesichts an öffentlich zugänglichen Orten». Alleine im ersten Monat habe das Komitee die nötigen 10’000 Unterschriften gesammelt, bestätigte Initiant Ghiringhelli Berichte des «St. Galler Tagblatts» und der «Basler Zeitung».
Genau ausgezählt und geprüft werden die eingereichten Bogen nächste Woche, wie es bei der Staatskanzlei hieß. Nun hofft der politisch unabhängige Ghiringhelli, daß das Tessiner Kantonsparlament die Initiative möglichst rasch behandle damit das Stimmvolk so bis im nächsten Frühling über das Verhüllungsverbot entscheiden kann.
Die Frist für das Parlament beträgt allerdings zwei Jahre. Weil das Volksbegehren eine Verfassungsänderung verlangt, müßen die Stimmbürger darüber abstimmen.

Ein Gesetz nur für Musliminnen wäre allerdings diskriminierend. Deshalb haben die Tessiner Initianten um die kleine Bewegung «Guastafeste» (übersetzt: Spielverderber) bei den französischen Nachbarn abgekupfert, wie Guastafeste-Gründer Ghiringhelli sagte.
In Frankreich ist seit vergangenem April ein Gesetz in Kraft, das Gesichtsverhüllung in der Öffentlichkeit untersagt.
Jedoch geht es nicht allein um die verüllten Damen sondern «Wie in Frankreich wären bei unserem allgemeinen Vermummungsverbot unter anderem auch Krawallmachern oder Mitglieder des linksautonomen Schwarzen Blocks betroffen», erklärte Ghiringhelli.
Allerdings muß eine Ausnahmen beispielsweise für Anlässe wie Fasnacht vom Tessiner Parlament bestimmt werden.
Die Initiative gegen Vermummung ist nicht der erste Versuch des freischaffenden Journalisten: Schon im April 2010 hatte er im Tessiner Großen Rat eine von 3000 Personen unterzeichnete Petition in der Sache eingereicht. Eine Antwort ist noch ausstehend.
Nun sollte noch erwähnt werden wie die Muslime selbst diesem Verbot gegenüberstehen. Ist es nicht so, daß sie sich durch ihr „Vermummen“ selbst ausgrenzen und ihnen die Integration in das schweizer Volk viel schwerer fällt? Die Zeitschrift „Blick“ hat die Muslimin Zeina zu diesem Thema interviewt.
Sie äußerte unter anderm folgende Sätze: „Kaum aus dem Haus, Treffen nur mit Musliminnen“ und „Was denkt Zeina über die akutelle Burka-Verbot-Debatte in der Schweiz? «Ich bin dagegen», sagt sie. Ein Verbot führe nur dazu, dass Frauen wie sie noch mehr eingezwängt würden.“
Ist das Verbot von Burkas also doch keine Lösung für mehr Integration?urkaverbot bal in der Schweiz?