Eveline Widmer-Schlumpf keifte und hielt selbst im Moment noch an dem umstrittenen Nationalbankpräsidenten Philipp Hildebrand fest, als sie schon wußte, daß er kriminell (bzw. man muß sagen „mutmaßlich kriminell, denn er ist ja noch nicht verurteilt) war und illegale Spekulationsgeschäfte mit Aktien sowie Devisengeschäfte tätigte.
Tamedia erklärte ihn im Tagesanzeiger zum „Rockstar“ ungeachtet aller Fakten. (das Märchen vom angeblich gehetzten Rockstar glauben hingegen lang nicht mehr alle Menschen mit Verstand)
Der Staatsanwalt Martin Bürgisser, der in den Ausstand treten mußte, lästerte abends (offenbar alkoholisiert) über die SVP und schwadronierte darüber, wie er – der große Anti-SVP-Held – doch zu deren Niedergang führen würde.
Und nun, nun lese ich in der heutigen Internetausgabe der Regenbogenpresse der SVP-Hasser-Presse von 20 Minuten, daß Hermann Lei verurteilt werden wird. Nichts dagegen, daß jemand die größte Partei der Schweiz haßt. Nur hier ist es kein alternatives Medium, sondern der führende Medienkonzern, der bekannt ist dafür, daß er nur mit allergrößter Mühe seine über-große Abneigung gegen die – mit Abstand – größte politische Partei vorhandene Abneigung verbergen kann.
Nun schreibt also genau diese Presse in Vorankündigung.
Lei würde veruteilt.
Seitwann geben eigentlich in einem Rechtsstaat Journalisten siegesgewiß Urteile im Vorhinein wieder?
Schläft da der Richter mit dem Redaktor oder was ist hier los? Wer flüstert hier wem ins Ohr? Oder der Staatsanwalt schläft mit dem Tamdia-„Journalisten“? Was ist denn hier los, bitte?
Ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt, oder? Die Aussage groß aufzumachen, Lei würde verurteilt. Woher weiß denn die Redaktion von 20 Minuten (Tamedia), daß Lei verurteilt wird? Die Gerichte sind doch unabhängig. Seitwann werden denn in der Schweiz Gerichtsurteile zuerst in den Regenbogenmedien veröffentlicht? In welcher Welt leben wir hier? Rechtsstaat ist ganz sicher etwas anderes!
Komische Seilschaften, die man sonst eigentlich in China oder in Turkmenistan oder sonstwo anprangert, scheint es auch in Rechtsstaaten der westlichen Welt zu geben.
Oder finde nur ich es komisch, daß bereits vor einem Urteil in Medien getitelt wird, Hermann Lei werde verurteilt?
Empfinde nur ich da ein Geschmäckle von Gestapo-Staat?
Woher weiß denn bitte die glühende Hildebrand-EU-Fetischisten-Verehrerin Tamdia im Vorhinein, wie das Urteil ausfälllt? Hey, mann, sowas gibt es ja nichtmal in China!
Vor der Hausdurchsuchung beim Immunität genießenden Aufdecker-Helfer Blocher für den sich sogar Linksaußen Jean Ziegler stark-machte, standen die Kameramannschaften des Staatsfernsehens von De Weck parat. Das ist doch wohl alles nicht mehr weit Gestapo-Methoden. Und es ist alles andere als rechtsstaatlich und sicher illegal (Amtsgeheimnis-Verletzung) sowie Staatspropaganda.
Für den weltweit bekannten Schriftsteller Hans-Magnus Enzensberger sind Hinweisgeber (whistleblower) wie Edward Snowden, welche die versteckten Machenschaften von Regierungen und großen Konzernen aufdecken, «wahrscheinlich die Helden des 21. Jahrhunderts».
Hermann Lei deckte die Machenschaften des (mutmaßlich) kriminellen und zurückgetretenen SNB-Chefs Philipp Hildebrand auf. Des gemäßt Tagi „mächtigsten Mannes der Schweizer Wirtschaft“. Ja, müßte der Tagi denn nicht öffentlich Lei unterstützen und zu dessen Schutz aufrufen? Stattdesse frohlockt er, daß er schon vorher Infos hat, daß Lei verurteilt würde. Toll für eine monopolartige Presse, oder?
Die schweizerische Zeitschrift Beobachter und andere haben recht: Man muß Aufdecker viel besser schützen.
Ach, und gerade wurde die Redaktion desbritischen Guardian durchsucht und Journalisten bedroht.Von Geheimdienstlern. Wer berichtet so gut wie nichts? Tamedia. Der Guardian hatte Dokumente von Snowden veröffentlicht. Wo bleibt derAufschrei der Tamedia-Journalisten? Wann entrüstet sich öffentlich Pietro Supino? Und steht seinem Kollegen in Großbritannien«Guardian»-Chefredaktor Alan Rusbridger bei?
- Lei wird verurteilt: Woher weiß denn 20 Minuten das bitte? (Bildschirmfoto: Schweizblog.ch)