Mehr Äpps, mehr Kleidung, mehr Spielzeug, mehr Termine, mehr alles…

Doch macht mehr glücklicher? Es belastet auch und kostet. Es hat seinen Preis.

Die Kunst liegt im Informationszeitalter mehr darin, wegzulassen, als zu erhalten. Aus der Nachrichtenflut auszusortieren, was wirklich wichtig ist. Dies gilt insbesondere für Leute, die sehr interessiert sind am Weltgeschehen, an Wissenschaft, Kultur und vielem anderen.

Aber auch im nicht-virtuellen Leben ist die Kunst mehr, etwas wegzulassen als etwas zu tun.

Auch im Geschäftsleben. So schwer es fällt, es ist besser, sich auf Kernkompetenzen zu konzentrieren oder weniger Projekte zu machen als alles und nichts zu machen. Auch hier liegt die Kunst im Weglassen.

Oder bei den sozialen Medien. Politiker und Firmen meinen heutzutage, überall dabeisein zu müssen, aber viele löschen inzwischen ihre Twitter-Konten oder Facebook-Konten und konzentrieren sich wieder einfach nur auf ihre offizielle Webpräsenz. Denn es bringt nichts, viele Stunden des Tages für Google+, Twitter, FB, Tumblr, Xing, Linkedin usw. usf. (um nur einige zu nennen) zu investiern.

Man verliert Zeit und vor allen Dingen persönliche Freiheit.

– Es kostet Zeit, denn je mehr man hat, desto mehr muß man betreuen und sich kümmern.

– Es bedeutet, daß wir dauernd beschäftigt sind und keine Ruhe mehr finden.

– Es kostet sogar Kreativität, denn sie kann nicht in Hektik entstehen, sondern Ideen entstehen immer, wenn man Muße und Ruhe hat.

– Es kostet auch soziele Kontakte mit Menschen, die man wertschätzt, wenn man soviel um die Ohren hat, daß man dafür keine Zeit mehr hat.

– Es kostet Entspannung, Stille.

– Weniger ist oft mehr: Wenn ein Kunde zuviel Auswahl angeboten bekommen, kauft er am Schluß nichts. Denn er ist erschlagen vom Angebot, mag nicht mehr. Ein Kunde möchte, daß er eine (kleine) Auswahl vom Besten angeboten bekommt.

– Wer alles macht und anfängt, macht am Schluß alles etwas, aber nichts richtig und ganz.

– Zuviel Besitz verwandelt sich in Chaos, in Unordnung, Unübersichtlichkeit

– Zuviel Besitz sorgt für Aufräumen-müssen, Instandhalten-müssen, für laufende Verpflichtungen. Wer etwa viele Immobilien hat, der hat ständig irgendetwas am Hals: Eigentümerversammlungen, der Hauswart möchte irgendwas, der Mieter eine neue Duschgarnitur, die Heizungen werden erneuert et. et. et. Und jedesmal geht für die Fahrerei dorthin ein Arbeitstag drauf.

– Zuviel Besitz verwandelt sich sogar in Schulden und Verpflichtungen. Man muß für diesen Besitz ständig arbeiten, schuldet ihm diese Zwangsarbeit. Und wenn man zuviele Firmen hat und mal eine Bilanz und Steuererklärung nicht rechtzeitung schafft, kommt eine perfide Schätzung und man muß für eine ruhende Firma, einen Firmenmantel über 20.000 Franken Steuern zahlen (so passierte es mir letztes Jahr, nachdem ich wegen einem Todesfall, der dazukam und der mich belastete, die Steuererklärung für Firmen nicht rechtzeitung einreichen konnte) Anstatt eine zweite Praktikumsstelle schaffen zu können, mußte ich ersteinmal diese perfiden Steuerschätzungen bezahlen. Ich habe daher zwei Firmen, die ich früher einmal zugekauft hatte, in eine integriert und die beiden Firmen aus dem Handelsregister löschen lassen.

– Zuviel Besitz verursacht sogar weniger Zufriedenheit. Man sollte nur soviel besitzen, wie man auch selbst bewirtschaften kann. Jeder Schloßherr kennt das Problem des zuviel. Allein beim Garten aber auch bei der Instandhaltung. Man kann glücklicher sein mit einem kleinen Haus, das gut in Schuß gehalten ist, als einem monströsen Haus, das keinen Anfang und kein Ende hat.

– Zuviele Tätigkeiten machen es schwerer, sich auf Wichtiges, Glücklichmachendes zu konzentrieren.

– Zuviel zu tun, heißt, daß man am Schluß überhaupt nichts richtig erledigt bekommt. Kunden und Mitmenschen werden unzufrieden mit einem, weil man nicht mehr nachkommt. Und man selbst wird ebenfalls mit sich unzzufrieden.

– Es gibt zwar viele berühmte Gelehrte und Philosophen, die man als Universalmenschen bezeichnen kann, dennoch: Wer alles mögliche lernt, lernt am Schluß kaum etwas richtig. Nur ganz wenige schaffen es, auf vielen Gebieten gut zu sein.

– Weniger bringt Glück. Denn es schafft Raum, Zeit und Klarheit.

– Weglassen ist notwendig: sonst werden wir überladen.

– Weglassen ist schwierig, man verzichtet, man hat das Gefühl, man verpaßt möglicherweise etwas oder verliert etwas.

Doch Weglassen, Verzicht, ist wichtig. Am besten, Sie fangen noch heute an und Streichen Verpflichtungen, die sie angenommen, sich selbst auferlegt haben, sondieren Ablenkungen, prüfen, was Ihnen wirklich wichtig ist. Dies gilt nicht nur für Termine, Anlässe etc. sondern auch für Dinge, für materielle Sachen. Weniger ist oft mehr. Eine aufgeräumte Umgebung, ein Zimmer, in dem weniger ist, ist gemütlicher. Ein Schreibtisch, der leer und aufgeräumt ist, ist angenhmer. Ein Kleiderschrank, der Sachen beinhaltet, die zu 90% oder gar 95% kaum getragen werden, ist belastend. Man sollte diese Sachen verschenken oder verkaufen oder entsorgen.

Das habe ich gerade getan, siehe hier: Kleidungsstil.ch… : – )