Oje. Ein Foto sagt mehr als 1000 Worte. Also, wenn das Foto – nach den Wünschen von Calmy-Rey erstellt – nicht zu reden gibt… Journalisten schreiben schon von „modischen Entgleisungen“.

Calmy-Rey in der Mitte des Universums und die Welt dreht sich um sie. So könnte man das neue Bundesratsfoto 2011 beschreiben, das heute nacht herausgegeben wurde. Ansonsten: Ein richtiges Schockfoto. Je länger man es betrachtet, desto weniger weiß man, ob man lachen oder weinen soll.

Madame EDA-Vorsteherin gibt in der Mitte als einzige eine gute Figur ab, alle anderen müssen mit den Füßen in ihre Richtung stehen und sehen ziemlich doof dabei aus.

Bundesratsfoto 2011: Zum Bestaunen großklicken
Bundesratsfoto 2011: Zum Bestaunen großklicken

Casanova ist ja enorm in die Breite gegangen. Sogar heute nacht bekommen Corina Casanovas grün-schimmernden Seidenstrümpfe nicht gut weg bei den Journalisten. Einer schreibt: Sie beissen sich mit ihren schwarzen Stiefeletten. Noch verstärkt wird der „in-die-Breite-gegangen“-Eindruck überdies durch die extrem breite Frisur.  man denkt sich: Meine Güte, was ist denn da passiert?

Oder Casanova etwa nicht breit und war ihr Schneider so schlecht?

Apropos Schneider: Bei Schneider-Ammann kommt der überproportionierte Bauch ungünstig in den Vordergrund, weil er seitlich stehen muß. Wußte gar nicht, daß der so eine Wampe vor sich herträgt.

Auch Simonette Sommaruga gibt eine unvorteilhafte Figur ab. Die Stöckelstelzen hätte sie bei ihrer langgewachsenen und äußerst hageren Figur wohl besser nicht angezogen.

Und wer Widmer-Schlumpf – sie schmiegt sich auf dem Foto förmlich an Calmy-Rey (Iiiiih!) – dabei beraten hat, die nicht-jugendfreien Strümpfe anzuziehen? Wenn nur der Rest dazu auch nur ansatzweise passen würde. Bääh, wie unappetitlich!

Nachtrag: Selten, aber das gibts auch. Offenbar haben der linke Tagi und ich denselben Geschmack. Auch der Tagi findets abstoßend. Nächtlicher Kommentar dort (kursiv): „Aber darauf schaut sowieso niemand. Wie auch, bei den sexy Netzstrumpfhosen von Eveline Widmer-Schlumpf, die den Blick auf ihre zwei zarten, rosaroten Knie erlauben? Das gewagte Accessoire will jedoch so gar nicht zum sonst züchtigen Outfit passen, schon gar nicht zu den Schuhen.“

Der Einleitungstext zum Bundesratsfoto 2011, welcher der Medienmitteilung der Bundeskanzlei angehängt ist, hat es auch in sich und läßt auf massive Mißstimmung schließen. Die Tatsache, daß die Medienmitteilung nachts um halb 1 Uhr (um genau zu sein 0 Uhr 31) an Silvester bzw. nach der ersten halben Stunde des Neujahrs verschickt wurde, wenn alle Journalisten gerade garantiert munter im Silvesterrausch sind und sich die Hucke vollaufen lassen, mal ganz außen vorgelassen.

Im Einleitungstext zur Medienmitteilung heißt es doch tatsächlich (kursiv):

Das offizielle Bundesratsfoto 2011 liegt vor. Das Konzept wurde nach den Wünschen von Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey von der Berner Fotografin Monika Flückiger umgesetzt. Das Bild zeigt das Kollegium vor dem Bundesratszimmer und ist dem ersten offiziellen Bundesratsfoto von 1993 nachempfunden. Damit soll auch die Veränderung in der Landesregierung (damals eine Frau, heute vier Bundesrätinnen und die Bundeskanzlerin) aufgezeigt werden.

Nochmal langsam zum Verdauen: „wurde nach en Wünschen von Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey umgesetzt.“ heißt es. Alle anderen wollten sich wohl schon in weiser Voraussicht distanzieren und die alleinige Verantwortung von Calmy-Rey mußte betont werden.

Waren wohl nicht alle einverstanden mit dem „Konzept“ von Calmy-Rey Künstlerin. Anders als die „Kollegen“-Bundesratsfotos (es gibt jabzw. sollte ja soetwas geben wie eine Kollegialität) der Vorjahre auf dem Bundesratsfoto 2011 eine Calmy-Rey im Zentrum, alles dreht sich um sie. Alles ist auf sie gerichtet. Sogar die Füßte der Kollegen. Alles muß sich nach ihr richten. Kein Wunder, haben die anderen Betroffenen Wert auf die Feststellung gelegt, daß es das Konzept von Calmy-Rey ist.

Und dann das mit dem Feminismus. Die ätzende Emanzipation, die kein Mensch mehr hören kann und die auch der Mehrheit der Frauen immer mehr zum Halse raushänge, muß ins Zentrum des Bundesratsfotos gerückt werden. Als ob es wichtig ist, ob die Schweiz von mehr Männern oder mehr Frauen regiert wird. Viel wichtiger wäre, daß eine besonnene Politik betrieben würde anstatt ein Selbstdarstellungs- und Geltungssuchtexzeß nach dem anderen, wie ihn Calmy-Rey fabriziert. (s. z. B. Calmy-Rey-Blog.ch)

Der Blick von Didier Burkhalter und der von Schneider-Ammann… Das spricht ja Bände. Mann, muß die Stimmung bei dem Foto geil gewesen sein.

Am ehesten schafft es noch Doris Leuthard, ein gezwungenes Lächeln aufzusetzen. Was einen Tagi-Journalisten nicht hinderte, der folgenden Frage nachzugehen: „Sind das Kompressionsstrümpfe, die Frau Leuthard da über ihren normalen Strumpfhosen trägt?“

Widmer-Schlumpf guckt beherrscht und unsympathisch berechnend wie immer. Maurer guckt zwar ziemlich gezwungen, wenn man genau hinsieht, aber meistert die Situation auch noch ganz gut und Simonetta Sommaruga scheint ein wenig so zu gucken, als wüsse sie nicht, wie ihr gerade geschieht. Und der Tagi kommentiert (kursiv):

Vom gewissen Etwas hat Simonetta Sommaruga dagegen ein bisschen zu viel. Mit ihrem schwarz-weiss gemusterten Deux-Pièces tanzt sie völlig aus der dezent-schwarzen Reihe.

Klar wird: Die acht Models sprechen ihre Outfits sicher nicht ab. Und eine Stylistin steht wohl auch keine auf der bundesrätlichen Lohnliste.