Was uns Hans-Rudolf Merz schon alles in der Libyen-Affäre versprochen hat
Was uns Hans-Rudolf Merz schon alles in der Libyen-Affäre versprochen hat

„Ich entschuldige mich beim libyschen Volk für die ungerechtfertigte Verhaftung von Hannibal Gaddafi“, äußerte Merz auf einer pompösen Medienkonferenz mit dem libyschen Premierminister al-Mahmoudi am 20. August in Tripolis.

Nachdem die Libyen-Geiseln von Muammar al Quadhafi auch innert der neuen Frist, die Hans-Rudolf Merz verbreitete, abermals nicht frei sind und die Schweiz dank Merz in der ganzen Welt mehrfach absolut lächerlich gemacht wurde (spätestens schon seit dem Kniefall von Merz, der um die Welt ging), hier kommentarlos ein paar Hans-Rudolf Merz-Zitate.

Was uns dieser Mann schon alles versprochen hat und was er geäußert hat:

„Die Libyer haben mir versprochen, daß sie vor dem 1. September freigelassen werden“, sagte Merz in Tripolis zu den in Libyen festgehaltenen Geiseln, und untermauerte:

„Der Premierminister hat bestätigt, daß die beiden in Libyen festgehaltenen Schweizer spätestens bis 1. September frei sind“ (20. August 2009)

Zu seinem Kniefall bzw. dem Alleingang-Vertrag mit Libyen: „Ich stehe zu diesem Vertrag, ich werde die Verantwortung dafür übernehmen“ erklärte Merz am 21. August 2009. Bis heute ist er jedoch nicht zurückgetreten.

„Ich hatte auch Gelegenheit, mit den zwei Herren zu sprechen. Sie sind im Bild über den Vertrag und wissen, daß sie jetzt mit einer Heimreise rechnen können“, protzt „Geiselbefreier“ Merz am 21. August weiter.

Am 21. August wurde Hans-Rudolf Merz noch theatralischer: „Am Schluß, wenn ich das nicht erreiche, wenn die zwei Leute in Libyen bleiben, in diesem Moment habe ich mein Gesicht verloren.“ Die Schweiz hat also schon seit Monaten einen Bundesrat ohne Gesicht. Toll. Für einen Rücktritt gäbe es überhaupt gar keinen Grund, so Merz später.

„Die beiden Schweizer werden nächste Woche zurückkehren.“ betont Merz vor den Medien am 21. August. Außerdem erklärt er, warum er den Knebelvertrag mit Libyen ohne Gegenleistung unterzeichnete, also ohne die Geiseln in die Schweiz zurückreiste, so: „Ich bin ohne die Schweizer zurückgekommen, weil: Sie haben Visavergehen begangen, heißt es in Libyen. Jetzt braucht es einige Tage, um das zu bereinigen.“

Über Calmy-Rey sprach er auch, namentlich darüber , daß Micheline Calmy-Rey keinen Erfolg hatte, er hingegen schon: „Das EDA und Frau Calmy-Rey haben ihre Arbeit gut gemacht. Aber es hat nicht den Erfolg gebracht. Jetzt gab es nur noch eine Eskalationsstufe. Das ist der Präsident. Und das bin ich.“

Auch an Jux und Ironie mangelte es auf der Medienkonferenz bei Merz nicht, obwohl die ganze Libyen-Geisel-Affäre ja eigentlich weniger zum Spaßen sein sollte: „Ich habe gestern alles falsch gemacht.“ antwortete HR Merz ironisch auf die konkrete Frage von des Sonntagsblick-Redaktors Johannes von Dohnanyi, warum denn Merz sich schon gleich für etwas entschuldige, worüber doch Schiedsgericht in London erst noch befinden soll und ob dies nicht die falsche Reihenfolge sei.

Im September geht es weiter: „Gaddafi hat mir versprochen, sich persönlich für die Rückkehr der Geiseln einzusetzen“, behauptet Bundesrat Merz am 24. September.

Am 26. September äußert sich Bundesrat Merz abermals zur Libyen-Geisel-Affäre: „Wir sind auf Kurs“ Man kann sich des Eindrucks nicht mehr erwehren, daß Merz immer das genaue Gegenteil von dem sagt, was Tatsache ist.

Als die Geiseln nun am 20 Oktober, einer weiteren Frist, die Hans-Rudolf Merz ja selbst genannt hat, nicht in der Schweiz waren, sondern stattdessen auf Hannibal.ly Schmähbilder von Merz mit Schweinekopf und Hakenkreuz aufgetaucht waren, äußert Merz: „Ob es der 19., der 20. oder der 21. Oktober ist, ist für mich weniger wichtig.“

Hans-Rudolf Merz ist auch keineswegs bescheiden. Er beweihräuchert ständig sich selbst:

“ Es galt, irgendwann einen Führungsentscheid zu treffen. Und ich habe ihn getroffen“ rühmt sich Hans-Rudolf Merz am 21. August 2009.

Am 24. August setzt Merz sogar noch einen drauf: „Der Vertrag ist eine Meisterleistung der Diplomatie“ lobt Hans-Rudolf Merz sich selbst.

Wenn Merz auch in Diplomatie so gut wäre wie im Sich-selbst-Beweihräuchern: „Ich habe das Eis gebrochen, indem ich den emotionalen Menschen Gaddafi auf Gemeinsamkeiten angesprochen habe.“ lobt Merz sich abermals selbst, diesmal einen Monat später, nicht am 24. August, sondern am 24. September.

Interessant wäre sicher, einmal zu erfahren, welche Gemeinsamkeiten zwischen Hans-Rudolf Merz und Muammar al Quadhafi (Gaddafi) oder Libyen und der Schweiz bestehen, die Bundesrat Merz angesprochen hat.