Nachdem ich einen Zug verpaßt hatte dank einer DB-Falschauskunft aß ich noch etwas bei einem Griechen in München, wo ich auch noch den Rechner aufladen konnte und die Zeit bis zur Zugsabfahrt um 23 Uhr 40 überbrücken konnte. Das Essen kam schnell, war gut und stärkte den Durchhaltewillen nach dem vorausgegangen Bahn-Erlebnis.
Um 23 Uhr noch versucht, eine Fahrkarte zu lösen, aber es ist wie schon von der Information („service point“) zuvor mitgeteilt nicht möglich, weil es ein ausländischer Zug nach Osteuropa ist.

Bei der Schaffnerin gemeldet hatte ich aber Glück, daß ich noch eine Fahrkarte lösen konnte.
Sie bot mir sogar an, ich könne mir nun aussuchen, ob ich in den ungarischen Teil oder lieber in den kroatischen Teil einsteigen wolle, der Zug würde später irgendwo geteilt.
Im kroatischen Teil sei es generell leerer.
Also entschied ich mich für den kroatischen Zugteil und stieg ins hinterste Abteil ein, wo direkt in eine ganze Sechserkabine frei war am Zugsende im Sackbahnhof von München.
Gegen Mitternacht gehen mehrere junge Männer an meinem Abteil vorbei, was mich wundert, weil der Zug dort endet und dort nur eine einzige Toilette ist. Aber was solls.
Gegen 1 Uhr nachts aber dann was Neues.

Die Tür des Sechserabteils geht plötzlich auf und es steht unvermittelt ein junger Mann da, der in leicht gebrochenen Deutsch sehr höflich fragt:
„Haben Sie eventull ein Stück Alufolie für mich?“
Als ich ihn etwas entgeistert ansah, weil das für mich eine eher ungewöhnliche Frage nachts um 1 Uhr ist und ich auf die Schnelle nicht einordnen konnte, was das sollte, kam dann:
„Wissen Sie, mein Essen ist ganz trocken, es trocknet aus.“
Ich verneinte abermals, ich habe leider kein Stück Alufolie dabei.
Naja, Alufolie gehört ja auch zu den typischen Reiseutensilien, die jeder immer mitnehmen sollte.

Gegen 1 Uhr nachts zog ich mir also dann doch lieber die Schuhe wieder an und knüpfte den Mantel zu. An Schlaf war nicht mehr richtig zu denken.
Ich überlegte noch, was wohl passiert wäre, wenn ich geantwortet hätte: „Nein, ein Stück Alufolie nicht, aber täte es evtl. auch ein Löffel?“ und dem jungen Mann dann den Plastiklöffel aus dem Eßbesteck in die Hand gedrückt hätte, der bei dem zweiten griechischen Essen dabei war, das ich für die Fahrt mit einpacken hatte lassen.
Vermutlich hätte man das mit dem Plastiklöffel nicht so gut aufgenommen…
Und vielleicht täusche ich mich ja auch und der junge Mann hatte sich wirklich nachts um 1 Uhr Sorgen darum gemacht, daß sein Essen austrocknet.
Als ich dann allerdings noch die Toilette besuchte, die zuvor von mehreren Personen gleichzeitig besucht worden war, roch es darin stark nach Rauch und ich hoffte, daß die Leute, die zuvor sich dort getroffen hatten, nur Zigaretten geraucht hatten.
Kurzum:
Als der Zug nach Zagreb endlich Salzburg erreichte war ich doch ganz froh.