Heineken kämpft gegen Keineken mit richterlichen Verfügungen und mit Beschlagnahmungen durch die Polizei
Heineken kämpft gegen Keineken mit richterlichen Verfügungen und mit Beschlagnahmungen durch die Polizei

Seit Freitag gibt es in der Schweiz ein neues Bier. Doch kaum gebraut, sind sämtliche 1.200 Flaschen schon beschlagnahmt:

Mediengau für die Marketingleute der holländischen Heinekenbrauerei, die vor einem Jahr die luzerner Biermarke Eichhof schluckte. Wie schon andere Parteien erst dieses Jahr in der Politik erfahren mußten, ist es nicht immer der beste Schritt, rabiat gegen Stichelei und / oder Satire vorzugehen:

Ein kleiner Verein, der sicherlich in der Versenkung der Weltgeschichte verschwunden wäre, wenn er überhaupt Abnehmer und Beachtung gefunden hätte, kriegt dank richterlicher Verfügung, die der Bierriese Heineken erwirkte und einer medienwirksamen Beschlagnahmung von 80 Harassen mit 1.200 Flaschen Bier, riesige Aufmerksamkeit und Gratispublizität.

Das St. Galler Tagblatt frotzelt im Titel: Heineken fühlt sich von Engelberger Verein bedroht

News.ch spricht von einem Kampf zwischen David und Goliath:
Es ist ein Kampf wie David gegen Goliath: Keineken gegen Heineken. Noch bevor das neu kreierte Bier am Samstag in Engelberg NW offiziell angezapft werden konnte, hatte die Polizei alle 80 Harassen konfisziert.

Die Werbewoche schreibt: Und so mancher Bürger wird sich wohl auf die Seite des Zwergen stellen – im Zweifelsfall für die Schwachen. Ob der Biergigant Heineken wohl einen kleinen Imageschaden davontragen wird? Vielleicht hätte er besser kühl gelächelt und die 1‘200 Flaschen Keineken Keineken sein lassen…

Groß auch der Dank des Vereins selbst an den Bierriesen in einem Gespräch mit Zisch.ch (Obwaldner Zeitung): «Für uns ist das ein Freudenfest, obwohl wir wissen, dass wir in diesem Kampf David gegen Goliath einen Spiessrutenlauf vor uns haben und auf dem Weg zum Engelberger Klosterbräu noch viele Stolpersteine zu überwinden sein werden», wird Mitinitiant Conrad Engler aus Engelberg, der Sekretär des Vereins «Keineken», in einer Medienmitteilung zitiert. Keineken-Präsident Anian Kohler ist aber zuversichtlich: «Das bisherige Echo der Engelberger auf die Keineken-Bier-Idee war fantastisch und die Unterstützung für die Schaffung eines Engelberger Klosterbräu ist riesig.»

Die Vereinsmitgliederanzahl sei inzwischen auf 80 angestiegen, Tendenz dank Heinekens Richter- und Polizeieinsatz „stündlich steigend“.

Durch den großen Medienrummel wittert der Verein die große Chance, heißt es an anderer Stelle: Der Name Keineken ist schon richtig berühmt.

Auch 20 Minuten läßt natürlich eine solche Geschichte nicht links liegen:

«Für uns ist das ein Freudenfest, obwohl wir wissen, dass wir in diesem Kampf David gegen Goliath einen Spiessrutenlauf vor uns haben», verkündet Mitinitiant Conrad Engler feierlich im Pressecommuniqué.

Kaum gesprochen, hat er schon begonnen, der Spiessrutenlauf im Kampf um die unverwechselbare Bierkultur der Zentralschweiz: Heineken Schweiz reagiert reflexartig mit juristischen Mitteln. «Der Anwalt von Heineken hat uns eine superprovisorische Verfügung angedroht», berichtet Engler nur wenige Stunden nach der Ankündigung von «Keineken». Diese beinhaltet das Verwendungsverbot der soeben kreierten Marke. Der Verein Keineken hat nun angeboten, den Entscheid des Instituts für geistiges Eigentum abzuwarten und den Namen so lange nicht mehr zu verwenden. Doch das ist Heineken international nicht genug: Sie wollen, dass der Verein ihr Gesuch um Markeneintragung zurückzieht. Doch der Verein weigert sich.

Auch der Blick ist an der Sache dran: Blick

Und 20 Minuten brüstet sich, exklusiv zu berichten: 20 Min

Auch dutzende andere Zeitungen greifen dankbar die Posse auf.

Ob Heineken mit dem Richter- und Polizeieinsatz wirklich gut beraten war?