Bundesrat_Hans-Rudolf-Merz
Was hatte sich Merz bloß bei dem eigenmächtigen Kniefall gedacht?

Das hat es in der neueren Schweizer Geschichte noch nicht gegeben: Ein Bundesrat reist im Alleingang zu einem Despoten, wird dann nicht einmal vorgelassen, unterzeichnet mit einem Lakaien einen fragwürdigen Vertrag – und muß trotzdem mit leeren Händen zurückreisen. Der Ausflug von Hans-Rudolf Merz in die große diplomatische Welt ist ein Desaster, schreibt der Blick über die größte Bloßstellung der Schweiz, die es je gab.

Nun kommt es noch schlimmer: Der eigenmächtige Kniefall von Hans-Rudolf Merz, den er ohne Absprache im Namen der Eidgenossenschaft vornahm, war umsonst. Zu dem Kniefallvertrag von Merz, der die Schweiz weltweit in einmaliger Art und Weise bloßstellte (mithalten mit diesem Vorgang kann allenfalls noch das ebenso lächerliche Verhalten von Merz in der Bankgeheimnis-Sache, in der ebenfalls die Schweiz von Merz lächerlich gemacht wurde) äußert sich der Bundesrat wiefolgt:

Der Bundesrat hat sich an seiner heutigen Sitzung erneut mit den Problemen befaßt, die das Verhältnis zwischen der Schweiz und Libyen belasten.

Die libysche Seite verweigert bekanntlich systematisch die Zusammenarbeit. Der Aufenthaltsort der beiden Schweizer Bürger, die völkerrechtswidrig entführt worden sind, ist weiterhin nicht bekannt. Auch verweigern die libyschen Behörden jegliches Besuchsrecht.

Der Bundesrat hat deshalb beschlossen, das am 20. August 2009 in Tripolis unterzeichnete Abkommen zu sistieren.

Zudem wird der Bund bis auf Weiteres seine restriktive Visa-Politik gegenüber libyschen Staatsangehörigen weiterführen.

Relations Suisse-Libye : déclaration du Conseil fédéral

Lors de sa séance d’aujourd’hui, le Conseil fédéral s’est de nouveau penché sur les problèmes qui affectent les relations entre la Suisse et la Libye.

Il est notoire que Tripoli refuse toute collaboration. Les deux ressortissants suisses, enlevés en violation du droit international, sont retenus dans un lieu inconnu à ce jour. Les autorités libyennes refusent tout droit de visite.

Le Conseil fédéral a en conséquence décidé de suspendre l’accord signé à Tripoli le 20 août 2009.

De plus, la Confédération poursuivra jusqu’à nouvel ordre sa politique de visas restrictive vis-à-vis des ressortissants libyens.

Relazioni tra la Svizzera e la Libia: dichiarazione del Consiglio federale

Nella seduta odierna il Consiglio federale si è nuovamente occupato dei problemi esistenti nelle relazioni tra la Svizzera e la Libia.

Come noto, Tripoli si rifiuta di collaborare. I due cittadini svizzeri, sequestrati in violazione del diritto internazionale, sono tuttora detenuti in luogo ignoto. Le autorità libiche negano qualsivoglia diritto di visita.

Il Consiglio federale ha pertanto deciso di sospendere l’accordo firmato a Tripoli il 20 agosto 2009.

Inoltre, la Confederazione continuerà fino a nuovo avviso a praticare una politica restrittiva in materia di visti nei confronti dei cittadini libici.