
Blockchain-Technologie und Kryptowährungen haben beträchtliches Innovationspotenzial.
Und dies über den reinen Währungssektor hinaus, denn die neue Technologie, die Transaktionsabwicklungen dezentral und sicherer macht, kann auch in zahlreichen anderen Bereichen eingesetzt werden.
Staaten sind jedoch zum Teil sehr verunsichert, wie man mit den neu aufgekommenen Kryptowährungen umgehen soll.
Das zeigt sich daran, daß einige Länder sogar versucht haben und versuchen, Kryptowährungen regelrecht zu verbieten bzw. den Handel damit regulatorisch, gesetzlich zu untersagen.
Auch die Schweiz ist mit dem Thema befaßt, allerdings geht man hier einen anderen Weg.

Die Hauptstadt den Kantons Zug akzeptierte als erste Amtsstelle Bitcoin als Zahlungsmittel, was dem Kanton Zug den Beinamen einer Krypothochburg einbrachte.
Angst vor Neuem und Verbote
Angst ist meist genauso ein schlechter Ratgeber wie Verbote als Maßnahme gegen Neues.
Als das Auto aufkam, versuchten einige, es zu verbieten, bei Zügen war es sogar so, daß sie teilweise von der Kirche verteufelt wurden, man dürfe sie nicht benützen.
Die neuen Währungen und die Blockchain-Anwendungen werfen ohne Zweifel auch für Staaten neue Thematiken auf.
Es fragt sich aber, ob Staaten wie China, die Bitcoin verboten bzw. teilweise verboten haben (den Handel, noch nicht aber das Schürfen, wobei das auch diskutiert wird), den richtigen Weg gehen. Verständlich ist es durchaus, daß Regierungen Angst haben, Kontrolle aus der Hand zu verlieren.
„Der Erfolg der digitalen Währung macht Asiens Regierungen nervös”, so berichtet das Schweizer Staatsfernsehen SRF im Januar 2018 zum teilweisen Verbot des Bitcoinhandels in China, In Südkorea wird ebenfalls über ein Verbot nachgedacht.
In der Schweiz rief das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) letztes Jahr eine Arbeitsgruppe zu Blockchain/ICO ins Leben. Diese hat nun Brancheninteressierte konsultiert und sollte bis Ende 2018 dem Bundesrat Bericht erstatten. Der will anhand der Erkenntnisse der Arbeitsgruppe nun über die Einleitung allfälliger rechtlicher Anpassungen entscheiden.
Liechtenstein schon einen Schritt weiter
Einen Schritt weiter ist das Fürstentum Liechtenstein. Als kleines Land kann hier agiler agiert werden, insofern ist es nicht erstaunlich, daß das Fürstentum, das weltweit als Finanzplatz bekannt ist, sich auch hier an vorderster Front bewegt.
Die Regierung Liechtensteins hat bereits ein neues Gesetz auf den Weg gebracht bzw. wie es in Amtsdeutsch heißt, einen “Vernehmlassungsbericht zum Blockchain-Gesetz verabschiedet”.
Mit dem neuen Gesetz will man mehr Rechtssicherheit für die Nutzer der Blockchain-Technologie schaffen und mehr noch.
Man möchte die Entwicklung der Token-Ökonomie am Finanzplatz Liechtenstein aktiv fördern.
Nachzulesen ist dies auf der offiziellen Seite des Kleinstaats unter “lichtenstein.li“.
Das heißt, hier wird ein absolut anderer Weg beschritten als im kommunistischen China oder in Südkorea, wo die Regierungen offenbar aus Angst vor Kryptowährungen wie Bitcoin diese bekämpfen.
Meiner Meinung nach wird man nicht mit Verboten gegen neue Technologien erfolgreich vorgehen können. Im Gegenteil wird man den Standort so wahrscheinlich schwächen abgesehen von der Frage, wie man überhaupt Verbote gegen digitale Währungen durchsetzen will. Sowas geht nur in Staaten, die eine aktive Internetzensur betreiben. Und dürfte selbst dort schwierig sein.
Der internationale Standortwettbewerb um die Zukunftstechnologie Blockchain ist hingegen seitens vieler anderen Länder hoch.

Rechssicherheit ist das A und O
Diejenigen Regierungen werden ihre Standorte als Vorreiter positionieren können, die als erstes Rechtssicherheit durch passende regulatorische Rahmenbedingungen schaffen.
Das steht außer Zweifel.
Und Kryptoexperten weisen auf diese Tatsache hin, auch in bzw. gerade in Liechtenstein, das sich hier ganz vorne positioniert.
Die Konkurrenz ist hierbei hoch. Man denke nur an Estland, das im Zuge der Digitalisierung bereits die Grundbuchämter abgeschafft hat und die Bürokratie völlig vereinfacht hat.
Wer weiß, wie der Unterschied einer Firmengründung in der Schweiz mit ihrer ächzenden Bürokratie und in anderen Ländern wie Estland ist, der weiß, was die Digitalisierung für Standorte ausmacht.
Umso mehr dürfte digitales Geld, also Kryptowährungen und damit Blockchain-Technologie bei der Ausrichtung eines Standortes in Richtung Digitalisierung ausmachen.
Bitcoin und Co: Quo vadis?
Jetzt fragt sich: Sind digitale Währungen nicht schon tot? So wie alle Journis schreiben?
Das ist natürlich absoluter Quatsch.
Wenn man die Charts von Bitcoin und Co logarithmisch anpaßt, dann sieht man deutlich, daß weder der Anstieg letztes Jahr noch der Einbruch letztes Jahr so kraß waren wie immer behauptet.
Alle Tech-Aktien-Charts sahen am Anfang so aus.
Im logarithmischen Chart sehen auch die Anstiege und Abstürze weitaus unspektakulärer aus.
Wir sehen gerade eine brenzlige Situation. Sollte eine zweite Welle regelgemäß der ersten Absturzwelle folgen, die vor Kurzem stattfand, wird Bitcoin auf 2.000 fallen (hier ein USD-Chart).
Dort befindet sich eine große Unterstützung.
Sollte diese Unterstützung bei 2.000 USD auch nicht halten, ist die nächste große, massive Unterstützung bei 1.000 USD.
Und nochmals: Im logarithmischen Chart, also der Darstellung, die Profis benutzen, sieht man, daß die Kurse gar nicht so extrem nach oben geschossen sind.
So oder so, bleibt es spannend:

