Ihr Mann Christian Wulff machte Geschichte als der wohl mit großem Abstand unsympathischste Präsident den die Bundesrepublik Deutschland jemals hatte. Eine Affäre jagte die andere. Der Mann von Merkels Gnaden zeigte eine „bemerkenswerte Uneinsichtigkeit“.

Schließlich nahm er im Zuge der Affäre um Hauskredite und Gratisurlaube Mitte Februar doch noch seinen Hut.
Die große Unbeliebtheit ihres Mannes dürfte wohl einiges dazu beigetragen haben, daß sich hartnäckigst nicht erst seit letztem Jahr Gerüchte um seine Frau hielten und weiterverbreiteten. Das fiese an Gerüchten ist, daß man wenig dagegen tun kann. Bettina Wulff hat sich für die Offensive entschieden.
Nun sorgt also auch seine schillernde Frau, Betttina Wulff (38), einmal mehr für Schlagzeilen, nicht nur im Blick, welcher über die in Deutschland geführte Debatte berichtet und titelt: „Klage gegen Jauch und Google – Frau von Ex-Präsident Wulff eine Ex-Hure?“
Und weiter: „Bettina Wulff, die schöne, junge Gemahlin (38) von Ex-Bundespräsident Christian Wulff, eine Frau mit Vorgeschichte? Als Hure und Escortdame? Diese ungeheuerlichen Unterstellungen sorgen für helle Aufregung in Deutschland.“
Die deutsche Zeitung „Die Welt“ berichtet (kursvi): Wenn man in den Schlitz der Suchmaschine Google den Namen Bettina Wulff eingibt, dann werden einem dazu ganz freundlich die Worte ”escort” oder „Artemis“, gerne auch „Prostituierte“ vorgeschlagen.

Bislang hatte Bettina Wulff sich zu der Prostituierten-Vorleben-Geschichte zurückgehalten. Nun geht sie einen juristischen Kampf und will sogar Google dazu bringen, Suchergebnisse über sie zu ändern. Sie will mit dem Rotlicht-Milieu nichts zu tun gehabt haben und hat gemäß Süddeutscher Zeitung sogar vor Gericht eine eidesstattliche Erklärung abgegeben: Alle Behauptungen über ihr angebliches Vorleben als Prostituierte oder als Escort-Dame seien falsch.
Die Gerüchte seien zuerst aus niedersächsischen CDU-Kreisen gestreut worden und hätten offenbar vor allem Christian Wulff treffen sollen, der damals noch CDU-Ministerpräsident war, schrieb die „Süddeutsche Zeitung“. Kurz vor dessen Wahl zum Bundespräsidenten seien sie durch eine FDP-Kommunalpolitikerin mit verbreitet worden. Mittlerweile hätten 34 deutsche und ausländische Blogger und Medien Unterlassungserklärungen abgegeben.
Bettina Wulff hat sich zu den Gerüchten bislang nie in der Öffentlichkeit geäußert – wohl auch, um dem Gerede nicht zusätzliche Aufmerksamkeit zu verleihen, so das Nachrichtenmagazin Focus.

Kreise in Berlin schlossen offenbar nicht aus, daß die Gerüchte zutreffen könnten, berichtet die „SZ“.
Der Blick berichtet: „Besonders spannend ist Wulffs Streit mit Google. Sie will verhindern, daß bei Eingabe ihres Namens automatisch Suchbegriffe wie «Rotlichtvergangenheit» oder «Escort» auftauchen. “
Google habe in Deutschland bereits fünf ähnliche Verfahren geführt und alle gewonnen, so der Internetkonzern.
Inzwischen hat Bettina Wulff eine PR-Agentur. Auch hier ein Schelm, wer etwas Böses dabei denkt, daß aktuell Wulff medienwirksam gegen Google und sogar Moderatoren schießt und gleichzeitig – rein zufällig natürlich – ihr Buch erscheint.
Die linksliberale Zeitung „Die Zeit“ schreibt (kursiv):

Ob sich Bettina Wulff mit dem öffentlichen Vorgehen gegen Medien und Google einen Gefallen getan hat, ist fraglich. Denn nun haben auch Menschen von den Gerüchten über ihre angebliche Vergangenheit als Escortdame erfahren, die bisher nichts davon wussten. Viele von ihnen werden nun Google-Suchen starten – mit der Wortkombination „Bettina Wulff Escort“.
Von Wikipedia erfährt man:
2003 kam Bettina Wulffs erster Sohn von ihrem damaligen Lebensgefährten zur Welt. 2006 lernte sie den damaligen Ministerpräsidenten von Niedersachsen, Christian Wulff kennen. Hier wurde jedoch geheiratet. Allerdings erst nach einer Scheidung. Nach seiner Scheidung 2008 heirateten beide im April 2008; noch im Sommer desselben Jahres wurde ihr gemeinsamer Sohn geboren.

Ob sie auch hiergegen juristisch vorgehen möchte? Vermutlich nicht. Denn die Scheidungsvergangenheit und auch die Tatsache, daß sie kurze Zeit nach der Heirat mit Christian Wulff ein Kind gebar, dürften unbestritten sein.
Ob Bettina Wulff, die ja angeblich sich mit einer Öffentlichkeitsarbeit-Agentur (PR-Agentur) selbstständig gemacht hat, schon einmal etwas vom Streisand-Effekt gehört hat? Vermutlich nicht.
Ob sie nicht besser eine gute PR-Agentur anstatt eines Anwalts eingesetzt hätte? So daß Google andere Schlagwörter in der Auto-Vervollständigen-Funktion angezeigt hätte?
Ob es der richtige Schritt war, juristisch um sich zu schlagen? Vielleicht, man wird es in einigen Jahren beurteilen können.
Ungeachtet der Frage, was an den Gerüchten dran ist bzw. nicht dran ist, gibt es bei der Verbreitung von Gerüchten immer auch einen moralischen Punkt. Und wenn man bedenkt, mit wieviel Bösartigkeit Journalisten (sofern man sie so noch nennen kann) bewußt und in voller Absicht falsche Tatsachen verbreiten und Gerüchte streuen, so kann man ihr – trotz der abstoßenden Rolle, welche ihr Mann als Bundespräsident gespielt hat – wohl nur wünschen, daß sie damit Erfolg hat. Ein guter Beitrag hierzu findet sich auf DiePresse.com