(RM) Jeder Lehrer hat lieber einen stereotypen Nachbeter und Auswendiglerner als einen kreativen jungen Menschen, der Dinge hinterfragt und nachdenkt. Oder gar noch sowas wie Phantasie hat und mit seinen Fragen, den Unterrichtsablauf stört, weil er im Auswendiglernen keinen Sinn sieht.

So ist es denn auch kaum verwunderlich, daß gerade Klassenkameradinnen mit den besten Noten, die am fleißigsten auswendig-gelernt hatten, meist später nicht irgendwelche Leuchtturmpostitionen innehaben oder gar etwas Neues, Kreatives schaffen. Sondern 0815-Laufbahnen aufweisen. Sich hochdienen und anpassen. So wie sie es in der Schule schon am besten konnten: Brav lernen und herunterbeten.

Das gleiche gilt natürlich für die männlichen Gegenstücke mit den besten Noten.

Wie heißt es doch so schön: Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt : – )

Nicht jedoch in der Schule. Da ist es wichtiger, Wissen auswendig zu lernen, als auch einmal (lästig) zu hinterfragen.

Ich erinnere, daß ich in der Grundschule gezwungen wurde, Häckeln und Stricken zu lernen. Damals war ja in den 80ern gerade der Höhepunkt der Umerzieherei. Jungs sollten nach rotgrüner Idelologie am besten mit Puppen spielen und Mädchen mit Traktoren oder ähnlichem. Als ich die Lehrerin frug, wozu man denn Stricken und Häkeln lernen muß in der Schule, wußte sie erst keine Antwort, dann kam: Wenn es mal Krieg gibt, dann hast Du sonst keine Kleider, wenn Du das nicht kannst.

Ja, war auch eine lästige Frage. Wieso konnte ich nicht wie die anderen 25 Schüler einfach Häkeln und Stricken? (ich fand es interessant, aber den Sinn erkannte ich nicht, warum alle das lernen mußten, denn schließlich will ja nicht jeder Schneider werden, oder?)

Ist es nicht erstaunlich, daß die meisten wirklich großen Leute in der Schule schlecht waren? Daß sie oft nicht-einmal den Schulabschluß geschafft hatten? Daß sie als widerspenstig galten?

Die Liste von äußerst kreativen und erfolgreichen Persönlichkeiten, welche in der Schule, im Erziehungssystem schlecht waren und später außergewöhliche Dinge leisteten ist lang. Die Geschichte und auch die Gegenwart bilden schier endlose Listen an Beispielen.

Aktuell gibt es im Fokus-Magazin aus Deutschland einen interessanten Videobeitrag aus Frankreich. Wußten Sie, daß es in Frankreich keine Schulpflicht gibt?

Ich will nicht sagen, daß Kinder nicht zur Schule gehen sollten. Doch von dem kreativlosen Auswendiglernen von Stoff sollten die Schulen wegkommen, das wäre nützlich. Glaube ich.

http://www.focus.de/panorama/videos/leben-ohne-schulbildung-der-mann-der-nie-zur-schule-ging-und-nur-spielte_id_3550997.html