SNB-Chef Hildebrand soll den Bundesrat vor einem Euro-Kurs von 50 Rappen gewarnt haben, berichten Medien. Er wußte also, was er tat, als er weit über 100 Milliarden Schweizer Franken in Euro investierte. Und ein Alt-Nationalbankpräsident kritisiert Hildebrandts hektisches Agieren. Es sei historisch erwiesen und bekannt, daß Deviseninterventionen nichts bringen. Im Gegenteil. Sie heizen die Spekulation erst recht an.
Hildebrand soll laut der „Weltwoche“ sogar erklärt haben, der Ausgang der Krise hänge von der Schweizerischen Zahlung an den IWF ab. Diese Position wäre nicht zu rechtfertigen.
Doch bereits der bisherige Verlauf der Eurokrise zeigt, daß die bereitgestellten gigantischen Rettungspakete die Krise nicht aufzuhalten vermögen. Das ist auch wenig verwunderlich, da sie nicht auf vorübergehende Finanzierungsprobleme zurückgeht, sondern auf tieferliegende Probleme.
Nationalrat Lukas Reimann äußert sich auf seinem Blog zu den umstrittenen Euro-Devisenspekulationen der Schweizer Nationalbank:
Zweifelhafte Bilanz der Nationalbank

21 Milliarden Verlust erwartet die SNB für 2010. Reine Wechselkursverluste – insbesondere durch Euro-Käufe – dürften gar über 30 Milliarden betragen. Das ist die logische Konsequenz der enormen Bilanzausweitung, die denen der Europäischen Zentralbank und der Amerikaner gleichkommt und die durch Fremdwährungs-Käufe entstand. Wie falsch die Goldverkäufe der vergangen Jahre sind, zeigt sich eindrücklich darin, daß der größte Gewinn von 6 Milliarden mit den Goldbeständen ausgewiesen wird.
Die 21 Milliarden Verlust sind rund ein Drittel der ordentlichen Bundesausgaben. Damit hätte man in etwa die gesamte NEAT finanzieren können.
Wer innert weniger Wochen derartige Summen wirkungslos zerstört, der hat dafür die Verantwortung zu tragen und Konsequenzen zu ziehen.
[…] nicht am Euro-Experiment teilnehmen will, die Schweizer Nationalbank kauft mit Volksvermögen für weit über 100 Milliarden Euros, als ob die Schweiz beim Euro mitgemacht hätte. Und über den IWF fließen nochmals weitere 21 […]